Das Thema Virtual Desktop Infrastructure (VDI) beschäftigt seit über einem Jahrzehnt die IT-Experten.

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Vor- und Nachteile Virtual Desktop Infrastructure im Faktencheck

21.03.2022

Mehr Unternehmen denn je verlagern ihre Computerumgebung als virtuelle Instanzen ins Rechenzentrum. Eine solche Virtual Desktop Infrastructure (VDI) deckt heute nahezu jedes Einsatzszenario ab. Ein paar Einschränkungen gibt es allerdings. Dell Technologies unterzieht die Technologie dem Reality Check.

Das Thema Virtual Desktop Infrastructure (VDI) beschäftigt seit über einem Jahrzehnt die IT-Experten. Zu Beginn drehte sich die Diskussion vor allem um den Einsatz in Branchen, in denen Lösungen ein Maximum an Effizienz und Verfügbarkeit bei gleichzeitig hohem Kostendruck abverlangt wird. Längst haben aber technische Weiterentwicklungen und der Trend zum dezentralen Arbeiten VDI großflächig salonfähig gemacht. Gerade als es in der aktuellen Situation darum ging, Arbeitsplätze schnell und effizient ins Homeoffice zu verlagern, konnte VDI seine Stärken ausspielen.

Dell Technologies beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die virtuelle Desktop-Infrastruktur.

Welche Vorteile bringt VDI Unternehmen?

Bei einer VDI-Konfiguration hostet ein zentraler Server die Desktop-Systeme einschließlich Betriebssystem und Anwendungen als virtuellen Arbeitsplatz. Die Endanwender verbinden sich mit dem Firmennetzwerk in der Regel über Thin Clients, also PCs mit einer ultraleichten Konfiguration.

Damit liegen die Vorteile einer Virtual Desktop Infrastructure auf der Hand: Die gesamte Administration wird auf einen oder mehrere Server im Rechenzentrum verlagert, wodurch teure Updates, fehlende Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls und Virenscanner, aber auch der gefährliche Wildwuchs auf den Rechnern die Systemverantwortlichen nicht mehr belasten.

Administratoren müssen nicht länger jedes einzelne Gerät aktualisieren. Da sämtliche Anwendungen auf dem Server verbleiben, ist es zudem kein Problem, Daten zu sperren und vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Auch das Onboarding neuer Mitarbeiter wird einfacher, und Remote-Desktops lassen sich auch in größerer Zahl jederzeit hinzufügen.

Ist eine VDI-Installation wirklich günstiger?

Eine Virtual Desktop Infrastructure wird oftmals als kostengünstige Alternative zu PCs oder Laptops mit lokaler Software empfohlen. Das stimmt allerdings nur bedingt: Natürlich sind Thin Clients in der Anschaffung günstiger als ihre schwergewichtigen Kollegen – sie decken allerdings nicht alle Anforderungen ab, weshalb dann dennoch ein leistungsfähiges Notebook benötigt wird.

Rechnet man zudem die Kosten für die Thin Clients und – falls notwendig – neue Server-, Speicher- sowie Netzwerkkomponenten zusammen und bezieht noch die Lizenzierung für Microsoft, Hypervisor und Verbindungsbroker mit ein, kommt man in der Regel im Vergleich zum Kauf von neuen Rechnern auf einen ähnlichen Betrag. Besser sieht die Bilanz dann wieder bei den Betriebskosten aus.

Für wen ist eine virtuelle Desktop-Infrastruktur interessant?

Nach wie vor eignet sich die VDI-Technologie besonders für Branchen wie Finanz- und Buchhaltungswesen, Versicherungen, Krankenhäuser oder Call-Center, bei denen hochgradig wiederholbare Anwendungsfälle in großem Umfang implementiert werden und ein Basis-Betriebssystem sowie einige voreingestellte Tools ausreichen.

Frühere Einschränkungen gehören aber längst der Vergangenheit an: Nicht nur die Thin Clients haben enorm an Leistungsfähigkeit gewonnen. Inzwischen werden auch portable High-End-Workstations in VDI-Installationen eingebunden. Dabei gibt es notwendige Zertifizierungen und Treiber seitens Citrix oder VMware, etwa für CAD-Berechnungen und Simulationen.

Zudem funktionieren viele Anwendungen in diesem Bereich allgemein GPU-lastig. Eine Branche, die davon profitiert, ist die Automobilindustrie: Teams arbeiten weltweit in unterschiedlichen Zeitzonen an 3D- und CAD-Simulationen und greifen dank VDI in Echtzeit immer auf dasselbe Modell zurück, ohne dass vorab enorme Mengen an Daten übertragen werden müssen.

Welche Fallstricke lauern bei der Implementierung?

Manche VDI-Projekte bleiben bereits in der Einführungsphase stecken, was unterschiedliche Gründe haben kann. Zunächst einmal ist es wichtig, die Mitarbeiter einzubeziehen und ein detailliertes Bild von den jeweiligen Jobprofilen zu haben. Müssen sie in der Lage sein, persönliche Einstellungen am Rechner vorzunehmen? Oder handelt es sich beispielsweise um Call-Center-Agenten, für die ein generischer Desktop ausreicht?

Je nach Antwort ist einmal eine persistente oder eine nicht-persistente VDI-Installation geeignet. Die Konfiguration inklusive der Wahl der Endgeräte richtet sich auch danach, welche Anforderungen die Mitarbeiter an die Performance haben, ob sie beispielsweise grafikintensive Anwendungen nutzen, einen hohen IOPS-Durchsatz brauchen oder lediglich Zugang zu den wichtigsten Anwendungen benötigen.

Abgesehen von diesen Infrastrukturüberlegungen muss das Netzwerk vorbereitet und notfalls aufgerüstet werden, um für Spitzenlasten gewappnet zu sein. Für ein ausreichendes Provisioning sollten Unternehmen im Vorfeld eine Kapazitätsplanung mit einem entsprechenden Tool durchführen. So können sie ermitteln, wie viele Ressourcen die virtuellen Desktops benötigen und ob die Kapazitäten richtig geplant wurden.

Fazit

„Für Betriebe mit nur zehn oder 15 Mitarbeitern mag eine VDI-Lösung vielleicht nicht rentabel sein, weil der Aufwand zu groß ist. Alle anderen Unternehmen jedoch können sich unabhängig von der Branche die Vorteile einer virtuellen Desktop-Infrastruktur zunutze machen. Lediglich bei der Projektumsetzung gilt es, ein paar Fallstricke zu umgehen“, erklärt Thomas Möllerbernd, Field Product Manager bei Dell Technologies. „Die Lösungen decken heute alle Anwendungsfelder ab. Auch bei der Auswahl der Endgeräte sind die Unternehmen flexibel – das Angebot reicht vom Allrounder-Thin-Client bis hin zum hochspezialisierten Laptop.“

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