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Eberhard Klotz ist Head of Industry 4.0 Campaign bei Festo.

Bild: Festo

Interview von Festo über Industrie 4.0 „Schluss mit Theorie“

14.05.2018

Bei Festo geht es nicht nur um Pneumatik, das Unternehmen treibt die Standardisierung von Industrie 4.0 maßgeblich voran und bietet reale und ganzheitliche Lösungen an. Im Gespräch mit A&D erläutert Eberhard Klotz, Head of Industry 4.0 Campaign, warum Festo der ideale Partner für eine erfolgreiche Digitalisierung der Produktion ist.

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A&D:

In kurzen Worten: Was bedeutet Industrie 4.0 für Festo?

Klotz:

Festo betrachtet den Wandel in der Produktionswelt ganzheitlich und bezieht neben der Technologie auch die Interaktion zwischen Mensch und Technik sowie Ausbildung und Qualifizierung ein. Industrie 4.0 geht von Fertigungslösungen für kleiner werdende Losgrößen über höhere Verfügbarkeit von Maschinen durch Predictive Maintenance bis hin zur Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Prozessoptimierung. Hinzu kommen Veränderungen bei Engineering-Prozessen, wie beispielsweise das Planen von Maschinen und Anlagen mit den digitalen Zwillingen. Ein entscheidender Faktor der Digitalisierung aller Prozesse ist auch: wie lassen sich diese Daten weiter für neue Geschäftsmodelle nutzen. Es geht also um die Verzahnung der Schnittstellen Kunde, Produktion und Logistik. Alle Aspekte bringen wir gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.

Festo verbinden aber viele traditionell mit Pneumatik. Wird das Unternehmen vielerorts unterschätzt, welche Innovationskraft und Lösungsangebote Sie für Industrie 4.0 haben?

Wir haben tatsächlich eine zweigleisige Wahrnehmung. Es gibt viele Kunden, die uns traditionell mit Pneumatik verbinden; was auch gut ist. In der Pneumatik liegen unsere Wurzeln. Wir forschen und entwickeln hier auch intensiv weiter und haben unverändert viele Erfolge mit pneumatischen Lösungen. Allerdings wird Festo auch stark steigend für Lösungen rund um Industrie 4.0 wahrgenommen. Wir haben nicht nur reale Produkte, sondern können diese auch im Einsatz in unserer Technologiefabrik in Scharnhausen den Kunden zeigen. Durch unsere seit Jahren bestehende Beraterfunktion bei der Bundesregierung für die Plattform Industrie 4.0 besitzen wir hier zusätzlich ein sehr gutes Standing und können Technologien maßgeblich vorantreiben.

Als Berater der Bundesregierung für die Plattform Industrie 4.0 haben Sie großen Einfluss, wo die Richtung hingeht. Was ist Ihr zentrales Anliegen?

Wir sind davon überzeugt, dass wir nur mit der Standardisierung wirklich weiterkommen. Nur durch Standards können zwischen den verschiedenen Herstellern Synergien entstehen. Einheitliche Schnittstellen helfen uns, Daten aus der Produktion, Logistik und vom Kunden einfacher auszuwerten und daraus Mehrwerte wieder zu schaffen. Nur so können beispielsweise Daten aus der Produktion problemlos über Algorithmen in der Cloud analysiert und verknüpft werden. Standardisierung reduziert für den Anwender den Aufwand und die Kosten erheblich und nimmt ihm die Scheu, in Industrie 4.0 zu investieren. Zusätzlich nutzen wir unsere Beratungsfunktion, um uns für Weiterbildungskonzepte der neuen Mensch-Maschine-Interaktion zu engagieren.

Können sich Kunden durch Ihre Beraterrolle sicher sein, dass Festo vollständig auf Standards setzt?

Genau! Kunden müssen beim Einsatz von Lösungen für die Produktion sicher sein, flexibel Produkte verschiedener Hersteller einfach kombinieren zu können. Wir wollen unsere Kunden nicht durch proprietäre Schnittstellen an Festo ketten, sondern durch unsere Offenheit und Interoperabilität, verbunden mit der von Festo gewohnten hohen Qualität, Zuverlässigkeit und Innovationskraft.

In die Industrie-4.0-Strategie von Festo gehören auch modulare Maschinenkonzepte. Muss so die Fabrik der Zukunft aufgebaut sein?

Wir gehen davon aus, dass in Zukunft in vielen Branchen die Kunden individuellere Produkte fordern. Für die Herstellung braucht man dann Maschinen und Fertigungseinrichtungen, die das können. Genau deshalb bieten wir schon jetzt mechatronische Subsysteme inklusive Steuerung an, die zum Beispiel eine Beladefunktion oder Sortierfunktion haben. Damit lassen sich Maschinenkonzepte aufbauen, die ein modulares Design mit autarken Funktionsblöcken haben. Später im Produktionsprozess sind damit einfache und flexible Anpassungen möglich. Wir fertigen parallel aber auch Produkte und Lösungen, die den Massenmarkt bedienen und auf hohen Durchsatz getrimmt sind. Es wird eine Zweigleisigkeit geben, sowohl im Markt, als auch bei uns im Portfolio. Wir bieten Kunden beides an, die anspruchsvolle und flexible Hochtechnologie auf der einen Seite und das einfache pneumatische oder elektrische Bewegen von Teilen auf der anderen Seite.

Maschinenbauer benötigen oft mehr Softwarekompetenz. Unterstützen sie Kunden mit fertigen Softwaremodulen?

Auf jeden Fall, denn unsere Kunden sollen sich auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Wir bieten ein komplettes Kit an, bei dem man von der Mechanik über elektrischen Regler und Motoren bis hin zur Steuerung alles mit fertigen Softwaremodulen steuern kann. Natürlich kann der Kunde auch alles selber programmieren, denn unsere Lösungen setzen hier ebenfalls auf Standards.

Mit Festo Didactic bieten Sie aber auch Trainings und Consulting für den Umgang mit neuen Technologien an?

Es ist wichtig, die Hemmschwelle für Industrie 4.0 abzubauen und die Mitarbeiter früh zu sensibilisieren. Unsere Dienstleistung umfasst mehrere Gebiete. Das beginnt mit einer Analyse, bis zu welchem Grad Produkte und Maschinen von Kunden Industrie-4.0-fähig sind. Dann gibt es reines Technologie-Training für beispielsweise I/O-Link, OPC UA, Augmented Reality oder wie bringe ich Daten in die Cloud. Mindestens genauso wichtig ist die Beratung bei prozessualen Themen für die Digital Factory. Hier bieten wir Hilfe für die Optimierung ganzheitlicher Prozesse einschließlich der Materialflüsse und Logistik an – wie lassen sich beispielsweise auch papiergebundene Prozesse digitalisieren. Unserer eigenen Erfahrung nach liegt genau dort großes Einsparpotenzial vergraben.

Warum sollen Kunden Festo als Partner für Industrie-4.0-Projekte wählen?

Wir können ganz konkret aus der Praxis für die Praxis beraten und reale Lösungen anbieten. Durch unsere Sonderrolle als Berater der Bundesregierung wissen wir sehr frühzeitig, welche Technologien sich auf dem Markt etablieren werden und Kundennutzen bringen. Hinzu kommen bereits 30 Jahre Erfahrung mit Feldbus-Technologien. Bei Industrie 4.0 haben wir also eine Innovationsführerrolle und können gleichzeitig beurteilen, was sinnvoll und wirtschaftlich ist. Ich sehe Festo damit als herausragenden Partner nicht nur für die deutsche Industrie, sondern für alle weltweiten Kunden.

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