Die hochautomatisierten Transportfahrzeuge sollen ihre Routenplanung auch ohne physische Leitliniensysteme durchführen können.

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Selbstlernendes System wird entwickelt Transportsystem fährt ohne physische Leitlinien

29.05.2020

Ein hochautomatisiertes Transportsystem, das Routen ohne physische Leitlinien planen kann, wird derzeit an der Fakultät Fahrzeugtechnik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften von einem Projektteam unter der Leitung der Professoren Dr. Harald Bachem und Dr. Bernd Lichte entwickelt.

Die Erkenntnisse aus diesem und anderen Forschungsprojekten finden unmittelbar Einzug in die Lehrveranstaltungen der beiden oben genannten Professoren, sodass Studierende der Fahrzeugtechnik eine praxis- und forschungsnahe Ausbildung auf den Gebieten der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit sowie der Regelungstechnik erhalten.

Auf Basis dieser und weiterer Forschungsprojekte ist das Institut für Fahrzeugbau Wolfsburg (IFBW) in den Bereichen der Robotik, Sensorik und fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) als Kompetenzstandort der Initiative I4.0-Testumgebungen für KMU (I4KMU) gelistet, welche von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Routen ohne Leitliniensyteme

Im Projekt Selbstlernendes Transportsystem SeLeTraSys arbeitet das Team an hochautomatisierten Transportfahrzeugen, die ihre Routenplanung ohne physische Leitliniensysteme durchführen können. Vergleichbare Systeme arbeiten derzeit auf der Basis von reflektierenden, auf dem Boden aufgeklebten, Linienführungen oder anhand von induktiven Leiterbahnen.

Einsatz finden Systeme dieser Art beispielsweise in Logistik- und Produktionsumgebungen. Die Koordination der miteinander interagierenden Transportfahrzeuge erfolgt üblicherweise über eine zentrale Steuereinheit, welche Kollisionen der Fahrzeuge vorbeugt.

„Der Impuls, der zu der Bearbeitung dieses Projektes führte, ist der finanzielle und arbeitstechnische Aufwand bei der Umstrukturierung des Einsatzbereichs eines solchen Systems. Wird beispielsweise die Produktionsumgebung umgestellt, so müssen auch die Linienführungen entsprechend den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Aus diesem Grund wird in dem oben genannten Projekt die Auslegung eines flexibleren Systems untersucht, welches unabhängig von solch externen Einflüssen kontinuierlich operieren kann“, berichtet Ingenieur Christoph Rohmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IFBW der Fakultät Fahrzeugtechnik und Student im Masterstudiengang Fahrzeugsystemtechnologien.

Abschluss bis Juli 2021

Gefördert wird das Projekt mit rund 296.000 Euro vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Götting KG. „Mit diesem industriellen Projektpartner haben wir ein Unternehmen an unserer Seite, das bereits langjährige Erfahrung im Umgang mit hochautomatisierten Transportfahrzeugen hat. Neben der Entwicklung eigener Sensortechnologien hat sich das Unternehmen auf den Bereich der Transportsysteme mit fahrerlosen Seriennutzfahrzeugen im Außenbereich spezialisiert“, berichtet die Projektleitung.

Der Projektstart fand im August 2018 statt. Mit einer Laufzeit von drei Jahren soll der geplante Projektabschluss im Juli 2021 sein.

Bildergalerie

  • Der Prototyp des im Projekt behandelten Transpotfahrzeugs.

    Bild: Ostfalia

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