Nachhaltige Kombination Igus testet Kunststofflager auf Holzwellen

igus GmbH

Wellen aus Holz? Eine Designstudie hat gezeigt, ob das klappen kann.

Bild: Igus
22.06.2023

Holz und Kunststoff, ob das zusammengeht? Igus ist der Frage in einer Designstudie nachgegangen und hat das Reib- und Verschleißverhalten von Kunststofflinearlagern auf verschiedenen Hölzern getestet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Igus hat in einer Studie untersucht, wie Kunststofflager auf Holzwellen funktionieren. Hierzu nutzte das Unternehmen Iglidur J4, einen Kunststoff, der bis zu 97 Prozent aus Regranulat besteht und sich mit seinen großen Auflageflächen bereits für weiche Wellen wie Aluminium und Kohlefaser eignet.

Wie es zu der Idee kam, das Ganze mit Holz als Werkstoff zu überprüfen, erklärt Lars Fenger, Produktentwickler bei Igus: „Wir wollten den Nachhaltigkeitsgedanken zu Ende denken. Bei unseren wartungsfreien Hochleistungskunststoffen arbeiten wir bereits seit Jahren mit Rezyklat. Nun haben wir uns überlegt, wie wir auch das Wellenmaterial mit einer nachhaltigen Lösung ersetzen können, da lag Holz nahe.“ Kunden würden so eine metallfreie, leichte und kostengünstige Linearführung erhalten.

Reibwerte vergleichbar zu Stahl und Aluminium

Um bei der vielfältigen Holzauswahl die richtigen Holztypen zu bestimmen, wurden zunächst Biegefestigkeitsversuche verschiedener Hölzer durchgeführt. „Im Anschluss haben wir verschiedene Lineargleitlager auf den Holzwellen getestet und mit den Werten auf Stahlwellen verglichen. Und das Ganze auf dem gleichen Testequipment und unter den gleichen Bedingungen“, sagt Fenger. „Das Ergebnis war eine kleine Überraschung.“

Die Versuche fanden im hauseigenen 3.800 m2 großen Testlabor bei Igus in Köln statt. Im Fall der Holzwellen zeigte sich, dass die ermittelten Verschleißwerte von Iglidur J4 nur geringfügig von den Ergebnissen auf Stahl oder Aluminium abweichen. Bei den Reibwerten wurde deutlich, dass Holzwellen mit Holzlagern ohne Schmierung schnell zum Ausfall neigen, während eine Lineargleitfolie aus Iglidur J4 helfen kann, die Verschiebewiderstände langfristig zu reduzieren, und das nahezu geräuschlos.

Da Holz ein arbeitendes Material ist, das sich unter Temperatur und Feuchtigkeit verändert, sollte der Einsatzfall im Vorhinein geprüft werden. Eine Anwendung bei gleichbleibenden Umgebungsbedingungen wie in der Innenarchitektur von Tiny Houses oder auch im Möbelbau ist laut Igus aber sehr zu empfehlen.

Viele Kunden des Unternehmens setzen bereits jetzt auf Kunststoffgleitlager als Gegenlaufpartner zu Holz. Das liegt nicht zuletzt an der leichten Montage und Demontage der Gleitfolien, die eine saubere Trennung der Materialien am Ende des Produktlebenszyklus ermöglichen.

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