Fabian Manger ist Senior Produktmanager Prozesssensoren bei Baumer.

Bild: Baumer

Interview über Plug-&-Play-Lösung zur Grenzstandmessung Der selbstlernende Sensor

12.03.2020

Rezepturwechsel machen des Öfteren eine erneute Parametrierung der Sensoren nötig. Das wirkt sich gerade bei häufigen Wechseln schnell auf die Effektivität der Anlage aus. Im Gespräch mit P&A erklärt Fabian Manger, Senior Produkt Manager Prozesssensoren bei Baumer, weshalb der selbstlernende Sensor CleverLevel PL20 die Lösung ist und wie er funktioniert.

Florian Mayr, P&A:

Baumers neuer Füllstandsschalter kann sich nun selbst auf diverse Medien einstellen. Was bringt dieses Feature?

Fabian Manger:

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass der Anlagenbetreiber den Sensor nicht parametrieren muss. Selbst bei häufigen Rezepturwechseln stellt er die Schaltschwelle automatisch ein. Diese einfache Plug-&-Play-Lösung von Baumer spart Rüst- und Stillstandszeiten und erhöht die Gesamtanlageneffektivität. Dabei ist es egal, ob es sich um flüssige, pastöse, klebrige oder granulare Medien handelt. Der CleverLevel PL20 erkennt sie sicher und zuverlässig.

Auf welche Technologie setzen Sie beim PL20?

Die Grenzstandmessung mit dem CleverLevel erfolgt auf Basis der Frequenzhubtechnologie. Mit dieser Technologie blicken wir bereits auf eine langjährige Erfahrung bei der Messung von Grenzständen zurück.

Gibt es – neben der adaptiven Medienerkennung – noch weitere Neuerungen an der Baureihe?

Nicht nur für die Erfassung von Grenzständen ist der CleverLevel PL20 die optimale Lösung. Dank optionalem 4…20-mA-Analogsignal kann zusätzlich zwischen den Medien im Prozess differenziert oder die Schaltschwelle flexibel gesetzt werden. Zum Beispiel kann ein erfolgreicher Reinigungsprozess oder der Feuchtigkeitsgehalt von Granulaten und pulvrigen Produkten evaluiert werden. Durch diese Schnittstelle kann der Sensor darüber hinaus einfach und schnell in bestehende Systeme integriert werden.

Für wen genau lohnt sich der Einsatz eines selbstlernenden Sensors?

Der neue CleverLevel PL20 löst eine Vielzahl von Anwendungen, bei denen heute die klassische Schwinggabel zum Einsatz kommt. Besonders bei Anwendungen mit häufigen Medienwechseln und Anhaftung spielt der Füllstandssensor seine Vorteile aus. Der selbstlernende Sensor passt sich automatisch an die unterschiedlichen Medien an und muss nicht wie bei bisher am Markt verfügbaren Produkten parametriert werden. Somit bietet er dem Anlagenbetreiber eine clevere und zuverlässige Lösung für flexible und kurzfristige Bedarfsänderungen.

Stellen Anhaftungen ein Problem für den PL20 dar?

Ein großer Vorteil gegenüber der Schwinggabel ist, dass selbst Anhaftungen, wie sie bei zähflüssigen Medien vorkommen, das Schaltverhalten des Sensors nicht beeinflussen. Auch bei statischer Anhaftung passt der Sensor die Schaltschwelle ohne Parametrierung an und blendet diese automatisch aus. Dies führt zu geringeren Stillstandszeiten, höherer Prozesssicherheit sowie einer Verbesserung der Gesamtanlageneffektivität. Zudem ist der neue CleverLevel optimiert für Reinigungsprozesse wie die CIP- oder SIP-Reinigung. Dort kommt es immer wieder zu Fehlschaltungen von Sensoren, da diese nicht zwischen den Prozessmedien und den Reinigungsmedien unterscheiden können. Der CleverLevel PL20 löst diese Herausforderung, indem er Reinigungsmedien während des Reinigungsprozesses ausblendet.

Bildergalerie

  • Die CleverLevel-Füllstandsschalter PL20 von Baumer müssen nicht wie bisher auf ein Medium parametriert werden, sondern passen sich adaptiv auf das Medium an.

    Bild: Baumer

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