Dieter Schmid, Leiter der Privatbrauerei Waldhaus, prüft die Qualität seines Bieres.

Bild: Ystral

Mischtechnik Vom trüben zum gefilterten Bier

30.10.2019

Gefiltertes Bier ist beim Verbraucher beliebter als naturtrübes. Für die Filterung muss eine Kieselgur-Suspension hergestellt werden, die ein präzises Mischverhältnis erfordert. Eine Brauerei aus Baden-Württemberg setzt hierfür einen Leitstrahlmischer von Ystral ein.

Naturtrübe Biere werden meist direkt nach dem Gärprozess abgefüllt. Weil sie nicht filtriert werden, enthalten sie noch die Schwebe- und Trübstoffe, die beim Brauen ganz natürlich entstehen. Dabei handelt es sich um Reste vom Hopfen, ein wenig Hefe und Eiweiße, die sich aus dem Malz bilden.

Gefilterte Biere büßen diese Trübstoffe ein, ohne dass jedoch der Geschmack darunter leidet. Traditionell trinkt der Deutsche sein Pils lieber gefiltert. Hierfür muss in einem ersten Schritt eine Kieselgur-Suspension hergestellt werden, für die entsprechende Mischtechnik notwendig ist.

Tiefenfiltration mit Kieselgur

Bei der Privatbrauerei Waldhaus aus dem Südschwarzwald ist für den Filtrationsprozess seit einiger Zeit ein Ystral-Leitstrahlmischer im Einsatz. „Wir haben damit ein konventionelles Rührwerk ersetzt“, sagt Dieter Schmid, geschäftsführender Gesellschafter der Brauerei, die seit 125 Jahren im Familienbesitz. Waldhaus braut mehr als 100.000 hl Bier pro Jahr und vertreibt 15 verschiedene Sorten.

Der erste Schritt der Filtrierung, die sogenannte Tiefenfiltration, wird durch Zugabe einer Kieselgur-Suspension erreicht. Kieselgur, eine weiße, pulverförmige Substanz, wird aus den Schalen fossiler Kieselalgen gewonnen. Abseits von der Getränkeindustrie wird es auch als Futterzusatzmittel eingesetzt, um die Tiergesundheit zu verbessern, oder als Zusatz bei Zahnpasta.

Für die Kieselgur-Suspension muss ein präzises Mischverhältnis erreicht werden. Der Leitstrahlmischer von Ystral kann hier überzeugen: „Wir erreichen nun eine genauere Dosierung der Kieselgur und Filterhilfsmittel“, berichtet Brauerei-Chef Schmid.

Funktionsweise des Mischers

Der Leitstrahlmischer arbeitet nach dem Rotor-Stator-Prinzip. Ein schnell drehender Rotor, der von einem Stator umgeben ist, erzeugt einen nach unten gerichteten Leitstrahl, der den Flüssigkeitsstrom direkt auf den Behälterboden leitet. Am Behälterboden teilt sich dieser Strom auf und erzeugt an der Außenwand so eine nach oben gerichtete Strömung. An der Oberfläche wird der Flüssigkeitsstrom wieder in Richtung Behälterboden umgelenkt.

„Effektive Mikro- und Makrovermischung sind Grundvoraussetzungen, um in den verschiedensten Anwendungsbereichen eine zuverlässig konstante Produktqualität zu erreichen“, sagt Bernd Weber, Leiter des Bereichs Verfahrens- und Anwendungstechnik bei Ystral. Und gerade für Lebensmittel- und Getränkeproduzenten ist eine reproduzierbare Qualität essenziell; Geschmacksschwankungen werden vom Verbraucher nicht toleriert.

Homogenere Suspension

Das weiß auch Brauerei-Leiter Schmid. „Um unsere hohen persönlichen Standards zu garantieren, haben wir sorgfältig das Waldhaus-Qualitäts-Management-System entwickelt“, erklärt er. Das fängt schon bei den Zutaten an: „Wir verwenden ausschließlich Gerstenmalz aus integriertem und kontrolliertem Anbau, bis zu acht verschiedene Aroma-Naturhopfen pro Biersorte, Waldhaus-Hefe aus biologischer Reinkultur und kristallklares Brauwasser aus unseren fünf eigenen Quellen im Urgestein des Südschwarzwaldes.“

Schmid zeigt sich deshalb auch bei der sauberen Arbeitsweise des Ystral-Leitstrahlmischers überzeugt. Denn er vermeidet eine Staubbildung beim Einbringen der Kieselgur ins Wasser. „Zudem erreichen wir eine bessere Homogenität der Kieselgur-Suspension“, berichtet der Brauerei-Chef.

Bildergalerie

  • Mit dem Leitstrahlmischer von Ystral lassen sich Suspensionen in der Lebensmittel- oder Getränkewirtschaft herstellen.

    Bild: Ystral

  • Bernd Weber leitet den Bereich Verfahrens- und Anwendungstechnik bei Ystral in Ballrechten-Dottingen.

    Bild: Ystral

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