Auf dem Plaine-Morte-Gletscher: Die zwei C200-TS24-Kompressoren liefern die Energie für die Bohrungen.

Bild: CompAir

Schmelzwasser abfließen lassen Zwei Kompressoren unterstützen Gletscherbohrungen

18.09.2019

Der hintere Talboden der schweizerischen Gemeinde Lenk ist seit 2011 fast jeden Sommer von Überflutungen betroffen. Diese gehen auf Ausbrüche von Gletscherseen auf der Hochebene Plaine Morte zurück. Um das Schmelzwasser abzuleiten, wurde deshalb ein Eiskanal angelegt, erstmals aber zusätzlich mit Horizontalbohrungen gearbeitet.

Der Faverges-See befindet sich am südöstlichen Rand der Hochebene Plaine Morte und läuft im Sommer aufgrund des Schmelzwassers oftmals aus. Ein Eiskanal soll diesen ansteigenden Pegel teilweise nach Westen ableiten. Dafür wurde zunächst eine 500 m lange Rinne ins Gletschereis gegraben, in der das Schmelzwasser kontrolliert abgeführt werden kann.

Die Firma Microtunnel.ch führte jedoch zusätzlich horizontale Probebohrungen auf mehreren hundert Metern Länge durch. So sollten weitere Möglichkeiten erschlossen werden, das Schmelzwasser ab einem gewissen Pegelstand zu einer westlich liegenden Gletschermühle abfließen zu lassen. Für diese Versuche kamen zwei Kompressoren von CompAir zum Einsatz.

Die zwei C200-TS24-Kompressoren wurden mit einem Hubschrauber auf den Gletscher geflogen. Als Bohrwerkzeug kam aus dem System Imloch eine 10-Zoll-Bohrkrone zum Einsatz. Die Kompressoren dienten als Energielieferanten und wurden für den Einsatz parallel geschaltet. Durch die Hochdruckausführung der Bi-TurboScrew-Maschinen mit maximal 24 bar Betriebsüberdruck lieferten die Kompressoren auch in 2.800 m Höhe genügend Leistung für den Betrieb des Bohrers, wie Andreas Bernhard, Inhaber von Mictrotunnel.ch, bestätigt.

Erfahrungen aus der Antarktis

TurboScrew-Kompressoren von CompAir kamen auch schon in der Antarktis zum Einsatz. Ein Forschungsvorhaben des deutschen Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven erforderte Bohrungen im Eis der Antarktis. Die Druckluft wurde auch hier zum Antrieb eines Bohrers benötigt.

Bis zu 20 m tief wurden die Löcher für Mess-Sprengladungen gebohrt. Ein Bohrloch ist notwendig, um einen möglichst effizienten Energieübertrag in das Eis zu gewährleisten, da auf Eisschilden in polaren Breiten die oberen 50 bis 100 m aus porösem Firn bestehen.

Für die Forschung des AWI wurde ein Kompressor des Typs C 250 TS 12 verwendet, der bis zu -30 °C aushält. Das war auch notwendig: Selbst im antarktischen Sommer wird es selten wärmer als -10 °C.

Bildergalerie

  • Auch 2.800 m über dem Meeresspiegel arbeiteten die Kompressoren zuverlässig.

    Bild: CompAir

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