Der Rasen im Hamburger Volksparkstadion muss einiges abkönnen: neben regelmäßigen Fußballspielen auch Konzerte und andere Großveranstaltungen. Vor allem in den Wintermonaten ist ein effektiver Frostschutz dabei unabdingbar.

Bild: Tyforop

Frostschutz durch Rasenheizung Für den perfekten Rasen im Fußballstadion

15.06.2020

Rasenheizungen sind in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sowie der 3. Liga vom DFB vorgeschrieben. Zum einen, weil sie den Spielbetrieb auch im Winter bei Minustemperaturen und Schneefall ermöglichen, zum anderen, weil Rasenheizungen das Verletzungsrisiko der Spieler deutlich verringern. Eine Hintergrundreportage aus dem Volksparkstadion des Hamburger SV.

Wie geht’s dem Rasen? Mit strengem Blick mustert Christoph Strachwitz das über 8.600 m2 große Spielfeld des Hamburger Volksparkstadions. Heute ist Mittwoch, am Wochenende kommt die Gastmannschaft. „Bis dahin muss alles perfekt sein“, sagt der Greenkeeper. Was heißt perfekt? „Dicht, grün und exakt 2,8 cm hoch.“ Kurz: ein Rasen wie ein eng geknüpfter Teppich; fast schon ein Kunstwerk, der Traum vieler Hobbygärtner.

Doch in einem normalen Garten würde so ein Prachtexemplar gar nicht wachsen. Denn vom enormen Arbeitsaufwand mal ganz abgesehen haben Hobbygärtner weder so sortenreines Saatgut noch den für solch einen Rasen notwendigen Gerätepark: gewaltige, auf rollbaren Konstruktionen befestigte Wachstumslampen, durch die das Saatgut bereits nach vier Tagen keimt, große Düngerstreuer, Spindelmäher mit nachlaufender Rasenwalze, Spezialmaschinen zur Belüftung und und und.

Nein, mit „ein bisschen Rasen mähen“ ist Strachwitz’ Job nicht zu beschreiben: „Als Greenkeeper braucht man eine Menge Fachverstand, muss detailversessen sein und einen gewissen Hang zum Perfektionismus haben“, sagt er.

Wärme für das perfekte Grün

Vor allem aber braucht man eine Rasenheizung. Denn Fußball ist nicht nur großer Sport, sondern auch ein großes Geschäft: Ticketverkauf, Fernsehrechte, Merchandising-Erlöse, Transfergelder, Werbeeinnahmen, Sponsoren. Damit das Geschäft läuft, braucht es eine genaue Planung.

Ganz wichtig: Im Sommer ist Ferienzeit, das Wetter ist schön und das Freizeitangebot groß. Wer auf Zuschauer setzt, geht deshalb in die ungemütliche Jahreszeit – dann, wenn auch das Gras nicht mehr wächst. Greenkeeper haben deshalb eine große Verantwortung: An 34 Spieltagen treffen die 18 Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga pro Saison insgesamt 612 Mal aufeinander – und fällt auch nur eine Begegnung aus, kostet das Millionen.

Und auch, wenn das Spielfeld in schlechtem Zustand ist, kann es teuer werden: Ist der Boden zu hart, zu weich oder zu rutschig, steigt das Verletzungsrisiko der Spieler. Strachwitz und seine Kollegen haben deshalb immer alle Hände voll zu tun, denn egal ob Regen, Wind, Eis oder Schnee, „The show must go on!“, „Geht nicht, gibt’s nicht!“, auch wenn’s eigentlich unmöglich scheint.

„Am 26. Januar 2014 zum Beispiel war der Rückrunden-Auftakt des HSV gegen Schalke 04 geplant“, erinnert sich Strachwitz, der staatlich geprüfter Head-Greenkeeper ist. Es war ein bitterkalter Tag. „Kurz vor dem Anstoß sank die Außentemperatur auf -23 °C.“ Und auf dem Rasen? „Bei 14 °C Bodentemperatur, ein satter, makelloser Grund.“ Das Spiel endete übrigens 0:3 für den FC Schalke. Am Rasen aber hat’s nicht gelegen.

Temperaturunterschiede von bis zu 40 °C, das ist extrem – und funktioniert nur bei einer optimalen Wärmeleitung. „Die Liste der Qualitäten, die ein guter Wärmeleitzusatz haben muss, ist lang“, erklärt Kris Rautert von Tyforop Chemie in Hamburg. „Er soll für eine effiziente Wärmeübertragung sorgen, vor Frost schützen und Korrosion verhindern. Er muss sich mit allen in der Anlage verwendeten Metallwerk- und Kunststoffen sowie Dichtungsmaterialien vertragen und thermisch in jeder Richtung extrem belastbar sein.“ In den rund 20 cm unter der Grasnarbe des Volksparkstadions verlegten Rohren fließen deshalb 8.000 l Tyfocor.

Nachhaltigkeit im Blick

Besonders ein Vorzug von Tyfocor ist für die Hamburger wichtig: Es ist biologisch leicht abbaubar – für den Einsatz in Rasenheizungen ein schlagendes Argument. Denn egal wie sorgfältig eine Rasenheizung verlegt wird, Leckagen sind immer möglich: „Zum einen, weil der Boden immer ganz leicht in Bewegung ist“, erklärt Strachwitz, „vor allem aber, weil das Stadion in der fußballfreien Zeit auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt wird.“

Und das heißt: Wo sonst lediglich 22 Fußballer laufen, rollen im Sommer schwere Maschinen mit großen Bühnenteilen, und bei großen Konzerten stehen tausende Menschen dicht an dicht und drücken so auf die 20 cm tiefer liegenden Leitungen. Wird eine undicht, spritzt es entweder in Form einer kleinen Fontäne aus der Erde, oder der Druck in den Leitungen fällt ab. „In beiden Fällen ist der Rasen rund um die betroffene Stelle natürlich hin“, sagt Strachwitz. Wichtig aber sei, dass kein größerer Umweltschaden entstehe: „Denn wenn wir hier anfangen, Sand, Kies und Erde zu entsorgen, muss auch der Rasen komplett ausgetauscht werden. Und das dauert dann schon ein bisschen länger.“

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  • Egal wie sorgfältig eine Rasenheizung verlegt wird: Leckagen sind immer möglich. Tyfocor ist biologisch leicht abbaubar und damit für den Einsatz in Rasenheizungen bestens geeignet.

    Bild: Tyforop

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