Die Tracking-Lösung analysiert Parameter wie Schlagzahl, Schlaggeschwindigkeit oder Schlagkraft, während sie irrelevante Bewegungen ausblendet.

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Sport-Tracking-Lösung Mit Sensoren zum Profiboxer werden

10.06.2021

Zwei Unternehmen haben eine Sensortechnologie entwickelt, mit der Boxer ihre Leistungsdaten während des Trainings überwachen und analysieren können. Bisher war das nur unter Laborbedingungen möglich. Die Daten werden in einer App gesammelt und von Machine-Learning-Algorithmen ausgewertet.

Rooq ist ein Anbieter von Sportmess- und Analysetechnologie und hat zusammen mit Arrow die Sensortechnologie Rooq Box entwickelt. Sie besteht aus einem Paar Sensoren, die in je einem Strap (Bandage) am Handgelenk getragen werden. Während der Trainingseinheit zeichnen sie die Bewegungen des Boxers auf und schicken die Daten an die zugehörige Rooq-App sowie an die Cloud. Dort werden sie anhand von maschinellen Lernalgorithmen analysiert und als Aufzeichnung der Trainingseinheit bereitgestellt.

Boxer als auch Trainer erhalten damit einen detaillierten Gesamtüberblick über die Trainingseinheit, einschließlich Schlagzahl, Schlaggeschwindigkeiten, Variabilität und Schlagkraft. Der Algorithmus wurde darauf trainiert, acht unterschiedliche Schläge zu erkennen und diese automatisch zu kategorisieren, während er nicht-boxspezifische Bewegungen herausfiltert.

Rooq-Geschäftsführer ist selbst Profiboxer

Bei der Entwicklung des Systems stützte sich Rooq auf ein Team aus Daten-, Software-, Hardware- und Firmware-Spezialisten, aber auch auf die Erfahrung von Sportwissenschaftlern, Mathematikern, Boxern und Trainern. Henry Maske, Geschäftsführer und leitender Sportdirektor von Rooq, ist selbst Olympiasieger im Boxen (Goldmedaille in Seoul 1988) und Profiboxweltmeister (1993 bis 1996).

Arrow beteiligte sich vor allem im Bereich Firmware und Hardware im Zusammenspiel mit den Herstellern von Komponenten und Anbietern von Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen. Zur Anwendung kamen auch die technischen Entwicklungsdienstleistungen von Arrow eInfochips. Mittels des Logistik- und Supply-Chain-Wissens des Unternehmens ließ sich eine effiziente Produktionsskalierung und Markteinführung der Rooq Box umsetzen.

Für andere Sportarten und Industrie geeignet

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Arrow und Rooq sei ein perfektes Beispiel dafür, „wie Experten-Teams ihre Kräfte bündeln und gemeinsam schwierige unternehmerische Herausforderungen meistern“, sagt Martin Bielesch, President Arrow EMEA Components. „Die technischen und logistischen Dienstleistungen von Arrow bieten Rooq die Möglichkeit, sich auf seine Kompetenzen zu fokussieren und eine vollkommen neue Lösung zur Erfassung von Leistungsdiagnosedaten im Boxsport zu entwickeln.“

Der Boxsport soll dabei lediglich der Anfang sein: Ralf Rüttgers, Gründer und CEO von Rooq, ist davon überzeugt, dass es unzählige Anwendungsbereiche für die Lösung gibt. „Eine Weiterentwicklung und Adaption der Technik für den Fitnessmarkt und andere verwandte Sportarten, aber auch der Einsatz im industriellen Bereich sind durchaus vorstellbar“, sagt er. „Bereiche wie Prävention, Sicherheit und Gesundheit werden bei unseren zukünftigen Trainingsanalysen eine große Rolle spielen.“

Bildergalerie

  • Über Sensoren, App und ein Online-Portal erhalten Boxer detaillierte Informationen über ihre Trainingseinheiten.

    Bild: Arrow

  • Die Rooq-Geschäftsführung besteht aus dem ehemaligen Boxweltmeister Henry Maske (links) und Ralf Rüttgers, der das Unternehmen mitgegründet hat.

    Bild: Arrow

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