Abfüllen leicht gemacht: Mit den Anlagen eines bayerischen Maschinenbauers ist auch das Dosieren aus 200-l-Behältern in kleinere Gebinde kein Problem.

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Abfülltechnik Vom großen IBC ins kleine Gebinde

07.09.2020

Ein Fasspumpenhersteller wandelt sich mit seiner Entwicklung von Abfüllanlagen vom Komponentenhersteller zum Systemlieferanten. Das Unternehmen hat sich dabei auf das bequeme und einfache Dosieren von Medien aus großen Fässern oder IBCs in kleinere Gebinde fokussiert.

Ein bequemes und einfaches Dosieren aus 200-l-Fässern oder IBC-Containern in kleinere Gebinde – dies ermöglicht der Fasspumpenhersteller Jessberger dem Anwender seit vielen Jahren mit seinen Abfüllanlagen aus Edelstahl. Mit diesem Produktsegment geht das Unternehmen den seit vielen Jahren eingeschlagenen Weg vom Pumpenhersteller zum Systemlieferanten konsequent weiter.

Mit der Eröffnung dieser Produktsparte im Jahr 2016 wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass zahlreiche Unternehmen aus der abfüllenden, chemischen oder verpackenden Industrie dünnflüssige bis leichtviskose Medien per Knopfdruck aus Fässern oder Containern in manuell zugeführte Kanister möglichst schnell, aber dennoch exakt abfüllen möchten. Die verschiedenen Abfüllanlagen wurde speziell für die eigenen Fasspumpen konzipiert.

Daneben ist aber auch die Verwendung anderer Pumpen möglich. In Kombination mit einer Waage ermöglicht dies ein sauberes, genaues und sicheres Abfüllen, auch bei schäumenden Medien. Neben einer zwingend notwendigen Dosiergenauigkeit hatten die Techniker des Pumpenherstellers bei der Umsetzung der Kundenanforderungen auch eine gleichbleibende Wiederholbarkeit für die Zukunft sicherzustellen. In Kombination mit einer optional erhältlichen geeichten Waage werden die Anforderungen aus der EU-Fertigpackungsrichtlinie erfüllt.

Abfüllkontrolle per Waage und Datenbank

Alle Abfüllanlagen wurden aufgrund der leichten Bedienbarkeit anwenderfreundlich konzipiert. Sie sind zum Umfüllen von sauren oder basischen Medien aus Großgebinden in kleine Kanister geeignet, beispielsweise mit einem Fassungsvermögen von 10, 15 oder 25 l. Diese mit dem Anwender im Vorfeld abgestimmten Abfüllmengen sind am formschönen Auswertgerät voreingestellt.

Die Abfüllkontrolle erfolgt mittels einer Waage (hier: 0 bis 30 kg, Genauigkeit ± 20 g). Hierzu programmierten die Techniker des Pumpenherstellers eine Datenbank, in der die Sollwerte, also das abzufüllende Gewicht, die Leergewichte der Behälter und die Abfülltoleranzen eingetragen wurden.

Die Anlage kann ferner erkennen, ob ein leerer Behälter oder ein Behälter mit Restmenge aufgestellt wird. Im Programm sind sowohl Anlagen, bei denen die Fülllanze mit der Hand geführt werden kann, als auch Abfüllanlagen, bei denen die Fülllanzen komplett pneumatisch oder elektrisch betätigt werden.

Verstellbarer Anschlag für unterschiedliche Behälter

Vor dem Abfüllvorgang muss das Füllrohr per Hand oder automatisch über die Steuerung per Druckluft oder Elektroantrieb in den zu befüllenden Kanister geführt werden. Aus Sicherheitsgründen darf der Abfüllvorgang nämlich nur gestartet werden, wenn die Sensoren zur Behältererkennung und der Sensor „Füllrohr unten“ den Vorgang freigeben. Dies wird dem Abfüller dadurch signalisiert, dass entsprechende Lampen am Schaltkasten leuchten.

Zum Positionieren der unterschiedlichen Behältergrößen unter dem Füllrohr wurde ein verstellbarer Anschlag montiert. Das Füllrohr kann zum Anpassen der Höhe verstellt werden. Um ein Nachtropfen des Mediums aus dem Füllrohr zu verhindern, wird das Rohr nach dem Abfüllvorgang im unteren Bereich verschlossen. Auf Kundenwunsch kann auch ein Indexsystem montiert werden, das sicherstellt, immer nur den richtigen Behälter mit dem jeweiligen Medium zu befüllen. Als Indexsysteme kommen schon vorhandene Systeme wie Safety Can oder eigene Entwicklungen in Betracht.

Als Steuerung kommt eine Industriesteuerung zum Einsatz, die es ermöglicht, die Abfüllanlage mit Transportbändern oder vorhandenen Anlagenteilen zu kombinieren. Aufgrund der verschiedenen Programme des Herstellers ist auch bei schäumenden Medien eine Unterspiegelabfüllung möglich.

Verwendetes Material und Gewicht

Das Gestell der Abfüllanlage, die Wägeplattform sowie das Auswertgerät wurden aus Edelstahl V2A gefertigt. Alle mit dem Medium in Kontakt kommenden Bauteile, wie das Füllrohr oder auch die Sensoren, bestehen aus Edelstahl V4A. Der Schaltkasten, die Wägeplattform und das Auswertgerät sind aufgrund der Schutzklasse IP65 gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und Wasser geschützt. Das Gesamtgewicht der Anlage beträgt 45 kg.

Mit der Abfüllanlage können sehr viele Medien exakt dosiert werden. Es dürfen mit der Standardausführung jedoch keine Flüssigkeiten abgefüllt werden, die einen Flammpunkt unter 55 °C haben oder bei denen Edelstahl V4A nicht mehr beständig ist. Hierfür sind andere Versionen in Planung.

Bildergalerie

  • Das Gestell der Abfüllanlage, die Wägeplattform sowie das Auswertgerät wurden aus Edelstahl V2A gefertigt.

    Bild: Jessberger

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