VEGA Grieshaber KG

Was Verbrauchern meist nicht wissen: Damit Pommes schön knusprig sind, kommt eine Reihe Sensoren bei der Herstellung zum Einsatz.

Bild: iStock, Andrii Shablovskyi

Füllstand- und Druckmesstechnik Pommes-Herstellung: Wie Sensoren für knusprigen Genuss sorgen

13.09.2021

Um die vielfältigen Prozesse in hygienisch anspruchsvollen Lebensmittelproduktionen so effizient wie möglich zu gestalten, sind automatisierte Prozesse das A und O. Einer der größten Hersteller für Pommes setzt dabei auf Füllstand- und Druckmesstechnik von Vega.

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Ob klassische Pommes, mit Wellenschnitt oder als Wedges, besonders knusprige oder dünne Fritten – es gibt wohl keinen Pommes-Traum, den das belgische Unternehmen Farm Frites nicht erfüllt. Die Basis hierfür sind beste Kartoffelsorten, die von Landwirten aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg feldfrisch geliefert werden.

Im Werk Lommel werden die Kartoffeln dann geschält, geschnitten, sortiert und blanchiert. Die Pommes werden kurzzeitig in 80 °C heißem Wasser erhitzt, um die Qualität zu sichern. Dabei werden Enzyme, Stärke und Glukose weitgehend entfernt.

Die teilweise gegarten Pommes werden dann getrocknet und maschinell frittiert. Anschließend werden sie eingefroren und verpackt, bevor sie dann auf den Tellern in aller Welt landen.

Zukunftssichere Produktion

Von den mit Erde behafteten Kartoffeln ist in den Produktionsanlagen im belgischen Werk nicht viel zu merken. Lediglich an den Annahmestellen, wo die Kartoffeln vom Lkw rollen, liegt ein wenig Staub. Das Werk selbst zeichnet sich durch viele neue Installationen und moderne Produktionsanlagen mit separaten Lager- und Kühleinrichtungen aus. Die Böden sind blitzblank, alle Komponenten müssen so robust sein, dass sie täglich mit heißem Wasser und alle zwei Wochen mit Chemikalien gründlich gereinigt werden können.

Neben Silos und 20 Tanks für die verschiedenen Öle beeindrucken vor allem die großen Kartoffelverarbeitungsmaschinen, die bis an die Decke reichen. Dennoch bleibt genügend Raum zum sicheren Arbeiten. Der vielleicht auffälligste Eindruck: Es gibt weder Lärm, noch riecht es irgendwie nach Pommes.

Generell wurden in den vergangenen Jahren so viele Prozesse wie irgend möglich automatisiert. Zum einen, um die Effizienz der Produktion zu erhöhen. Zum anderen aber auch aus Gründen des Arbeitsschutzes. So wurde die „Ofenhalle“ automatisiert, damit nicht ständig Menschen in der Hitze arbeiten müssen. Mit der Automatisierung lassen sich aber auch generell die Kosten senken, wenn man etwa an Arbeitsstunden oder auch den Faktor Energie denkt. Zudem wurde die Qualität der Endprodukte dadurch erhöht.

Langjährige Partnerschaft

Erste Erfahrungen mit Komponenten sammelte das Unternehmen bereits 2005, und von den damaligen Sensoren (zum Beispiel Vegapuls 61, Vegapuls 62, Vegavib 61 oder Vegawave 61) sind immer noch einige im Einsatz. So arbeitet der Vegavib 61 nach wie vor sehr zuverlässig bei der Erkennung von verschmutzten, ungeschälten Kartoffeln. Auch wenn die Produktionshallen des Unternehmens blitzen, am Anfang bringen die Kartoffeln immer noch Staub, Steine oder Schalen mit sich in den Betrieb.

Seit 2019 setzt man vermehrt auf die Geräte aus Schiltach, um noch mehr Prozesse zu automatisieren und zu überwachen. So kommen Vega-Sensoren in den zahlenreichen Lagertanks der diversen Öle, wie Sonnenblumenöl, Palmöl und gebrauchte Öle, zum Einsatz, wo sie kontinuierlich den Füllstand der Speiseöle messen und detektieren.

Weiter sind mehrere Vegaswing 51 an den kleinen Tanks und mehrere Vegavib 61 zur Detektion von Kartoffeln in Wasser verbaut. Zudem sind der Vegabar 83 seit 2017 und der Vegapuls 64 seit 2019 im Einsatz. Seit diesem Jahr setzt man in den Speiseöl-Lagertanks im Freien auf den leicht zu installierenden Grenzschalter Vegapoint 23.

Messen von klebrigen Ölen

Früher kamen in den Palmöl-Tanks Druckmessumformer zur Füllstandmessung zum Einsatz. Palmöl erstarrt jedoch recht schnell, sodass es immer wieder zu Falschmeldungen durch Anhaftungen am Drucksensor kam.

