Die Branche sucht Antworten auf wachsende KI-Anforderungen

Highlights der Electronica 2026

Auf der Electronica zeigen rund 3.500 Aussteller, wie aus einzelnen Komponenten integrierte, intelligente und sichere Komplettsysteme entstehen.

Bild: Messe München
19.10.2026

Ob Sprach- und Objekterkennung, Bildklassifizierung, vorausschauende Wartung oder autonome Steuerung: KI-Anwendungen setzen leistungsfähige Elektronik voraus. Moderne Halbleiter und Sensoren, skalierbare Embedded-Systeme sowie effiziente Kommunikation schaffen die Grundlage für KI-Lösungen in Industrie, Mobilität, Energie und Medizin. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI wachsen zugleich die Anforderungen an Rechenleistung, Energieeffizienz und Cyberresilienz. Welche Technologien diese Entwicklung prägen, zeigt die Elektronikbranche vom 10. bis 13. November auf der Electronica in München.

Die Elektronikindustrie liefert die technologischen Grundlagen für die All Electric Society und ermöglicht intelligente Anwendungen in Energieversorgung, Mobilität, Industrieautomation und Gebäuden. „Künstliche Intelligenz stellt völlig neue Anforderungen an Elektroniksysteme. Gefragt sind leistungsfähige, energieeffiziente und sichere Lösungen, bei denen Hardware, Software und Konnektivität nahtlos zusammenspielen“, sagt Caroline Pannier, Projektleiterin der Electronica. „Genau diese Entwicklungen stehen auf der Electronica im Mittelpunkt.“

​KI als Beschleuniger und Belastungstest für Wirtschaft und Infrastruktur

Um innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen heute KI in ihre Produkte, Services und Prozesse integrieren. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft nutzen bereits 66,3 Prozent der großen Unternehmen KI, bei mittleren Unternehmen sind es etwa die Hälfte. Den größten Nachholbedarf haben kleine Unternehmen: Lediglich 35,6 Prozent setzen KI für ihren Betrieb ein.

Gleichzeitig entstehen mit KI völlig neue Möglichkeiten: Maschinen und Fahrzeuge werden intelligenter, Energienetze effizienter, medizinische Diagnosen präziser und Geräte autonomer. Allerdings steigen mit dem wachsenden Einsatz von KI der Energiebedarf sowie die Anforderungen an die Cybersicherheit.

​Energieeffizienz und Cyber-Resilienz als zentrale Kriterien

Aufgrund des verstärkten Einsatzes von KI müssen moderne Elektroniksysteme eine hohe Rechenleistung bereitstellen, Energie sparsam nutzen und thermisch zuverlässig arbeiten. Gleichzeitig wächst mit zunehmend vernetzten Systemen, die große Mengen an Daten austauschen, sowie den regelmäßigen Software-Updates die Angriffsfläche für Cyberrisiken.

Energieeffizienz und Cyber-Resilienz entwickeln sich somit von einzelnen losen Anforderungen hin zu zentralen Systemkriterien. Zudem erhöht der Cyber Resilience Act (CRA) der EU den Handlungsdruck auf die Unternehmen. Ansätze wie „Security-by-Design“ sind daher bereits in der Architekturphase zu verankern und über Hardware, Software, Schnittstellen, Updates und Betriebskonzepte hinweg zu integrieren.

​Hardware, Software und Application Layer wachsen zusammen

​Die Entwicklung moderner Elektronik verlagert sich zunehmend vom Optimieren einzelner Komponenten hin zu integrierten Komplettsystemen. Entscheidend ist nicht mehr allein die Leistung eines einzelnen Prozessors, Sensors oder Moduls, sondern das Zusammenspiel aus Hard- und Software, Betriebssystem, Konnektivität, Sicherheit und Anwendungsebene. Kunden erwarten Produkte, die sich schnell integrieren, einfach skalieren und über den kompletten Lebenszyklus hinweg aktualisieren lassen. Damit steigen die Anforderungen an das Systemdesign, die Softwarequalität sowie das Lifecycle-Management. Für die Elektronikindustrie eröffnen sich dadurch zugleich Chancen, neue Märkte zu erschließen und sich für die Zukunft wettbewerbsfähig aufzustellen.

​Electronica als Plattform für KI, Cyber-Resilienz und Energieeffizienz

Als Weltleitmesse der Elektronik bringt die Electronica führende Akteure zusammen, die das gesamte Spektrum der Branche abbilden. Rund 3.500 Aussteller aus etwa 60 Ländern zeigen, wie aus einzelnen Komponenten integrierte, intelligente und sichere Komplettsysteme entstehen. Im Fokus stehen dabei die zentralen Leitthemen Künstliche Intelligenz, Energieeffizienz und Cyber-Resilienz. Ein umfangreiches Rahmenprogramm sorgt für zusätzlichen Austausch und Wissenstransfer. Parallel bietet die Semicon Europa in zweieinhalb Hallen Einblicke in die komplette Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie.

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