„Die Architektur muss sauber sein“

Umfrage: Industrial Ethernet in der Praxis

HMS Industrial Networks GmbH Phoenix Contact Deutschland GmbH Weidmüller GmbH & Co. KG

Worauf kommt es beim Einsatz und der Integration von Industrial Ethernet an? Nur auf eine saubere Architektur? Wir haben nachgefragt!

Bild: iStock, gremlin
26.05.2026

Industrial Ethernet ist längst mehr als die „Protokollfrage“. In der Praxis müssen Automatisierungsnetze heute gleichzeitig Echtzeit/Determinismus, Interoperabilität (Multi-Vendor) und Security by Design liefern – und das oft im Brownfield mit gewachsenen Strukturen. Wir haben Experten gefragt, welche Technologien, Architekturprinzipien und Best Practices setzen sich 2026 tatsächlich durch?

Das sagen die Experten:

Bildergalerie

  • Nils Buecker, Product Line Manager, Belden: Aus der aktuellen Arbeit mit unseren Partnern sehen wir, dass Cybersecurity 2026 einer der wichtigsten Treiber für Industrial Ethernet wird. Der Cyber Resilience Act tritt im Dezember 2027 in Kraft und wird direkt beeinflussen, ob Produkte mit digitalen Elementen auf dem EU-Markt platziert werden dürfen. Für Hersteller und Maschinenbauer heißt das: Cybersecurity muss als Engineering-Anforderung verstanden werden – und wenn sie vernachlässigt wird, hat das Konsequenzen. Security-by-Design, Schwachstellen Management und Lifecycle Support müssen deshalb von Anfang an in Geräte und Netzwerke eingebaut werden. In der Praxis bedeutet das, Ethernet-Komponenten auszuwählen, die auf IEC 62443-4-1 basierten Entwicklungsprozessen beruhen, und mit Lieferanten zu arbeiten, die diese Anforderungen ebenfalls erfüllen.

    Nils Buecker, Product Line Manager, Belden: Aus der aktuellen Arbeit mit unseren Partnern sehen wir, dass Cybersecurity 2026 einer der wichtigsten Treiber für Industrial Ethernet wird. Der Cyber Resilience Act tritt im Dezember 2027 in Kraft und wird direkt beeinflussen, ob Produkte mit digitalen Elementen auf dem EU-Markt platziert werden dürfen. Für Hersteller und Maschinenbauer heißt das: Cybersecurity muss als Engineering-Anforderung verstanden werden – und wenn sie vernachlässigt wird, hat das Konsequenzen. Security-by-Design, Schwachstellen Management und Lifecycle Support müssen deshalb von Anfang an in Geräte und Netzwerke eingebaut werden. In der Praxis bedeutet das, Ethernet-Komponenten auszuwählen, die auf IEC 62443-4-1 basierten Entwicklungsprozessen beruhen, und mit Lieferanten zu arbeiten, die diese Anforderungen ebenfalls erfüllen.

    Bild: Belden

  • Kurt Robert Hippler, Director Global Product Management, Harting: Ethernetbasierte Automatisierungssysteme wie EtherCAT, Ethernet/IP und Profinet sind weiterhin stark auf dem Vormarsch. Die zuverlässige und sichere Funktion dieser Systeme basiert auf einer leistungsfähigen, industrietauglichen Verkabelungsinfrastruktur – einer zentralen Kernkompetenz von Harting. Wir begleiten Hersteller von Automatisierungskomponenten von der ersten Produktidee bis zur Serienfertigung mit passgenauer Verbindungstechnik im Gerät sowie mit leistungsfähigen Schnittstellen für Energie und Daten. Unser Portfolio umfasst RJ45, den ix Industrial sowie Rundsteckverbinder aller Baugrößen. Für die Zukunft von Ethernet sind wir mit Single Pair Ethernet nach IEC 63171 6 bestens aufgestellt und aktiv an der Weiterentwicklung des Standards IEC 63171 7 beteiligt. Ergänzt wird das Angebot durch applikationsgerechte Systemverkabelung. Damit ist Harting der ideale Partner für Standard- und kundenspezifische Verbindungslösungen.

