Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Verarbeitung zu erleichtern, wurde eine cloudbasierte Anwendung entwickelt, welche die Fahrzeugdaten und die Qualifikationen der Kräfte in einer Datenbank verwaltet.

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Bedarfsgerechte Verteilung Mit Cloud Computing Katastrophen bewältigen

30.03.2022

Wer an die Flutwelle im Juli vergangenen Jahres denkt, dem kommen Bilder von zerstörten Häusern und weggerissenen Brücken in den Sinn, aber auch von den vielen Einsatzkräften. Um die aus ganz Deutschland angereisten Einsatzkräfte in den betroffenen Regionen unterzubringen, wurden Basislager errichtet. Mit einer webbasierten Datenbank lässt sich ein solcher Bereitstellungsraum bei Großschadenslagen effizient managen.

Bei „Cloud Computing“ werden Anwendungen und Daten nicht auf lokalen Rechnern, sondern über das Internet bereitgestellt, so dass die Nutzerinnen und Nutzer diese von überall her flexibel abrufen können. Auf diesem Prinzip basierte etwa schon das Projekt „Translation as a Service“, eine serverlose Cloud-Übersetzungssoftware, mit der Studierende der Hochschule Koblenz aus demselben Masterkurs 2019 den 2. landesweiten Preis im Ideenwettbewerb Rheinland-Pfalz erringen konnten.

Das von Prof. Dr. Wolfgang Kiess aus dem Fachbereich Ingenieurwesen in diesem Jahr betreute Projektteam, bestehend aus Tim Farnschläder, Linus Littauer, Markus Neuss, Samuel Pauls und Pascal Zepp, wendete nun das Cloud-Prinzip auf das Thema „Management für Bereitstellungsräume“ an. Bei der kursinternen Präsentation ihres Projektes demonstrierten die Studenten die Funktionsweise ihres Prototyps dabei sogar an zwei vor der Hochschule geparkten Einsatzfahrzeugen des THW sowie des DRK.

Kräfte effizient koordinieren

Bereitstellungsräume sind vergleichbar mit einem Basislager für Hilfsorganisationen bei Großschadenslagen, wie es etwa nach der Flutkatastrophe am Nürburgring eingerichtet wurde. Das dabei eingesetzte System Bereitstellungsraum (SysBR) dient dazu, die Bereitstellungsräume einzurichten und die Einsatzkräfte bedarfsgerecht zu koordinieren. Das kurzfristig einsetzbare System ist für die Verwaltung von 500 Einsatzkräften ausgelegt, kann bei Bedarf jedoch noch erweitert werden.

Zur Koordinierung der Kräfte und deren Fahrzeugen ist es notwendig, diese am Ein- und Ausgang des Geländes detailliert zu erfassen. Dies erfolgt über sogenannte Meldevordrucke, die für jedes Fahrzeug mit Informationen über Fahrzeugtyp, Ausstattung, und Besatzung händisch ausgefüllt und dann zur Einsatzleitung weitergegeben werden. „Die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Informationen ist somit von den geografischen Eigenschaften, also den Wegen auf dem Gelände, abhängig“, erklärt Tim Farnschläder.

Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Verarbeitung zu erleichtern, entwickelten die Studenten eine cloudbasierte Anwendung, welche die Fahrzeugdaten und die Qualifikationen der Kräfte in einer Datenbank verwaltet. Neben der Benutzeroberfläche für das Internet entwarfen sie eine Bereitstellungs-App, in der die relevanten Daten über ein Dashboard abrufbar sind. Dort lassen sich Infos zur Besatzung und dessen Qualifikation wie auch über die Ausstattung der Fahrzeuge hinterlegen. „So lässt sich etwa ganz schnell recherchieren, ob sich im Bereitstellungsraum ein Notarzt befindet“, so Markus Neuss.

Diese Daten soll die Besatzung der Fahrzeuge bereits während der Anfahrt in die Anwendung eintragen. Sie werden dann in einer Datenbank hinter dem Kennzeichen hinterlegt, wie Pascal Zepp erklärt: „Für das An- und Abmelden im Bereitstellungsraum muss die Verwaltung nur noch das Kennzeichen des Fahrzeuges in der Anwendung eingeben oder mit der Kamera scannen. Alle weiteren Daten werden dann anhand des Kennzeichens aus der Datenbank verarbeitet und bereitgestellt.“

Wie gut das funktioniert, konnte das Team im Rahmen einer Abschlusspräsentation Prof. Dr. Wolfgang Kiess und ihren Kommilitonen an den vor dem Campus bereitstehenden Fahrzeugen demonstrieren. „Für den Zugriff auf die Daten ist eine entsprechende Authentifizierung mit einem Rechtemanagement erforderlich“, ergänzt Linus Littauer.

Auch im offline-Modus anwendbar

Solche Bereitstellungsräume werden normalerweise da aufgebaut, wo Infrastruktur mit Zuwegen und Internet bereits vorhanden ist. Der Prototyp dieses Cloud-Computing-System ließe sich notfalls aber auch im Offline-Modus nutzen, falls keine Internetverbindung vorhanden ist. Weitere Erweiterungsmöglichkeiten wären etwa die Zuweisung von Parkplätzen aufgrund der Fahrzeugabmessungen, die Verwaltung von Einsatzaufträgen oder die Kennzeichenerfassung aller Hilfsorganisationen.

Tim Farnschläder, der sich in seiner Freizeit selbst ehrenamtlich beim THW engagiert, betont, dass das aktuelle Verfahren mit den Meldezetteln auf Papier gut funktioniere. Dennoch habe das Projektteam gerne die Möglichkeit genutzt, im Rahmen der Vorlesung über Cloud Computing bei Prof. Kiess nach technischen Lösungsansätzen zu suchen und deren Machbarkeit zu untersuchen.

Bildergalerie

  • Von links: Prof. Dr. Wolfgang Kiess, Samuel Pauls, Linus Littauer, Tim Farnschläder, Markus Neuss und Pascal Zepp.

    Bild: Christiane Gandner / Hochschule Koblenz

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