Die magnetischen Kit-Encoder von Posital sind nun mit BiSS-Line-Interface verfügbar. Die Open-Source-Schnittstelle ebnet den Weg zur Einkabeltechnik in Motoren.

Bild: Posital

Open-Source-Schnittstelle für Feedback-Kits Hin zur Einkabeltechnik in Motoren

11.03.2019

Posital hat die Implementierung der BiSS-Line-Schnittstelle für seine magnetischen Motorfeedback-Kits abgeschlossen. Das sorgt für noch mehr Rückenwind bei der praktischen Umsetzung der Einkabeltechnik in Servo- und Schrittmotoren.

Posital bietet seine einbaufertigen Montage-Kits nun serienmäßig in der Zwei- und Vier-Draht-Version für BiSS Line an. Bei der platz- und zeitsparenden Einkabeltechnik werden Strom und Drehgebersignal in einer einzigen Leitung übertragen.

Bei der Vier-Draht-Version sind insgesamt vier Litzen in das Anschlusskabel integriert, wobei jeweils zwei für den Datentransfer und zwei für die Energieversorgung genutzt werden. Um dies technisch umzusetzen, sind echte Hybridkabel erforderlich.

Deutlich einfacher geht es bei der Zwei-Draht-Version zu. Hier genügen zwei Litzen zur gleichzeitigen Übertragung von Daten und Energie. Der Clou des Systems ist die gezielte Aufmodulation der Daten auf die Leiter. Physikalisch müssen hierzu auf beiden Seiten Koppler verwendet werden. Auf diese Weise wird die Übertragung der Daten noch robuster als beim Vier-Draht-System. Leitungslängen bis 100 m sind kein Problem.

Einkabeltechnik ist weniger fehleranfällig

Den Startschuss für die Vier-Draht-Version von BiSS Line hat Posital vor knapp 1,5 Jahren gegeben. Besonders populär sei die Version in Asien, wie Klaus Matzker, Produktmanager für Drehgeber und Motor-Kits bei Posital, berichtet. „Mit der Zwei-Draht-Version forcieren wir das Tempo jetzt noch einmal“, sagt er.

Als besonders vorteilhaft erweist sich der Einkabelansatz vor allem in kleineren Motoren, bei denen das Platzieren von zwei Steckern aufgrund des Platzmangels schon immer schwierig war. Dabei sprechen für die Einkabeltechnik nicht nur der reduzierte Materialeinsatz sowie der geringere Montageaufwand und die damit verbundene Kostensenkung. Ein echtes Plus ist laut Posital auch die deutlich reduzierte Fehleranfälligkeit der Anschlusstechnik.

Offene statt proprietäre Schnittstellen

Zu den Besonderheiten der BiSS-Line-Schnittstelle gehört die Implementierung der optionalen Forward-Error-Correction-Funktion (FEC), die eine hohe Verfügbarkeit der Datenkommunikation auch bei gestörten und minderwertigen Kabel- und Steckverbindungen ermöglichen soll. Die Aktivierung der FEC-Funktion toleriert selbst den Einsatz von Bremsleitungen statt regulärer Geberleitungen. BiSS Line garantiert dabei eine Buszykluszeit von 62,5 µs, was dynamische Antriebsregelungen sicherstellt.

„Mit Unterstützung der Open-Source-Schnittstelle BiSS Line setzen wir unsere seit Jahren klare Ausrichtung auf offene, nicht-proprietäre Kommunikationsprotokolle konsequent fort“, so Jörg Paulus, General Manager Sales für das Europa-Geschäft von Posital. Während viele Marktbegleiter auf proprietäre Schnittstellen setzen, so Paulus weiter, sei Posital „vehementer Verfechter von offenen Schnittstellen“.

Die Software für die Nutzung der BiSS-Line-Schnittstelle steht kostenfrei auf der Website der Biss Association zur Verfügung.

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