Quantencomputing-Chip von Google: Mit der neuartigen Technologie könnten sich enorme Fortschritte in der digitalen Forschung und Entwicklung erzielen lassen.

Bild: Covestro

Kooperation zu neuer Computertechnologie Wie Quantencomputing der Chemie nutzen kann

08.07.2020

Weniger Ressourcenverschwendung, umweltfreundlichere Prozesse, neue Materialien – das ist die mögliche Bilanz, wenn Quantencomputer in der Chemiebranche Einzug halten. Um die Technologie langfristig zu erschließen, kooperiert ein Werkstoffhersteller nun mit dem US-Giganten Google.

Mit dem Quantencomputing will Covestro neue Möglichkeiten auf dem Gebiet der chemischen Simulation untersuchen. Dazu hat das Unternehmen jetzt einen Kooperationsvertrag mit Google unterzeichnet. Die aktuelle Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung grundlegender Algorithmen und soll künftig komplexe Simulationen in einem Bruchteil der Zeit ermöglichen.

„Wir treiben die Entwicklung von Quantencomputing mit Quantenprozessoren und neuartigen Quantenalgorithmen voran, um Forschungspartnern aus der Industrie bei der Lösung ihrer Problemstellungen zu helfen“, sagt Hartmut Neven, Leiter der Google AI Quantum Group. Dafür stellt das Unternehmen etwa Open-Source-Netzwerke, Rechenleistung und Know-how bereit. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem sehr starken Forscher-Team von Covestro.“

„Bislang einzigartig in der Chemieindustrie“

Covestro investiert bereits seit rund drei Jahren in digitale Forschung und Entwicklung. So erfolgten erst 2019 der Ausbau eines klassischen Hochleistungsrechners am Standort Leverkusen für Computersimulationen sowie die Einrichtung einer neuen, globalen Plattform für Forschungsdaten.

Das Quantencomputing soll nun ein weiterer wichtiger Meilenstein auf der Suche nach neuen, digitalisierten Forschungsprozessen werden. Es könnte zum Beispiel das notwendige Wissen liefern, um die Kreislaufwirtschaft maßgeblich voranzutreiben.

„Quantencomputing eröffnet wegweisende, neue Perspektiven für unsere Branche. Daher wollen wir gezielt in die Weiterentwicklung dieser Technologie investieren und Expertise aufbauen“, sagt Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. „Die Partnerschaft mit Google gibt uns dazu die Möglichkeit und ist bislang einzigartig in der chemischen Industrie.“

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