Um wettbewerbsfähig zu bleiben, kann die Solarindustrie sich einiges von der konventionellen Energiewelt abgucken.

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Forum Neue Energiewelt Neue und konventionelle Energiewelt Hand in Hand

21.11.2016

Um Kosten zu sparen und die Effizienz zu erhöhen, müssen die neue und die konventionelle Energiewelt enger zusammenrücken und ihr Know-how kombinieren - das ist der Konsens des diesjährigen Forums Neue Energiewelt.

650 Teilnehmer besuchten dieses Jahr die Leitkonferenz der innovativen Energiewirtschaft Forum Neue Energiewelt.

Das Ergebnis der Diskussionen: In Zukunft wird fundiertes Planungs- und Managementwissen immer wichtiger - besonders in komplexen Energieprojekten.

Miteinander statt gegeneinander

Karl-Heinz Remmers, Vorstand des Konferenz-Veranstalters Solarpraxis Neue Energiewelt, kommentiert den Stimmungswechsel in der erneuerbaren Energiebranche: „Die Vorträge und Diskussionen auf dem Forum stehen für einen Paradigmenwechsel. Vor einigen Jahren hätten Vertreter der großen Energieversorger hier noch keinen Applaus erwarten dürfen, das hat sich geändert.Heute erkennen viele Projektierer und Investoren der erneuerbaren Energiewelt an, dass die etablierte Energiewirtschaft einzigartige Erfahrungen mit dem Bau und der Vermarktung großer Projekte hat. Deswegen führt kein Weg daran vorbei, dass beide Welten zusammenarbeiten, um die Energiewende zu stemmen.“

Holger Klärner, Vice President Fast Growing Tech EMEA bei McKinsey, ergänzte: „Die Solarindustrie kann von etablierten Kraftwerksbauern lernen, wie man komplexe Projekte kostengünstig errichtet. Da sind sie einfach erfahrener – hier gibt es noch viel gutes Potenzial für die Solarwirtschaft.“

Eneuerbare konkurrenzfähig machen

Die Kosten erneuerbarer Energien sinken vor allem im Bereich großer Solarprojekte schneller als erwartet.

Benedikt Ortmann, CEO von BayWa r.e. Solar Projects, sagte in seinem Vortrag: „Selbst optimistische Prognosen aus der Vergangenheit haben die Geschwindigkeit unterschätzt, mit der die Kosten des Solarstroms fallen. Ohne Einfuhrzölle können wir unsere aktuell projektierten Kraftwerke bereits heute ohne Förderungen betreiben, wenn wir den Strom direkt verkaufen. Bei Großprojekten in Deutschland gehen wir für das Jahr 2020 davon aus, LCOE von rund 30 Euro pro Megawattstunde Solarstrom zu erreichen. Damit wäre die Solarenergie auch hierzulande endgültig konkurrenzfähig.“

Engere Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Erneuerbaren

Dr. Werner Götz, Geschäftsführer des Übertragungsnetz-Betreibers Transnet BW, kommentierte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und der erneuerbaren Energiewirtschaft: „Wir sitzen als Übertragungsnetzbetreiber mit allen Unterstützern der erneuerbaren Energien im gleichen Boot. Aber um Kurs zu halten und schnell und ökonomisch ans Ziel zu kommen, müssen wir im Takt rudern. Dazu müssen wir künftig gemeinsam einen engeren Schulterschluss suchen. "

Chancen und Herausforderungen in der Photovoltaik

Aus Sicht von Henning Wicht, Direktor und Analyst von IHS Global, wird der Wettbewerb in der Solarindustrie weiter zunehmen: „Wir erwarten bei Standardmodulen einen intensiven Preiswettbewerb, in dem auf Dauer nur die besten Hersteller Margen erwirtschaften werden.“

Andreas Liebheit, Leiter der Global Business Unit Heraeus Photovoltaics, stellte dieser Aussage seine Sicht auf die Perspektiven für die europäische Solarindustrie gegenüber: „Trotz des intensiven Wettbewerbs hat die europäische Industrie ihre Chancen im Bereich der Innovation. Viele der neuen Technologien werden nicht unbedingt in chinesischen Fertigungen ausprobiert und hochskaliert, sondern in Europa.“

Bildergalerie

  • Große Energieprojekte brauchen gebündeltes Wissen - das war der Konsens des diesjährigen Forums Neue Energiewelt, in dem sich 650 Teilnehmer über ein Miteinander von konventionellen und erneuerbaren Energien ausgetauscht haben.

    Bild: Forum Neue Energiewelt

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