Risikobeurteilung ermöglicht sichere Nutzung alternativer Kraftstoffe

Ammoniak als klimafreundlicher Schiffskraftstoff

Im Projekt RisBA entwickeln Forschende der Hochschule Bremerhaven Sicherheitskonzepte für die Bunkerung von Ammoniak als klimafreundlichem Schiffskraftstoff.

Bild: iStock, quantic69
10.09.2026

Künftig sollen Schiffe mit grünem Wasserstoff oder Ammoniak angetrieben werden. Ammoniak ist zwar leichter zu transportieren und zu speichern, aber gesundheitsschädlich. Die Hochschule Bremerhaven entwickelt derzeit Sicherheitskonzepte für die Lagerung in Häfen.

Die Schifffahrt ist weltweit für rund drei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Dementsprechend groß wäre dort das Einsparpotenzial bei den schädlichen Klimagasen. Deshalb arbeiten Forschende schon seit Längerem an nachhaltigeren und klimafreundlicheren Schiffskraftstoffen wie grünem Wasserstoff. Doch auch Ammoniak gilt als vielversprechende Alternative.

Um Schiffe perspektivisch nicht mehr mit fossilen, sondern mit umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Kraftstoffen betreiben zu können, wird Ammoniak laut Expertinnen und Experten als Alternative zu Wasserstoff eine besondere Bedeutung zukommen. Im Projekt „Risikobeurteilung bei der Bunkerung von Ammoniak in Bremerhaven und Wilhelmshaven“ (RisBA) möchten Forschende des Smart Mobility Institutes der Hochschule Bremerhaven Konzepte entwickeln, die eine sichere Bunkerung größerer Mengen in den Häfen ermöglichen.

Vorteile von Ammoniak gegenüber Wasserstoff

Ammoniak lässt sich einfacher verflüssigen als Wasserstoff und besitzt eine höhere Energiedichte, was die Speicherung und den Transport erleichtert. Bei der Verbrennung entstehen weder CO2- noch Schwefelemissionen und auch andere Luftschadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid und Ruß werden weitgehend vermieden.

Gleichzeitig ist im Umgang mit Ammoniak Vorsicht geboten. Es ist gesundheitsschädlich und kann zu schweren Vergiftungen führen. Während Sicherheitskonzepte in anderen Bereichen bereits vorhanden und etabliert sind, ist die Nutzung von Ammoniak als Schiffskraftstoff eine neue Entwicklung. Wenn zukünftig größere Mengen in den Häfen gebunkert werden sollen, sind speziell auf den jeweiligen Standort angepasste Maßnahmen erforderlich, um Mensch und Natur zu schützen.

Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Hafenbetreibern

An der Hochschule Bremerhaven wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das genau das zum Ziel hat. Die Forschenden des Smart Mobility Institutes wollen präventive Sicherheitskonzepte für die Ammoniakbunkerung in den Häfen Bremerhaven und Wilhelmshaven entwickeln. Zu diesem Zweck arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit der niedersächsischen Betreibergesellschaft der landeseigenen Häfen, der Niedersachsen Ports und der Port Authority Bremen zusammen.

„Durch die systematische Risikoanalyse und Ableitung von Schutzmaßnahmen wird die Grundlage für eine sichere und umweltverträgliche Nutzung von Ammoniak als Energieträger im maritimen Sektor geschaffen. Das unterstützt nicht nur die Dekarbonisierung der maritimen Wirtschaft, sondern stärkt auch die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsposition der Region. Zudem fördert es die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung und trägt so zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Hafenentwicklung bei“, erklärt der Projektleiter, Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens.

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