    Kurt Robert Hippler, Director Global Product Management, Harting: Ethernetbasierte Automatisierungssysteme wie EtherCAT, Ethernet/IP und Profinet sind weiterhin stark auf dem Vormarsch. Die zuverlässige und sichere Funktion dieser Systeme basiert auf einer leistungsfähigen, industrietauglichen Verkabelungsinfrastruktur – einer zentralen Kernkompetenz von Harting. Wir begleiten Hersteller von Automatisierungskomponenten von der ersten Produktidee bis zur Serienfertigung mit passgenauer Verbindungstechnik im Gerät sowie mit leistungsfähigen Schnittstellen für Energie und Daten. Unser Portfolio umfasst RJ45, den ix Industrial sowie Rundsteckverbinder aller Baugrößen. Für die Zukunft von Ethernet sind wir mit Single Pair Ethernet nach IEC 63171 6 bestens aufgestellt und aktiv an der Weiterentwicklung des Standards IEC 63171 7 beteiligt. Ergänzt wird das Angebot durch applikationsgerechte Systemverkabelung. Damit ist Harting der ideale Partner für Standard- und kundenspezifische Verbindungslösungen.

    Bild: Harting

  • Thomas Rauch, Chief Technology Officer (CTO), Hilscher: 2026 ist Industrial Ethernet endgültig eine Architekturfrage – und Cybersecurity ihr zentraler Bestandteil. Entscheidend ist nicht, welches Protokoll gewinnt, sondern wie Echtzeit/Determinismus, Multi-Vendor-Interoperabilität und Security-by-Design über den gesamten Lebenszyklus beherrscht werden. Durchsetzen werden sich multiprotokollfähige Kommunikationsplattformen, transparente Diagnose, SBOMs, Risikoanalysen und Update-Prozesse, mit denen große Geräteflotten ohne Zeitverzug abgesichert werden können. Im Brownfield heißt das: segmentieren, integrieren und schrittweise migrieren. Mit den CRA-Berichtspflichten ab 11. September 2026 und der vollen Anwendung ab 11. Dezember 2027 wird Cyber Resilience zur verbindlichen Produkteigenschaft. Aus meiner Sicht liegt der Schlüssel in updatefähiger, zertifizierbarer Gerätekommunikation.

    Thomas Rauch, Chief Technology Officer (CTO), Hilscher: 2026 ist Industrial Ethernet endgültig eine Architekturfrage – und Cybersecurity ihr zentraler Bestandteil. Entscheidend ist nicht, welches Protokoll gewinnt, sondern wie Echtzeit/Determinismus, Multi-Vendor-Interoperabilität und Security-by-Design über den gesamten Lebenszyklus beherrscht werden. Durchsetzen werden sich multiprotokollfähige Kommunikationsplattformen, transparente Diagnose, SBOMs, Risikoanalysen und Update-Prozesse, mit denen große Geräteflotten ohne Zeitverzug abgesichert werden können. Im Brownfield heißt das: segmentieren, integrieren und schrittweise migrieren. Mit den CRA-Berichtspflichten ab 11. September 2026 und der vollen Anwendung ab 11. Dezember 2027 wird Cyber Resilience zur verbindlichen Produkteigenschaft. Aus meiner Sicht liegt der Schlüssel in updatefähiger, zertifizierbarer Gerätekommunikation.

