Während Auslandsorders stiegen, blieben inländische Investitionen unter Vorjahresniveau.

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Maschinen- und Anlagenbau Überraschende Entwicklung für Auftragseingang aus dem Ausland

11.11.2022

Zum Ende des Sommers konnten die Maschinen- und Anlagenbauer ihre Auftragsbücher überraschend ein weiteres Mal füllen. Nachdem die Bestellungen im August preisbereinigt bereits wieder das Vorjahresniveau erreichten, legten sie im September sogar um real 5 Prozent zu.

Der Anstieg der Aufträge geht allein auf die Auslandsorders zurück, die um 8 Prozent stiegen. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern (plus 9 Prozent) und Nicht-Euro-Ländern (plus 8 Prozent) lagen dabei fast gleichauf. „Aus dieser erfreulichen Entwicklung sollte jedoch nicht vorschnell der Beginn eines neuen Wachstumstrends gefolgert werden – dazu sind die globalen wirtschaftlichen Belastungen zu hoch. Dies zeigt sich auch im Investitionsverhalten der inländischen Kunden, ihre Bestellungen blieben im September um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Auftragseingänge 2022

Für die ersten neun Monate 2022 verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer ein Plus im Auftragseingang von real 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch hier wiesen die Inlandsbestellungen (minus 3 Prozent) auf die zunehmenden Belastungen hin, während die Auslandsorders noch um 2 Prozent über dem Vorjahr lagen. Die Euro-Länder (plus 5 Prozent) zeigten in dieser Zeitspanne mehr Dynamik als die Nicht-Euro-Länder (plus 1 Prozent). „Der bisherige Jahresverlauf macht uns Hoffnung, dass unsere Industrie das für das laufende Jahr angestrebte Produktionswachstum von 1 Prozent erreichen wird“, sagte Dr. Wiechers.

Für den Drei-Monats-Zeitraum Juli bis September 2022 ist das Bild aufgrund eines schwachen Quartalsbeginns getrübter: Die Aufträge sanken um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Inlandsbestellungen gingen um 9 Prozent zurück, die Auslandsorders lagen um 1 Prozent unter Vorjahreswert. Während aus den Euro-Ländern 7 Prozent mehr Bestellungen kamen, sanken die Aufträge aus den Nicht-Euro-Ländern um 4 Prozent.

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