Dirk Finstel ist seit Anfang 2019 als Associate Vice President Embedded IoT Europe bei Advantech. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Embedded Computing Industry. Zuvor war Finstel CEO Sales & Marketing für den Bereich Embedded-Boards und CTO sowie Mitglied des Vorstands bei Kontron.

Bild: Advantech

Industrial Ecosystem IoT-Entwicklungen sind kein Egotrip

20.07.2020

Advantech gehört zu wichtigsten Anbietern von intelligenten IoT-Plattformen und Embedded-Systemen in Europa. Doch wo steht das Unternehmen aktuell und was plant es für die Zukunft? Hier meine persönliche Vision.

Dirk Finstel ist mit diesem Beitrag im E&E-Kompendium 2020 als einer von 100 Machern der Elektronikwelt vertreten. Alle Beiträge des E&E-Kompendiums finden Sie in unserer Rubrik Menschen.

Ich bin jetzt seit über 30 Jahren in der Embedded-Industrie tätig und habe damit dieses Geschäft mit seinen teilweise sehr speziellen Ausprägungen und Anforderungen quasi von der Pike auf kennengelernt. Nachdem ich zunächst erfolgreich mein eigenes Unternehmen gegründet hatte, habe ich im Laufe dieser Zeit auch unterschiedlichste Positionen im Top-Management der wichtigsten Player in diesem Markt ausgefüllt und konnte diesen somit sicherlich auch mitgestalten und prägen.

Seit Anfang 2019 bin ich jetzt bei Advantech, dem weltweit führenden Embedded-Anbieter in den Bereichen intelligente Building Blocks, AIoT-Plattformen und Embedded-Systeme und leite als Teil einer Doppelspitze den europäischen Arm des Unternehmens. Die beiden größten Standorte sind Eindhoven und München.

Wir beschäftigen hier in Operations, Finance, Marketing, Produktmanagement, Sales, Projektmangement, dem R&D-Center, der lokalen Produktion und dem RMA- und Logistikzentrum europaweit insgesamt circa 550 Mitarbeiter und sind somit nah bei unseren Kunden. Wir können sie so auch hervorragend beim Design-in Ihrer Anwendungen oder Customization-Projekten begleiten.

IoT-Plattform in Co-Creation

Der Aufbau einer skalierbaren Organisation ist für mich dabei von herausragender Bedeutung. Dazu gehören sauber definierte Prozesse, State-of–the-Art-Technologien, lokaler technischer Support und Operational Excellence. Besonders am Herzen liegt mir der Ausbau unserer führenden Position bei AIoT-Cloud-Lösungen.

Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern entwickeln wir unsere Open-Source-basierende IoT-Plattform WISE-PaaS selbst. Viele Kunden verlangen eine End-to-End-Lösung. Das bedeutet, Daten vom Sensor über die Cloud bis in die finale IT-Applikation sicher zu übertragen. Aus Gründen der Komplexität machen wir das selbst, sodass unsere Kunden besonders von unserem tiefen Technologieverständnis profitieren können.

Mittlerweile arbeiten fast 200 Software-Entwickler an diesem Projekt, die die WISE-PaaS-Plattform pflegen und neue Features entwickeln, testen und einspielen. Unsere Partner können sogar eigene Apps für die IoT-Plattform designen. Denn ergänzt wird das Ganze dabei durch unsrer Co-Creation-Strategie. IoT-Anwendungen kann man in den seltensten Fällen als Einzelfirma entwickeln. Dafür ist das Thema technologisch in Bezug auf Hardware, Software und Vertikalisierung zu komplex und fragmentiert. Sie benötigen kompetente Firmen oder Systemintegratoren.

Europas größter Embedded-IoT-Player

Mein klares Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren den Umsatz in Europa zu verdoppeln. Das gelingt nur mit neuen Partnern und Mitarbeitern, was gerade bei der angespannten Marktsituation für Fachkräfte ein schwieriges Unterfangen ist.

Was möchte ich noch mit und für Advantech erreichen? Wir wollen in Europa die absolute Nummer eins im Embedded-Bereich werden, aber auch in weitere Wertschöpfungsketten expandieren. Das heißt: Wir wollen auch hier der größte Embedded-IoT-Player werden. Mit unserer Hilfe sollen Kunden ihre Unternehmen auf einfache Weise in die digitale Zukunft überführen können. Dies ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme, da das Gros unserer Kunden erst langsam bereit ist, die Digitalisierung komplett in ihren Unternehmen zu implementieren und entsprechende digitalisierte Prozesse aufzusetzen.

Wir werden sie dabei begleiten – und darauf freue ich mich!

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