Für das Ladepark-Projekt am Autobahnkreuz Hilden liefert Tesvolt die Stromspeicher. Hier zu sehen sind die Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Daniel Hannemann (links) und Simon Schandert.

Bild: Dirk Bruniecki

Elektromobilität Stromspeicher für Europas größten Ladepark

29.04.2020

Ein deutscher Hersteller liefert Stromspeicher-Container mit einer Gesamtkapazität von 2 MWh für den Ladepark am Autobahnkreuz Hilden. Künftig werden E-Auto-Fahrer ihre Fahrzeuge hier an insgesamt 114 Ladeplätzen verschiedener Betreiber aufladen können.

Rund 235.000 Fahrzeuge passieren den Autobahn-Knotenpunkt Kreuz Hilden zwischen A3 und A46 in Nordrhein-Westfalen täglich. Hier entsteht auf 12.000 m2 Fläche das größte Ladepark-Projekt Europas. An 62 Schnellladeplätzen von Tesla und Fastned können Elektrofahrzeuge ihren Akku mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW aufladen. Dazu kommen weitere acht öffentliche Ladeplätze mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW und 44 Ladeplätze für Mitarbeiter und Mieter, die der Bio-Bäcker Roland Schüren selbst betreibt.

Stromspeicher schnell be- und entladen

Teil des Ladeparks werden auch die Batteriespeicher des Wittenberger Herstellers Tesvolt sein. Sie sollen einerseits Strom aus der über 700 kWp großen Photovoltaikanlage und zwei kleinen Windkraftanlagen zwischenspeichern, um teure Lastspitzen zu kappen, andererseits aber auch grünen Strom aus dem Netz speichern, wenn er besonders günstig ist, und das Stromnetz entlasten, wenn mehr Strom im Netz ist, als abgenommen wird.

Gregor Hinz, Energieberater und technischer Generalplaner des Projekts, geht davon aus, dass sich die beiden Speicher bereits nach wenigen Jahren amortisiert haben werden. Im Rahmen des Förderprogramms progres.nrw wird das Land Nordrhein-Westfalen zudem einen Teil der Investitionskosten übernehmen.

„Natürlich ist für einen Ladepark besonders wichtig, dass die Speicher jederzeit und schnell be- und entladen werden können, das schaffen aktuell nur wenige Speicherprodukte“, sagt Hinz. Drei Gewerbespeicher-Hersteller hatte Hinz in der engeren Auswahl für das Ladepark-Projekt. Tesvolt habe sich am Ende durchgesetzt, weil der Speichercontainer TPS Flex sehr viel Leistung auf verhältnismäßig kleinem Raum biete und als einer der wenigen auf dem Markt die hohen technischen Anforderungen erfüllen konnte.

Nachhaltige Backstube am Ladepark

Während des Ladevorgangs können Autofahrer das Bäckerei-Cafe-Bistro mit eigener Bio-Backstube nutzen oder das vertikale Gewächshaus besuchen, das sich auf 1.000 m2 über vier Stockwerke erstreckt. Hier werden Salat, Erdbeeren und Blaubeeren für den Bedarf der Bäckerei kultiviert. Die Abwärme der Backstube wird für Heizung, Warmwasser und das Vertical Farming genutzt.

„Den Klimawandel bekommen auch wir Bäcker ganz konkret zu spüren“, berichtet Bäckermeister Roland Schüren. „Die Trockenheit der letzten Jahre führt dazu, dass das Mehl unserer Bio-Landwirte sich viel schwerer verarbeiten lässt. Mit dem Ladepark Seed & Greet will ich zeigen, dass Klimaschutz nicht nur ein ökologisches Muss ist, sondern dass er sich auch ökonomisch rechnet.“

Der Unternehmer hat seine Backstube am Standort Hilden vor zwölf Jahren auf ein ganzheitliches Energiekonzept umgestellt und dafür auch mehrere Auszeichnungen erhalten. Mit Erdgas- und Elektroautos beliefert er 20 Filialen mit seinen Backwaren und beschäftigt insgesamt 260 Mitarbeiter. Nun hat er mit dem Ladepark Seed & Greet ein weiteres Projekt in Angriff genommen.

Der erste Bauabschnitt mit etwa der Hälfte der Ladesäulen soll im August 2020 eingeweiht werden.

Bildergalerie

  • Bislang noch eine Baustelle: Hier entsteht derzeit Europas größter Ladepark für Elektrofahrzeuge.

    Bild: Roland Schüren, Ihr Bäcker Schüren

  • Gregor Hinz ist technischer Generalplaner und Energieberater des Ladepark-Projekts.

    Bild: Voltego

  • Der Stromspeicher-Container von Tesvolt konnte sich in der engeren Auswahl gegen zwei andere Produkte durchsetzen.

    Bild: Tesvolt

  • „Mit dem Ladepark Seed & Greet will ich zeigen, dass Klimaschutz nicht nur ein ökologisches Muss ist, sondern dass er sich auch ökonomisch rechnet“, sagt Roland Schüren, Betreiber des Ladeparks Kreuz Hilden und Bio-Bäckermeister.

    Bild: Ihr Bäcker Schüren

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