Linde errichtet am konzernweit größten Komplex für die Gaserzeugung in Leuna einen zusätzlichen Wasserstoff-Verflüssiger.

Bild: Linde

Europaweit steigende Nachfrage Linde errichtet neuen Wasserstoff-Verflüssiger in Sachsen-Anhalt

30.10.2018

Linde erweitert den konzernweit größten Komplex für die Gaserzeugung um einen zusätzlichen Wasserstoff-Verflüssiger. Die Anlage soll 2021 in Betrieb gehen und die bisherigen Produktionskapazitäten für Flüssigwasserstoff (LH2) verdoppeln.

Mit dem Anlagen-Neubau in Leuna, Sachsen-Anhalt, reagiert Linde auf die europaweit steigende Nachfrage nach Wasserstoff. „Mit dem neuen Wasserstoff-Verflüssiger bieten wir unseren Kunden künftig noch höhere Standards bei Lieferbereitschaft, Portfoliobreite sowie bei der Produktreinheit“, sagt Jens Waldeck, Head of Region Central Europe bei Linde. „Mit Blick auf die zunehmende Verwendung von Wasserstoff als Kraftstoff für den Straßen- und Schienenverkehr ist der Wasserstoff-Verflüssiger darüber hinaus eine wertvolle Investition in die Zukunft.“

Produktionskapazitäten verdoppeln

In Europa arbeiten aktuell nur drei Wasserstoff-Verflüssigungsanlagen. Eine davon befindet sich am Linde-Produktionsstandort Leuna, wo nun auch die neue Anlage entsteht. Der neue Verflüssiger wird – wie auch der erste – über eine Kapazität von fünf Tonnen pro Tag verfügen.

Beide Anlagen werden von den benachbarten Wasserstoff-Produktionsanlagen über eine Pipeline mit dem gasförmigen Rohprodukt versorgt. Bei einer Temperatur von -253 °C wird der Wasserstoff (LH2) verflüssigt und anschließend an speziellen Füllständen zum Transport in LH2-Containerfahrzeuge verladen. Mit der Verdopplung der Produktionskapazitäten soll auch die Spezialfahrzeug-Flotte erweitert werden, um den zusätzlichen Wasserstoff schnell und sicher zu den Kunden zu bringen.

Einsatz in der Halbleiterindustrie

Tiefkalt verflüssigter Wasserstoff kommt in unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz. Gerade auch bei der Chipherstellung wird hochreiner Wasserstoff als Prozessgas genutzt. „Hier sind extrem hohe Gasqualitäten gefragt. Daher können die Reinstgase nur von Quellen bezogen werden, die von den Kunden im Vorfeld für die Belieferung freigegeben wurden. Darüber hinaus ist die Versorgungssicherheit für die Chiphersteller entscheidend“, beschreibt Dr. Philipp Beckmann, Geschäftsführer von Linde Electronics.

Mit dem neuen Verflüssiger erhöht Linde nicht nur die verfügbaren Kapazitäten insgesamt – der Produktionsstandort Leuna gewährleistet auch kurze Transportwege zu den Kunden der sächsischen Elektronikindustrie. Der Branchenverband Silicon Saxony ist Europas größter Mikroelektronik-Cluster und der fünftgrößte weltweit. Jeder dritte in Europa produzierte Chip stammt aus Sachsen.

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  • Um den zusätzlichen Flüssigwasserstoff schnell und sicher zu den Kunden zu bringen, erweitert Linde auch seine Spezialfahrzeug-Flotte signifikant.

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