Die NAOs mussten in Hamburg mit teils schwierigen, sich permanent ändernden Lichtverhältnissen zurechtkommen.

Bild: Finn Ewers

Deutschlands beste Roboterkicker RoboCup German Open 2022: Amtierender Weltmeister siegt in Hamburg

20.04.2022

Nach zweijähriger Pause trafen sich die Teams der Standard-Plattform-Liga in der Handelskammer Hamburg, um beim German Open Replacement Event (GORE), eines von fünf dezentral organisierten Events der RoboCup German Open 2022, Deutschlands beste Roboterkicker zu ermitteln. Ohne auch nur ein einziges Gegentor zu kassieren, gelang es B-Human, dem Team der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, einmal mehr, den Titel nach Bremen zu holen.

Im ersten Präsenzturnier seit über zwei Jahren dominierte B-Human zunächst die Gruppenphase und später auch die Entscheidungsspiele bis zum Finale. Mit insgesamt 58:0 Toren blieben die Bremer NAO-Roboter in acht Spielen ohne Gegentor.

Unter zum Teil schwierigen Lichtverhältnissen mit gleißendem Sonnenlicht auf dem Feld zeigte sich das Team zweikampfstark und konnte durch schöne Pässe überzeugen. Im Finale gegen die HTWK Robots aus Leipzig führte ein solcher Pass gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit zum 2:0 und leistete damit einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zum 4:0-Endstand.

Auch virtuelle Beteiligung

An dem als offizielles RoboCup-Event veranstalteten GORE 2022 nahmen sieben Teams in Präsenz und zwei Mannschaften virtuell teil. Letztere ließen ihre Software auf Robotern laufen, welche die Teams vor Ort für sie bereitgestellt hatten. Das Team RoboEireann aus Irland schaffte es so immerhin auf den dritten Platz.

Die Möglichkeit, die eigene Software auch auf fremden NAOs erfolgreich laufen zu lassen, ist ein Ergebnis der Pandemie. Dieses Vorgehen stellte die einzige Möglichkeit dar, Wettkämpfe mit echten Systemen durchzuführen. Als Basis für die eigenen Arbeiten nutzte das Team von RoboEireann die von B-Human im vergangenen Herbst veröffentlichte Software.

Verschärfte Regeln

Beim RoboCup werden die Regeln, nach denen die Roboter spielen, von Jahr zu Jahr verschärft. In diesem Jahr wurde die Anzahl der Nachrichten, welche die NAOs untereinander per WLAN austauschen dürfen, stark reduziert. Bisher war es jedem Roboter erlaubt, maximal eine Nachricht pro Sekunde zu verschicken. Entsprechend der neuen Regeln gilt eine maximale Anzahl für das ganze Team und das gesamte Spiel, die effektiv einer Absenkung des Datenaustauschs um den Faktor 5 entspricht.

Jeder NAO muss sich also stets vorher überlegen, ob das Versenden einer Nachricht in der aktuellen Situation wirklich sinnvoll ist, da dies das verfügbare Kommunikationsbudget für den Rest des Spiels schmälert. Das Bremer Team verwendet hierfür zahlreiche Kriterien sowie eine an der Restspielzeit ausgerichtete, gleitende Obergrenze, um weiterhin kooperatives Teamspiel zu ermöglichen.

Das B-Human-Team

Aktuell setzt sich B-Human aus 15 Studierenden der Universität Bremen, einem ehemaligen Studenten, der sich in seiner Freizeit für das Team engagiert, sowie den betreuenden Wissenschaftlern Dr. Thomas Röfer und Arne Hasselbring vom DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems, geleitet von Professor Rolf Drechsler, sowie Dr. Tim Laue von der Universität Bremen zusammen.

Die Firma Contact Software, Anbieter von Lösungen für den Produktprozess und die digitale Transformation, ist seit 2017 Hauptsponsor von B-Human.

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