  • Thierry Bieber, Business Development Manager, HMS Networks: Industrial Ethernet konsolidiert sich – doch Vielfalt bleibt. Profinet und EtherNet/IP dominieren auf Linienebene, EtherCAT in hochdynamischen Anwendungen, OPC UA die IT-Anbindung. Die Realität: Multi-Protokoll bleibt Standard, insbesondere im Brownfield. Erfolgsfaktor 2026 ist nicht die Protokollwahl, sondern eine ganzheitliche Sicht auf die Kommunikation. Statt Vereinheitlichung zählt die gezielte Nutzung der jeweiligen Stärken. Integrationsschichten entkoppeln Netzwerke und schaffen dadurch nicht nur Flexibilität, sondern tragen auch zur Netzwerksicherheit bei. Konkret heißt das: Kommunikation über standardisierte Schnittstellen modular aufbauen, Protokolle gezielt nach Use Case einsetzen und Netzwerke auf Linienebene konsolidieren. Bestehende Anlagen werden über Gateways integriert statt ersetzt. Dieses Vorgehen reduziert Komplexität und schafft Zukunftssicherheit.

    Thierry Bieber, Business Development Manager, HMS Networks: Industrial Ethernet konsolidiert sich – doch Vielfalt bleibt. Profinet und EtherNet/IP dominieren auf Linienebene, EtherCAT in hochdynamischen Anwendungen, OPC UA die IT-Anbindung. Die Realität: Multi-Protokoll bleibt Standard, insbesondere im Brownfield. Erfolgsfaktor 2026 ist nicht die Protokollwahl, sondern eine ganzheitliche Sicht auf die Kommunikation. Statt Vereinheitlichung zählt die gezielte Nutzung der jeweiligen Stärken. Integrationsschichten entkoppeln Netzwerke und schaffen dadurch nicht nur Flexibilität, sondern tragen auch zur Netzwerksicherheit bei. Konkret heißt das: Kommunikation über standardisierte Schnittstellen modular aufbauen, Protokolle gezielt nach Use Case einsetzen und Netzwerke auf Linienebene konsolidieren. Bestehende Anlagen werden über Gateways integriert statt ersetzt. Dieses Vorgehen reduziert Komplexität und schafft Zukunftssicherheit.

    Bild: HMS

  • Jonas Roski, Product Manager HMI & PLC, Mitsubishi Electric Industrial Automation: Industrial Ethernet ist bei Mitsubishi Electric fester Bestandteil der Automatisierungsarchitektur auf der OT‑Ebene und Grundlage für die durchgängige IT‑Anbindung. CC‑Link IE TSN kombiniert deterministische Echtzeitkommunikation mit Gigabit‑Bandbreite und standardisiertem Ethernet. Dies ermöglicht echte Multi‑Vendor‑Integration sowie die Konvergenz von IT‑ und OT‑Netzen. Motion, Safety, Vision, Diagnose und Standard‑Ethernet‑Daten laufen in einem gemeinsamen Netzwerk mit klar definierten Kommunikationsstrukturen. Das Resultat sind reproduzierbare Performance, ein schlankes Netzwerkdesign, integrierte Diagnose‑ und Security‑Funktionen sowie die einfache Einbindung und Erweiterung von Bestandsanlagen im Brownfield.

    Jonas Roski, Product Manager HMI & PLC, Mitsubishi Electric Industrial Automation: Industrial Ethernet ist bei Mitsubishi Electric fester Bestandteil der Automatisierungsarchitektur auf der OT‑Ebene und Grundlage für die durchgängige IT‑Anbindung. CC‑Link IE TSN kombiniert deterministische Echtzeitkommunikation mit Gigabit‑Bandbreite und standardisiertem Ethernet. Dies ermöglicht echte Multi‑Vendor‑Integration sowie die Konvergenz von IT‑ und OT‑Netzen. Motion, Safety, Vision, Diagnose und Standard‑Ethernet‑Daten laufen in einem gemeinsamen Netzwerk mit klar definierten Kommunikationsstrukturen. Das Resultat sind reproduzierbare Performance, ein schlankes Netzwerkdesign, integrierte Diagnose‑ und Security‑Funktionen sowie die einfache Einbindung und Erweiterung von Bestandsanlagen im Brownfield.

