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Seit drei Jahren im Vertrieb bei Flottweg baut Dr. Mathias Aschenbrenner, Sales Engineer Chemical, Pharmaceutical and Food, derzeit ein Team für Prozesslösungen im Bereich Pflanzenproteine auf. Ein sehr vielversprechender aber auch dynamischer und fordernder Markt. Durch Bündelung des internen Knowhows und durch Kooperation mit externen Technologiepartnern sieht er Flottweg bestens für die Zukunft gerüstet.

Bild: Flottweg

Dr. Mathias Aschenbrenner, Flottweg Die Zukunft liegt im Pflanzenprotein

25.10.2022

Noch vor wenigen Jahren führten Pflanzenproteinprodukte ein trauriges Nischendasein in den Supermarktregalen. Doch dies hat sich in den letzten Jahren spürbar geändert und der Pflanzenproteinmarkt boomt. Doch handelt es sich dabei um einen kurzfristigen Hype oder ist es vielmehr eine langfristige Entwicklung? Und welche Rolle spielt dabei Separationstechnik?

Eine Art Urknall stellt die Gründung der inzwischen weltberühmten Unternehmen „Beyond Meat“ und „Impossible Foods“ in den Jahren 2009 und 2011 im Silicon Valley dar. Mit viel unternehmerischem Geschick und ausgefeilten Marketingstrategien schafften es die Start-ups mit pflanzenbasierten Burger-Pattys innerhalb von einer Dekade vom kleinen Start-up zum Global Player.

Was heute logisch erscheint, war damals ein genialer Schachzug. Denn dadurch konnte eine deutlich größere Konsumentengruppe, die sogenannten Flexitarier, erschlossen werden. Dabei handelt es sich um Konsumenten, die gerne Fleisch essen, aber auch jederzeit auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen, sofern dabei Geschmack und Preis stimmen.

Eine nachhaltige Entwicklung

Eine Reihe an weiteren Fakten spricht klar für pflanzliches Protein: Die heutige Weltbevölkerung von etwa 7,6 Mrd. erreicht nach Expertenschätzungen einen Anstieg auf etwa 9,8 Mrd. (in 2050) und circa 11,2 Mrd. (in 2100). All diese Menschen sind angewiesen auf eine ausreichende Proteinversorgung. Eine Versorgung rein auf Basis von tierischem Eiweiß stößt hier an ihre ökologischen und ethischen Grenzen.

Die Gewinnung von Proteinen direkt aus der Pflanze ist deutlich ressourcenschonender als der Umweg über die Viehhaltung, wo die Pflanzen lediglich als Futtermittel fungieren und ein Großteil der enthaltenen Nährstoffe ungenutzt bleibt. Der regionale Anbau von beispielsweise Erbsen, Bohnen, Lupinen und Raps bringt auch eine deutlichere Verbesserung der Biodiversität, da diese blühenden Pflanzen gleichzeitig auch eine Nahrungsquelle für die Insektenwelt
darstellen.

Der Weg des Proteins und was Separationstechnik damit zu tun hat

Als Proteinquelle kommen Stärkepflanzen, aber auch Ölpflanzen in Frage. Zu den typischen Stärkepflanzen gehören unter anderem Erbse, Ackerbohne, Mungbohne und Linse. Zur Gruppe der Ölpflanzen gehören unter anderem Soja, Raps, Lupine, Sonnenblume, Leinsaat. Im Falle beider Rohstoffgruppen macht man sich eine natürliche Eigenschaft der Proteine zunutze.

Die Löslichkeit der Proteine in wässrigem Medium ist abhängig vom pH-Wert. So kann das Protein in einem ersten Schritt bei hohem pH-Wert aus den Pflanzenteilen herausgelöst werden und von den restlichen Pflanzenfeststoffen (Fasern und Stärke) mittels einer Dekanterzentrifuge getrennt werden. Dieses gewonnene flüssige Protein wird in einem zweiten Schritt durch pH-Wert-Absenkung wieder unlöslich und kann dadurch mit einem weiteren Dekanter von der restlichen Lösung getrennt werden. Dieses gefällte Protein wird durch anschließende Waschstufen weiter konzentriert und damit zum sogenannten Protein-Isolat.

Wie der Name schon sagt, enthalten Stärkepflanzen nicht nur Protein (circa 20 bis 25 Prozent), sondern einen beträchtlichen Anteil an Stärke und Fasern. Mit Hilfe des Trennprozesses lassen sich alle drei Bestandteile in hochreiner Form gewinnen. Somit sind Stärke und Fasern keinesfalls lästige Nebenprodukte, sondern können ebenfalls als hochwertige Rohstoffe vermarktet werden. Wichtig ist, dass der vorausgehende Entölungsprozess möglichst schonend abläuft, da sonst das Protein vorgeschädigt ist und nicht mehr aus der Pflanzenmatrix gelöst werden kann.

Ein Blick in die Zukunft

Aufgrund der Summe an Fakten spricht alles für eine nachhaltige und langfristige Entwicklung. Von einem kurzen Trend oder Hype kann daher keine Rede mehr sein. Industriezentrifugen helfen dabei, wertvolle Ressourcen schonend und nachhaltig zu verwerten – damit Pflanzenprotein weiterhin die Lebensmittelbranche revolutioniert und einen festen Platz im alltäglichen Speisenplan findet.

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