„Manchmal zeigte der Sensor voll, also 100 Prozent an, während die Tanks eigentlich komplett leer waren“, erinnert sich Maarten Willems, Leiter der Instandhaltung für Elektrik, der seit 18 Jahren bei Farm Frites arbeitet. „Auch die Temperaturen des Öls am Boden bis 150 °C und immerhin noch 80 °C am oberen Rand des Behälters bereiteten einigen Sensoren Schwierigkeiten.“ Es war Zeit für einen Wechsel.

Das Radarfüllstandmessgerät Vegapuls 64 lässt sich weder von Temperaturen noch von festem Palmöl beeindrucken, da es berührungslos misst. Mit dem Wechsel auf die Radartechnik konnte daher dieses Problem leicht behoben werden. Zudem ist im Fall der Fälle ein Austausch eines Radarsensors im Gegensatz zu Druckmessumformern, von denen sich einer immer am Boden des Tanks befindet, wesentlich einfacher.

„Beim Vegapuls 64 ist kein zusätzlicher Prozessanschluss am Boden nötig, was die Gefahr von Leckagen reduziert – diese potenzielle Gefahr bei anderen Sensoren hat man bei Fetttanks eigentlich immer im Hinterkopf“, erklärt Willems.

Strom sparen durch Sensoren

Darüber hinaus messen mehrere Vegabar 82 kontinuierlich den Füllstand in den Wasserkreisläufen oder auch in den Gemischen aus Wasser und Pommes sowie in der Schneide- und Sortierlinie in den Zerkleinerern und an Förderbändern. An dieser Stelle kommt seit 2020 der Newcomer von Vega zum Zug – Sensoren des Typs Vegapuls C 21 messen die Höhe der Pommes auf den Förderbändern.

„Die Pommes befinden sich zum Trocknen auf dem Förderband und müssen möglichst gleichmäßig verteilt werden, damit sie nicht hängen bleiben“, beschreibt Willems die Herausforderung. „Wenn keine Pommes auf den Bändern liegen, sorgen die Sensoren dafür, dass die Frequenz der 25 Ventilatoren automatisch gesenkt wird. Jeder dieser Ventilatoren verbraucht 22 kW, dadurch lässt sich eine Menge Geld sparen.“

Der Vegapuls C 21 wurde gewählt, weil er zum einen sehr preisgünstig ist und zum anderen nicht durch Beschlagen beeinträchtigt wird. Die bisher eingesetzten Sensoren arbeiteten genau aus diesem Grund nicht besonders zuverlässig.

Für den besonderen Geschmack

Ein besonderer Einsatzort sind die „Batter Tanks“. Dahinter verbergen sich Pommes mit einer besonderen Beschichtung aus Wasser und Pulver, um die Fritten knuspriger zu machen. Der spätere Verbraucher macht sich beim Reinbeißen wohl kaum darüber Gedanken, dass für dieses Geschmackserlebnis eine ganze Reihe an Drucksensoren des Typs Vegabar 38 und des Vegapoint 11 nötig sind, die die Zuleitung beziehungsweise die High- und Low-Level-Detektion überwachen.

Vom Büro den Füllstand im Tank im Blick

„Ich habe die Geräte selbst in Betrieb genommen, und alle Geräte ließen sich sehr einfach über die Vega-Tools-App oder manchmal über das PLICSCOM einrichten“, so Willems, der ein großer Fan von der Bluetooth-Anwendung PLICSCOM ist. „Ich kann mich sogar von meinem Büro, das etwa 50 m entfernt von den Tanks liegt, in die Vegapuls-64-Geräte auf den Lagertanks einloggen, um sie zu kontrollieren oder einige Einstellungen vorzunehmen.“ Weiter schätzt er beim Vegapoint 23 die einfache Inbetriebnahme über die Vega-Tools-App, da dies erheblich Zeit spart.

Insgesamt gab es bisher sehr wenige Probleme mit den Sensoren, die sehr zuverlässig arbeiten. Als Beispiel nennt Willems den Vegabar 82 mit der Keramikmembran: „Es sind einfach robuste Sensoren, die trotz der teilweise sehr intensiven Prozesse, die wir hier haben, immer noch gut aussehen.“ Aber selbst wenn es zu einem Problem kommen sollte, fühlt sich der Instandhaltungsleiter bei Vega gut aufgehoben: „Im Unterschied zu anderen Herstellern sind die Mitarbeiter von Vega Belgien immer präsent, sei es durch Besuche, Service oder um auf neue Entwicklungen aufmerksam zu machen. Das schätze ich sehr.“

Bildergalerie

  • Sensoren des Typs Vegapuls C 21 messen die Höhe der Pommes auf den Förderbändern.

    Bild: Vega

  • Der Vegapoint 11 überwacht die Zuleitung zu den „Batter Tanks“.

    Bild: Vega

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