    Bild: Mitsubishi Electric

  • Philipp Jauch, Industry Marketing Manager, Industrial Automation, Moxa Europe: 2026 setzen sich im Industrial Ethernet vor allem ganzheitliche Security Ansätze durch. Getrieben durch den Cyber Resilience Act rücken strukturierte Risikoanalysen für Maschinen und Anlagen in den Fokus. Bewährte Architekturprinzipien wie segmentierte Netze nach dem Site Zone Cell Modell, der Einsatz industrieller Firewalls sowie Intrusion Prevention Systeme mit Virtual Patching zum Schutz von Legacy HMIs werden in der industriellen Praxis zunehmend verbindlich und etablieren sich als Standard. Ergänzt durch sauber geplante VLAN Konzepte lassen sich Sicherheit und Stabilität auch im Brownfield deutlich erhöhen. Cybersecurity wird so vom reinen Kostenfaktor zu einem integrierten Qualitäts- und Differenzierungsmerkmal.

    Philipp Jauch, Industry Marketing Manager, Industrial Automation, Moxa Europe: 2026 setzen sich im Industrial Ethernet vor allem ganzheitliche Security Ansätze durch. Getrieben durch den Cyber Resilience Act rücken strukturierte Risikoanalysen für Maschinen und Anlagen in den Fokus. Bewährte Architekturprinzipien wie segmentierte Netze nach dem Site Zone Cell Modell, der Einsatz industrieller Firewalls sowie Intrusion Prevention Systeme mit Virtual Patching zum Schutz von Legacy HMIs werden in der industriellen Praxis zunehmend verbindlich und etablieren sich als Standard. Ergänzt durch sauber geplante VLAN Konzepte lassen sich Sicherheit und Stabilität auch im Brownfield deutlich erhöhen. Cybersecurity wird so vom reinen Kostenfaktor zu einem integrierten Qualitäts- und Differenzierungsmerkmal.

    Bild: Moxa

  • Dominik Matura, Teamleiter Technischer Applikationstest, Murrelektronik: Industrial Ethernet entscheidet sich 2026 an der Architektur, nicht am Protokoll. Durchgängigkeit bis zum Sensor erreichen wir über Single Pair Ethernet – ohne Medienbrüche und mit weniger Kabeln. Ein offenes Netz muss segmentiert und überwachbar sein: Wir setzen auf Security-by-Design nach IEC 62443, mit Managed Switches, Zonenbildung und authentifizierter Kommunikation. Im Brownfield zählt Interoperabilität: Multi-Protokoll-fähige IP67-Feldswitche bedienen Profinet und EtherNet/IP mit einer Hardware – weniger Lagervarianten, mehr Flexibilität für den Maschinenbauer. Best Practice 2026 ist nicht das eine Protokoll, sondern eine offene, durchgängige Infrastruktur – die Echtzeit, Interoperabilität und Security von der Leitebene bis ins Feld bringt.

    Dominik Matura, Teamleiter Technischer Applikationstest, Murrelektronik: Industrial Ethernet entscheidet sich 2026 an der Architektur, nicht am Protokoll. Durchgängigkeit bis zum Sensor erreichen wir über Single Pair Ethernet – ohne Medienbrüche und mit weniger Kabeln. Ein offenes Netz muss segmentiert und überwachbar sein: Wir setzen auf Security-by-Design nach IEC 62443, mit Managed Switches, Zonenbildung und authentifizierter Kommunikation. Im Brownfield zählt Interoperabilität: Multi-Protokoll-fähige IP67-Feldswitche bedienen Profinet und EtherNet/IP mit einer Hardware – weniger Lagervarianten, mehr Flexibilität für den Maschinenbauer. Best Practice 2026 ist nicht das eine Protokoll, sondern eine offene, durchgängige Infrastruktur – die Echtzeit, Interoperabilität und Security von der Leitebene bis ins Feld bringt.

