Die Corona-Pandemie treibt die Digitalisierung in allen Bereichen voran und revolutioniert das Homeoffice.

Bild: PIxabay, TeeFarm

Durch Pandemie umdefiniert Neuer Status quo für Homeoffice-Lösungen

17.08.2020

Noch nie waren so viele Menschen im Homeoffice, noch nie wurden so viele digitale Angebote genutzt und neue ausprobiert. Die Covid-19-Pandemie zwingt viele, sich mit den digitalen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und auch viele Vorurteile gegenüber neuen Technologien abzubauen. Die Pandemie war und ist ein Katalysator für die Digitalisierung vieler Services.

Die Nutzer haben nun deren Vorteile erlebt und werden auch Zukunft nicht mehr auf das breite Spektrum an digitalen Angeboten verzichten wollen. Dadurch verschiebt sich der komplette Standard, den die Nutzer erwarten. In Zukunft werden mobile, ortsunabhängige Lösungen eine noch größere Rolle spielen. Doch welche neuen Standards in der Praxis bilden nun die Grundlagen für die Zukunft?

Kurzfristige Homeoffice-Lösungen

Viele Betriebe mussten in kürzester Zeit ihre gesamte Belegschaft ins Homeoffice schicken. Hier konnte nicht gewartet werden, bis zuerst stationär eine dementsprechende Infrastruktur aufgebaut wurde. Oft stand hierfür höchstens ein Zeitraum von zwei Wochen zur Verfügung. In so kurzer Zeit ist häufig nur eine softwarebasierte Lösung möglich.

Ein Größenbeispiel aus der Praxis: Ein Betrieb aus der Finanzbranche hatte bereits eine Infrastruktur, bei der 40.000 Mitarbeiter gleichzeitig im Homeoffice arbeiten können. Doch nun mussten die restlichen 80.000 Mitarbeiter ebenfalls so schnell wie möglich von Zuhause aus arbeiten. Eine Umsetzung auf Hardware-Basis wäre in der Kürze der Zeit nicht realisierbar.

Daher wurde auf eine softwarebasierte VPN-Lösung gesetzt. Solche Lösungen müssen sich auch schnell und flexibel an neue Anforderungen anpassen lassen, damit sie langfristig sinnhaft sind. Auch der Bedarf an software- und cloudbasierter Security ist durch die Verlagerung ins Homeoffice gestiegen. Zudem stärkt die Situation den ohnehin sichtbaren Trend dazu, mehr zu automatisieren und schneller auch KI-gestützt Informationen über Sicherheitsvorfälle zu erhalten.

Dabei geht es auch darum, im Unternehmen die Arbeitsfähigkeit der Infrastruktur auch mit wenigen Mitarbeitern aufrechterhalten zu können, falls die IT-Abteilung mit anderen Fragestellungen ausgelastet ist oder erkrankungsbedingt ausfällt. So wird sich ein weitgehend automatisiertes Netzwerk-Management, etwa mit Hilfe von Cisco DNA Center, kurzfristig durchsetzen, um schnell reagieren zu können.

Langfristige Auswirkungen

Trotz der Möglichkeit, auch in einem relativ kurzen Zeitrahmen mit einer Softwarelösung flexibel Heimarbeit anbieten zu können, werden Arbeitsplätze mit Homeoffice-Anbindung über Hardware-Lösung auf lange Sicht eine höhere Priorität haben. Sowohl in der Privatwirtschaft als auch für die Öffentliche Hand.

Im Öffentlichen Dienst muss die Infrastruktur modernisiert werden, so dass sich etwa auch Daten abrufen lassen, die bisher nur in Aktenform vor Ort zur Einsicht bereitstehen. Hier helfen zum Beispiel softwarebasierte Lösungen zu SD-Wan und Security. Unabhängig von einer Pandemie müssen noch weitere Prozesse innerhalb der Verwaltung digitalisiert werden.

Die aktuelle Situation zeigt, dass es schnell notwendig werden kann, auch hier außerhalb des Büros tätig zu sein. Zum anderen sorgen die richtigen Prozesse dafür, dass auch die Bürger einfacher Verwaltungsprozesse von zuhause aus erledigen können. Die Entkopplung von Vor-Ort-Vorgängen würde in vielen Bereichen Vorteile mit sich bringen.

Ausbildung digital

In der Praxis zeigt sich vor allem bei den Schulen und Universitäten ein großes Potenzial. Während es in den Schulen stark von den jeweiligen Lehrkräften abhing, wie gut eine Umstellung auf Fernunterricht gelang, haben viele Universitäten schnell reagiert, um Kurse anbieten zu können. Das hängt auch damit zusammen, dass Universitäten typischerweise eine andere IT-Ausstattung als Schulen haben und auch Personal oder Dienstleister, die ihr Netzwerk verwalten. Im Bildungsbereich stieg die Nutzung von Collaboration Tools sprunghaft an.

Ciscos Lösung WebEx etwa verzeichnet jetzt teilweise mehr als 10.000 teilnehmende Studierende bei einer Online-Vorlesung. Der Zugang zu Kursen hängt damit nicht mehr von der Größe von Vorlesungssälen statt, sondern von der Zeitzone. Wenn Bildungseinrichtungen das ausbauen, und Studien von Cisco zeigen, dass Bildung zu den Bereichen gehört, in denen die Deutschen Aufholbedarf bei der Digitalisierung sehen, dann kann einer größeren Zahl von Menschen leichter Zugang zu Bildung verschafft werden; auch länderübergreifend.

Mehr Sicherheit

Auch für die Sicherheit des medizinischen Personals können Enterprise Network Lösungen in die Planung zukünftiger Telemedizin-Prozesse mit einbezogen werden. Bei Pandemien zum Beispiel kann das medizinisches Personal Infektions-Tests über einen Monitor begleiten.

Wenn es um Präsenzbesuche geht, können Lösungen, wie Cisco DNA Spaces dabei helfen die Anzahl an Personen im Gebäude zu prüfen. Das würde auch die Sicherheit für die Patienten erhöhen, potenziell Infizierten müssen keine Arztpraxis besuchen. Oder eben nach einem Tag im Homeoffice auch der Arztbesuch, wenn es keiner Vor-Ort-Behandlung bedarf, vom heimischen Schreibtisch aus erledigt werden kann.

Aus den neuen Erfahrungen sollte eine strategische Konsequenz gezogen werden. Während der ersten Corona Welle gab es nachweislich einen erhöhten Bedarf an Remote-Working-Lösungen, softwarebasierten Security Lösungen (inklusive Cloud-Security) und softwarebasierten Collaboration-Lösungen.

Dieser Effekt war einem „gesunden Pragmatismus“ geschuldet. Jetzt gilt es diesen erhöhten Bedarf in dauerhafte Strategien für Unternehmen zu transformieren. Dezentral nutzbare Services und Betriebe, die bereits auf ein ortsunabhängiges Arbeiten gesetzt haben, hatten es deutlich leichter, auf die Krise zu reagieren.

Auf der anderen Seite haben aber die durch die Krise bewährten softwarebasierten Lösungen gezeigt, dass ein kurzfristiges ortsunabhängiges Arbeiten auch in Branchen möglich ist, die bisher in diesem Feld eher die Ausnahme waren. Auch dort könnte das Interesse an derartigen dauerhaften Lösungen zunehmen.

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