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Energiemonitoring in der Produktion Wissen, wo welche Energie verraucht

06.04.2018

Stille Energiefresser in Unternehmen saugen unentdeckt Strom – mit Energiemonitoring ist damit endgültig Schluss. Aber wissen Sie, wo Ihre Energie verraucht?

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Das Thema Energiemonitoring ist bei vielen Unternehmen noch nicht an der Tagesordnung. Wichtige Fragen müssen oft noch geklärt werden. Welcher Verbraucher benötigt wie viel Energie? Wie kann ich diese Energiefresser entlarven und den Verbrauch optimieren? Lässt sich intelligente Messtechnik wartungsarm installieren? Welche Komponente gehört ausgetauscht, damit sie effizienter läuft? Lohnt sich ein Austausch im Hinblick auf die Kosten des Neuerwerbs? Wo ist eine Datenanalyse sinnvoll? Viele Fragen, mit denen sich nun beispielsweise Energiemanager und Produktionsverantwortliche im Unternehmen beschäftigen dürfen.

Eines ist jedoch nicht jedem klar: Wie viel Energie verraucht bei mir in der Produktion? Durch die noch niedrigen Energiebezugspreise ist ein Umdenken auch noch nicht für alle sinnvoll, aber im Hinblick auf die Einsparmöglichkeiten und den Klimaschutz doch notwendig. Denn Geräte wie Lüfter machen in der Produktion oft einen großen Teil der Energiefresser aus. Neue, effizientere und geregelte Lüfter beispielsweise sparen hier einiges an Geld am Ende der Bilanz ein.

Über 150.000 Euro im Durchschnitt sparen

Produzierende Unternehmen hierzulande haben es oftmals nicht leicht. Billigprodukte aus Asien überschwemmen den Markt und können oft sogar gut in der Qualität mit den hier gefertigten Produkten mithalten. Fakt ist, dass asiatische Hersteller kostengünstiger produzieren können und somit dem Preisdruck locker standhalten. Wer in Deutschland mithalten möchte, muss sich neu aufstellen. Entweder man versucht neue Materialien und Stoffe zu verwenden oder man denkt über eine Effizienzsteigerung in der Produktion nach. Hier fällt nun wieder der Begriff Energiemanagement in der Produktion. Diese kann durch Optimierungsmaßnahmen wie ein Monitoring der Verbraucher erfolgen.

Ein Zwischenergebnis aus 30 Pilotnetzwerken des VDI-Forums hat ergeben, dass bei 5650 monetären Maßnahmen 3150 davon wirtschaftlich rentabel sind. Die durchschnittliche Amortisationszeit der wirtschaftlichen Energiemanagement-Maßnahmen beträgt 3,2 Jahre. Das bedeutet im Schnitt pro Betrieb eine Energieeinsparung, nach realisierten Effizienzmaßnahmen, von 2780 MWh/a bei einer Gesamtinvestition für rentable Maßnahmen von im Schnitt 579.000 Euro. Unter dem Strich kommen vermeidbare Energiekosten (durch rentable Maßnahmen) von 179.000 Euro pro Jahr auf die Haben-Seite bei realisierten Optimierungsmaßnahmen.

Pro und Contra von EMS

Natürlich sehen die Anschaffungskosten von im Schnitt über einer halben Million Euro erstmal wie eine unüberwindbare Investition aus. Gerade kleine und mittlere Unternehmen werden diesen Posten mehr als einmal überprüfen, um eine echte Rentabilität für das eigene Unternehmen zu erhalten. Auch ein großer Personalaufwand und die hohe Komplexität der Systeme kommen auf die Minus-Seite des EMS. Jedoch kann durch die fortschreitende Digitalisierung so ein Arbeitsplatzschwund überwunden werden, indem man Mitarbeiter umschult und als Energiemanager statt Maschinenbediener in der Produktion einsetzt. Natürlich heißt es trotzdem, die Arbeiter zu schulen, um die komplexen Systeme zu verstehen – jedoch sollte das für Techniker die kleinste Hürde sein.

Auf der Pro-Seite des EMS ist in erster Linie die Senkung der Energiekosten durch Energieeinsparung zu nennen. Des Weiteren bekommen Unternehmer eine Entlastung im Rahmen der EEG-Umlage und bei der Strom- und Energiesteuer, was sich natürlich wieder positiv in den Bilanzen niederschlägt. Förderprogramme, die die Hürde bezwingen beziehungsweise den ersten Anstoß zum nachhaltigen Energieverbrauch ebnen, helfen beim ersten Schritt zur Effizienz. Positiv für das Firmenimage kann sich auch die ISO 50001 auswirken – die Norm für Umweltengagement. Die ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm, die Organisationen und Unternehmen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements unterstützen soll. Des Weiteren kann sie auch zum Nachweis eines mit der Norm übereinstimmenden Energiemanagementsystems durch eine Zertifizierung dienen. Energiesparen hat natürlich auch noch eine positive Auswirkung auf die Umwelt und erfolgreiches Energiemanagement kann helfen, den Klimwandel einzudämmen.

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  • ISO 50001: Ziel der Norm ist die Unterstützung von Firmen ihre energiebezogenen Leistungen in EMS einzubetten und damit Prozesse im Unternehmen zu verbessern. So sollen Energieeffizienzpotenziale verbessert werden.

    Bild: iStock, eyjafjallajokull

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