    Bild: Murrelectronik

  • Harald Müller, Mitglied im Vorstand, PI (Profibus & Profinet International):  Industrial Ethernet ist heute als Systemarchitektur in Brownfield und Greenfield Anlagen etabliert. Gefordert sind Lösungen, die Determinismus, einfache Integration und globale Verfügbarkeit ermöglichen – vom Maschinenmodul bis zur Prozessanlage. Entscheidend ist dabei das Gesamtsystem: Offenheit und echte Interoperabilität durch Profile, Zertifizierung und Multivendor Ökosysteme schaffen die Basis. Security by Design – vom Gerät über das Netzwerk bis zur IT Integration – ist Grundanforderung, während hohe Usability hilft, steigende Komplexität zu beherrschen. Für nachhaltigen Erfolg sind schrittweise Migration, nahtlose Engineering Integration und rückwärtskompatible Geräte entscheidend. Profinet verbindet Automatisierung, IT und Security zu einer offenen, praxistauglichen Architektur.

    Harald Müller, Mitglied im Vorstand, PI (Profibus & Profinet International): Industrial Ethernet ist heute als Systemarchitektur in Brownfield und Greenfield Anlagen etabliert. Gefordert sind Lösungen, die Determinismus, einfache Integration und globale Verfügbarkeit ermöglichen – vom Maschinenmodul bis zur Prozessanlage. Entscheidend ist dabei das Gesamtsystem: Offenheit und echte Interoperabilität durch Profile, Zertifizierung und Multivendor Ökosysteme schaffen die Basis. Security by Design – vom Gerät über das Netzwerk bis zur IT Integration – ist Grundanforderung, während hohe Usability hilft, steigende Komplexität zu beherrschen. Für nachhaltigen Erfolg sind schrittweise Migration, nahtlose Engineering Integration und rückwärtskompatible Geräte entscheidend. Profinet verbindet Automatisierung, IT und Security zu einer offenen, praxistauglichen Architektur.

    Bild: PNO

  • Frank Schewe, Vice President Automation Infrastructure, Phoenix Contact: Neue gesetzliche Anforderungen der EU wie die NIS-2-Richtlinie, der Cyber Resilience Act (CRA) sowie die Maschinenverordnung erfordern heute effektive Security-Konzepte für bestehende und neu zu planende Automatisierungsnetze. Dabei ermöglicht das Architekturprinzip der Netzwerksegmentierung die Bildung von abgegrenzten, sicheren Automatisierungszellen. Dort lassen sich neben sicheren Kommunikationsprotokollen auch nicht-sichere Legacy-Systeme weiterverwenden. Hierbei übernehmen dedizierte Security Appliances die Kernfunktionen der Cyber Security. Dazu gehören zum Beispiel Firewalls, IP-Routing, NAT und VPN-Gateways, die sich an den Übergabestellen zwischen den Zellen und zur IT-Infrastruktur des Betreibers befinden. Die sichere Auslegung der Zelleninfrastruktur wird häufig flankiert durch die Verwendung von Managed Switches mit Port-basierten VLANs und Security-Funktionen. So können der Anschluss von freigegebenen Endgeräten an das Netzwerk sowie die Verteilung der Informationen fein abgestuft gesteuert und überwacht werden. Abgesehen von der Cyber Security im Netzwerk erhöht dies ebenfalls die Performance und Wartung der Anlagen im Vergleich zu großen, flachen Netzwerken, bei denen beispielsweise Broadcast-Stürme den Betrieb stören können. Neben der erforderlichen Hardware zum Aufbau des Netzwerks unterstützt Phoenix Contact die Anwender bei der Durchführung von Bedrohungs- und Risikoanalysen. Ergänzt wird dies durch Blaupausen für Netzwerke, die individuell angepasst für die eigene Applikation eingesetzt werden können.

