Mehr Freiheitsgrade im Regal

Materialfluss und Logistik mit 4D-Shuttle-System optimiert

Das Vier-Wege-Shuttlesystem SLS600 von HWArobotics bildet das Herzstück des neuen automatisierten Lagers bei Domino Polska.

Bild: HWArobotics
23.03.2026

Für den polnischen Beschlaghersteller und 3PL-Dienstleister Domino sind effiziente Lagerhaltung und Logistik der Schlüssel für weiteres Wachstum – und den gibt man ungern aus der Hand. Daher realisierte das Unternehmen zur Automatisierung seiner Prozesse ein flexibel skalierbares Vier-Wege-Shuttlesystem – mit Unterstützung des Herstellers, jedoch weitgehend in Eigenregie, und das in nur 12 Monaten.

Automatisierungstechnologie made in China zu wirtschaftlichen Konditionen plus Integrations- und Servicekompetenz unabhängiger lokaler Partner – mit dieser Kombination positioniert sich der asiatische Shuttle-Hersteller HWArobotics seit kurzem auch auf dem europäischen Markt. Über 15.000 Shuttles der Marke wurden weltweit bereits installiert; bei namhaften Kunden wie JD.COM, Siemens, Sony, Samsung oder Bosch ist die Technologie im Einsatz, zu deren Leuchtturmprodukten das Vier-Wege-Shuttlesystem SLS600 zählt, das auch bei Domino zum Einsatz kommt.

Maximale Bewegungsfreiheit im Lager

Diese Eigenentwicklung von HWArobotics ermöglicht nicht nur die flexible Bewegung der Shuttle-Fahrzeuge in der Vertikalen und Horizontalen, sondern auch zwischen den einzelnen Regalgassen. Dies sorgt für einen schnellen und effizienten Zugang zu jedem Behälter, erlaubt überdies eine Anpassung der Regalstruktur an bauliche Gegebenheiten und dadurch eine besonders hohe Lagerdichte und Raumeffizienz. Die Lösung reduziert bei ungünstigen baulichen Verhältnissen die ungenutzte Fläche auf ein Minimum, da sie beispielsweise die Bedienung rechtwinklig angeordneter Regalplätze durch dasselbe Fahrzeug ermöglicht. Hinzu kommt die prinzipbedingte hohe Skalierbarkeit aller Shuttle-Systeme. Als flexible Plattformen können diese schrittweise an steigende Bedarfe angepasst werden, in erster Linie durch den Einsatz weiterer Shuttle-Fahrzeuge.

Schuster, bleib bei deinem Leisten

Die Integration solcher High-End-Systeme in bestehende Gebäude, Systemumgebungen und Prozesse erfordert einiges an Know-how und Erfahrung. In der Regel setzt HWArobotics in Europa daher auf ein wachsendes Ökosystem an Systemintegratoren, die sich vor Ort um die Realisierung und anschließend um den Service im laufenden Betrieb kümmern können. Dies ermöglicht besonders wirtschaftliche und leistungsstarke Automatisierungslösungen mit Komponenten aus Fernost, eine nahtlose Integration und einen sicheren Betrieb der Systeme dank kurzer Wege zu den lokalen Service-Partnern. „Schuster, bleib bei deinem Leisten: In Europa setzen wir auf die regionalen Integratoren, die sich vor Ort auskennen und die Sprache des Kunden sprechen. Wir konzentrieren uns auf unsere Technologie und die Weiterentwicklung unserer Systeme“, so Mark Vogt, Vice President Sales and Business Development Europe bei HWArobotics.

Keine Regel ohne Ausnahme

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Domino Polska entschied sich für eine Inhouse-Lösung und die direkte Zusammenarbeit mit HWArobotics. Die Federführung des Projekts lag bei Mateusz Świszcz, Mitglied des Vorstands, Sohn des Firmengründers und in technischen Fragen ebenso versiert wie in der Zusammenarbeit mit Partnern in Asien. Vorausgegangen war die Entscheidung, mit einem neuen Shuttlelager in die Automatisierung zu starten, um den stetig gestiegenen Anforderungen an die Logistik Rechnung zu tragen. In nur drei Jahrzehnten hat sich Domino zu einer festen Größe im Markt für Türgriffe, Beschläge und Scharniere entwickelt, zudem weitere Produktsegmente wie Lackiermaschinen und Bodenbeläge ins Portfolio genommen. Ein Wachstumstreiber: Die hohe eigene Logistikkompetenz, die sich auch darin widerspiegelt, dass das Unternehmen mittlerweile auch als 3PL-Dienstleister Logistikservices für Dritte übernimmt.

Hohes Maß an Individualisierung

In Zuge des Projekts lieferte HWArobotics das komplette System vom Regal über die Shuttle-Fahrzeuge bis zum Förderband. Der Kunde kümmerte sich um den Transport ab Shanghai, die Montage der Anlage und die Integration des Materialflussrechners und des Lagerverwaltungssystems. Unterstützt wurde er dabei von einem HWA-Experten auf der Anlage. „Nicht unbedingt die Regel, so viel Eigenleistung ist eine seltene Ausnahme“, so Vogt, „sie unterstreicht jedoch die Kompatibilität unserer Technologie“. Mit seinem Team installierte und integrierte Mateusz Świszcz ein Lager mit 4 Gassen, 17 Regal-Ebenen und 17.510 Behälterstellplätzen sowie drei vorgelagerten Arbeitsplätzen für die Kommissionierung der Kleinartikel. Herzstück ist das Vier-Wege-Shuttlesystem SLS600, jedoch in einer auf die spezifischen Anforderungen zugeschnittenen Variante. So bewegen sich hier die Fahrzeuge ausschließlich in jeweils einer ihnen fest zugewiesenen Ebene. Der vertikale Transport der Behälter erfolgt über zwei zentrale Lifte, die die Ebenen miteinander und mit der Fördertechnik auf der Grundfläche verbinden. Zum Einsatz kommen 17 Shuttles, die 500 Doppelspiele pro Stunde ermöglichen – eine deutliche Verbesserung gegenüber den früheren manuellen Lagerbereichen und überdies eine Weichenstellung für Leistungssteigerungen im Zuge unseres weiteren Wachstums“, so Mateusz Świszcz.

Bildergalerie

  • 17 Shuttles bedienen in vier Gassen und 17 Ebenen insgesamt über 17.500 Behälterstellplätze.

    17 Shuttles bedienen in vier Gassen und 17 Ebenen insgesamt über 17.500 Behälterstellplätze.

    Bild: HWArobotics

  • Zwei zentrale Lifte verbinden die einzelnen Regalebenen mit der Fördertechnik auf der Grundfläche.

    Zwei zentrale Lifte verbinden die einzelnen Regalebenen mit der Fördertechnik auf der Grundfläche.

    Bild: HWArobotics

  • Das neue Shuttlelager ermöglicht Domino eine deutlich höhere Leistung und schafft Reserven für weiteres Wachstum.

    Das neue Shuttlelager ermöglicht Domino eine deutlich höhere Leistung und schafft Reserven für weiteres Wachstum.

    Bild: HWArobotics

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