    Frank Schewe, Vice President Automation Infrastructure, Phoenix Contact: Neue gesetzliche Anforderungen der EU wie die NIS-2-Richtlinie, der Cyber Resilience Act (CRA) sowie die Maschinenverordnung erfordern heute effektive Security-Konzepte für bestehende und neu zu planende Automatisierungsnetze. Dabei ermöglicht das Architekturprinzip der Netzwerksegmentierung die Bildung von abgegrenzten, sicheren Automatisierungszellen. Dort lassen sich neben sicheren Kommunikationsprotokollen auch nicht-sichere Legacy-Systeme weiterverwenden. Hierbei übernehmen dedizierte Security Appliances die Kernfunktionen der Cyber Security. Dazu gehören zum Beispiel Firewalls, IP-Routing, NAT und VPN-Gateways, die sich an den Übergabestellen zwischen den Zellen und zur IT-Infrastruktur des Betreibers befinden. Die sichere Auslegung der Zelleninfrastruktur wird häufig flankiert durch die Verwendung von Managed Switches mit Port-basierten VLANs und Security-Funktionen. So können der Anschluss von freigegebenen Endgeräten an das Netzwerk sowie die Verteilung der Informationen fein abgestuft gesteuert und überwacht werden. Abgesehen von der Cyber Security im Netzwerk erhöht dies ebenfalls die Performance und Wartung der Anlagen im Vergleich zu großen, flachen Netzwerken, bei denen beispielsweise Broadcast-Stürme den Betrieb stören können. Neben der erforderlichen Hardware zum Aufbau des Netzwerks unterstützt Phoenix Contact die Anwender bei der Durchführung von Bedrohungs- und Risikoanalysen. Ergänzt wird dies durch Blaupausen für Netzwerke, die individuell angepasst für die eigene Applikation eingesetzt werden können.

    Bild: Phoenix Contact

  • Jens Geider, Portfolio Owner SCALANCE, Siemens: Industrielle Automatisierungsnetze stehen vor wachsenden Anforderungen: Echtzeit, Interoperabilität und Security müssen gleichzeitig erfüllt werden. Time-Sensitive Networking (TSN) macht Standard-Ethernet zur deterministischen Plattform für zeitkritische Aufgaben wie Motion Control und funktionale Sicherheit. Moderne Redundanzprotokolle wie PRP und HSR verbinden bewährte IT-Strukturen mit hochverfügbaren OT-Netzen bis auf Feldebene. Security-by-Design – von Intrusion Detection bis Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – ist dabei Grundvoraussetzung. Diese Technologien greifen ineinander und lassen sich auch im Brownfield schrittweise einführen – so entsteht eine resiliente, zukunftsfähige Netzinfrastruktur, die den steigenden Anforderungen der industriellen Automatisierung dauerhaft gerecht wird.

    Jens Geider, Portfolio Owner SCALANCE, Siemens: Industrielle Automatisierungsnetze stehen vor wachsenden Anforderungen: Echtzeit, Interoperabilität und Security müssen gleichzeitig erfüllt werden. Time-Sensitive Networking (TSN) macht Standard-Ethernet zur deterministischen Plattform für zeitkritische Aufgaben wie Motion Control und funktionale Sicherheit. Moderne Redundanzprotokolle wie PRP und HSR verbinden bewährte IT-Strukturen mit hochverfügbaren OT-Netzen bis auf Feldebene. Security-by-Design – von Intrusion Detection bis Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – ist dabei Grundvoraussetzung. Diese Technologien greifen ineinander und lassen sich auch im Brownfield schrittweise einführen – so entsteht eine resiliente, zukunftsfähige Netzinfrastruktur, die den steigenden Anforderungen der industriellen Automatisierung dauerhaft gerecht wird.

    Bild: Siemens

  • Manuel Rüter, Senior Principal of Technology, Standardization und Consortia, TE Connectivity: Industrial Ethernet ist 2026 das Rückgrat der in der Praxis umgesetzten Industrie 4.0 Anwendungen. Durchgängige Vernetzung, Echtzeitfähigkeit und interoperable Architekturen sind flächendeckend in der industriellen Automatisierung etabliert. Technologien wie TSN ermöglichen deterministische Kommunikation über Standard Ethernet, während OPC UA ein einheitliches, herstellerübergreifendes Kommunikationsfundament schafft. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Verbindungstechnik. Egal ob auf M17 -M40 Steckverbindern basierende One-Cable-Automation, Standard-Ethernet über RJ45 und M12 Steckverbinder oder Single Pair Ethernet spezifische Lösungen, neue und bestehende Technologie entwickelt sich für die Anforderungen in der Praxis weiter und garantieren dabei eine Interoperabilität mit installierter Basis. So werden die wichtigen Trendthemen „Miniaturisierung, Modularisierung und Dezentralisierung“ im Greenfield als auch im Brownfield adressiert. In 2026 wird Industrial Ethernet seinen Siegeszug als tragfähige Basis für skalierbare und zukunftssichere Automatisierungsarchitekturen weiter ausbauen.

    Manuel Rüter, Senior Principal of Technology, Standardization und Consortia, TE Connectivity: Industrial Ethernet ist 2026 das Rückgrat der in der Praxis umgesetzten Industrie 4.0 Anwendungen. Durchgängige Vernetzung, Echtzeitfähigkeit und interoperable Architekturen sind flächendeckend in der industriellen Automatisierung etabliert. Technologien wie TSN ermöglichen deterministische Kommunikation über Standard Ethernet, während OPC UA ein einheitliches, herstellerübergreifendes Kommunikationsfundament schafft. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Verbindungstechnik. Egal ob auf M17 -M40 Steckverbindern basierende One-Cable-Automation, Standard-Ethernet über RJ45 und M12 Steckverbinder oder Single Pair Ethernet spezifische Lösungen, neue und bestehende Technologie entwickelt sich für die Anforderungen in der Praxis weiter und garantieren dabei eine Interoperabilität mit installierter Basis. So werden die wichtigen Trendthemen „Miniaturisierung, Modularisierung und Dezentralisierung“ im Greenfield als auch im Brownfield adressiert. In 2026 wird Industrial Ethernet seinen Siegeszug als tragfähige Basis für skalierbare und zukunftssichere Automatisierungsarchitekturen weiter ausbauen.

    Bild: TE Connectivity

  • Sebastian Stelzer, Groupleader Productmanagement Industrial Ethernet, Weidmüller: 2026 setzt sich im Industrial Ethernet weniger die nächste Protokollgeneration durch als eine saubere Architektur. Entscheidend sind klar segmentierte Netze mit definierten Zonen und Übergängen – für Security ebenso wie für stabile Echtzeitkommunikation. In der Praxis zählen robuste Standardkomponenten, klare Zuständigkeiten und einfache Konzepte, die auch im Brownfield verwaltbar bleiben. Security entsteht nicht durch Zusatzfunktionen, sondern durch Segmentierung, sichere Produktentwicklung und saubere Betriebsprozesse. Der Maßstab ist nicht technologische Eleganz, sondern Verfügbarkeit, Wartbarkeit und Risikomanagement im Lebenszyklus.

    Sebastian Stelzer, Groupleader Productmanagement Industrial Ethernet, Weidmüller: 2026 setzt sich im Industrial Ethernet weniger die nächste Protokollgeneration durch als eine saubere Architektur. Entscheidend sind klar segmentierte Netze mit definierten Zonen und Übergängen – für Security ebenso wie für stabile Echtzeitkommunikation. In der Praxis zählen robuste Standardkomponenten, klare Zuständigkeiten und einfache Konzepte, die auch im Brownfield verwaltbar bleiben. Security entsteht nicht durch Zusatzfunktionen, sondern durch Segmentierung, sichere Produktentwicklung und saubere Betriebsprozesse. Der Maßstab ist nicht technologische Eleganz, sondern Verfügbarkeit, Wartbarkeit und Risikomanagement im Lebenszyklus.

    Bild: Weidmüller

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