So denken 20 Prozent der befragten Security-Professionals, dass sie mit ihren Sicherheitspraktiken hinterherhinken, 13 Prozent glauben, auf der Stelle zu treten, und lediglich 27 Prozent versuchen überhaupt, der Bedrohungslage gerecht zu werden.

Bild: iStock, Arkadiusz Warguła

Knappe Budgets und mangelnde Unterstützung Cybersecurity oft durch eigenes Unternehmen ausgebremst

02.08.2022

Über die Hälfte der IT-Sicherheitsentscheider sind der Meinung, dass ihre Sicherheitsstrategie nicht mit der aktuellen Bedrohungslage Schritt hält, wie eine Befragung von Delinea zeigt. Die gefühlte und tatsächliche Sicherheit klaffen weit auseinander.

Dabei offenbart die Befragung von Delinea, dem Spezialisten für Privileged-Access-Management-Lösungen (PAM) für nahtlose Sicherheit, von knapp 2.100 Sicherheitsentscheidern weltweit auch Unterschiede zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Wirksamkeit von Sicherheitspraktiken. Obwohl 40 Prozent der Befragten überzeugt sind, dass sie über eine adäquate Security-Strategie verfügen, mussten 84 Prozent zugeben, dass ihr Unternehmen in den letzten anderthalb Jahren eine Identitäts-bezogene Kompromittierung oder einen Angriff erlebt hat, der auf gestohlenen Anmeldedaten zurückzuführen ist.

Identitätssicherheit ist eine Priorität

Positiv zu erwähnen ist, dass viele Unternehmen durchaus Bereitschaft für Veränderungen und Optimierungen zeigen, insbesondere wenn es um den Schutz von Identitäten geht. Tatsächlich geben 90 Prozent der Befragten an, dass ihre Unternehmen die Bedeutung von Identitätssicherheit für das Erreichen ihrer Geschäftsziele voll und ganz erkennen, wobei 87 Prozent in der Absicherung von Identitäten eine der wichtigsten Sicherheitsprioritäten für die nächsten 12 Monate sehen.

Gleichzeitig befürchten drei Viertel der IT- und Sicherheitsexperten, dass ihre Maßnahmen beim Schutz privilegierter Identitäten zu kurz greifen, weil sie nicht die nötige Unterstützung – sei es durch entsprechende Budgets oder die Ausrichtung der Führungsebene – erhalten. So gaben 63 Prozent der Befragten an, dass die Geschäftsführung ihres Unternehmens die Identitätssicherheit und die Rolle, die sie bei der Ermöglichung besserer Geschäftsabläufe spielt, noch nicht vollständig versteht.

„Obwohl Geschäftsführer die Bedeutung von Identitätssicherheit mittlerweile erkannt haben, erhält der Großteil der Sicherheitsteams dennoch nicht die Unterstützung und das Budget, das sie benötigen, um wichtige Sicherheitskontrollen und -lösungen umzusetzen, die ihnen helfen, die größten Risiken zu reduzieren“, kommentiert Joseph Carson, Chief Security Scientist und Advisory CISO bei Delinea. „Das bedeutet, dass die Mehrheit der Unternehmen auch weiterhin nicht in der Lage sein wird, ihre Privilegien angemessen zu schützen, und daher anfällig für Cyberkriminelle sind, die es auf ihre privilegierten Accounts abgesehen haben.“

Fehlende Sicherheitsrichtlinien und ungeschützte Maschinen-Identitäten

Die Studie zeigt, dass Unternehmen trotz guter Absichten noch einen weiten Weg vor sich haben, wenn es um die Absicherung von privilegierten Identitäten und Zugriffen geht. So hat nur weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen kontinuierliche Sicherheitsrichtlinien und -prozesse für die Verwaltung von privilegierten Zugriffen implementiert, wie zum Beispiel eine Rotation oder Genehmigung von Passwörtern, zeit- oder kontextbasierte Sicherheit oder Privileged Behavior Monitoring, wie zum Beispiel Aufzeichnungen und Audits. Noch besorgniserregender ist jedoch, dass mehr als die Hälfte aller Befragten (52 Prozent) es privilegierten Benutzern erlauben, auf sensible Systeme und Daten zuzugreifen, ohne dass eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erforderlich ist.

Und auch ein weiteres gefährliches Versäumnis bringt der Report ans Licht: Denn obwohl zu den privilegierten und damit schützenswerten Identitäten neben menschlichen Usern, wie Domain- und lokale Administratoren, auch nicht-menschliche Identitäten, wie Dienstkonten, Anwendungskonten, Code und andere Arten von Maschinen-Identitäten gehören, die automatisch Verbindungen herstellen und privilegierte Informationen freigeben, laufen letztere oft unter dem Radar. Nur 44 Prozent der Unternehmen verwalten und sichern diese maschinellen Identitäten angemessen ab, während die Mehrheit sie ungeschützt lässt und damit anfällig für Angriffe macht.

„Cyberkriminelle suchen immer nach dem schwächsten Glied, und das Übersehen von 'nicht-menschlichen' Identitäten – vor allem in Zeiten, in denen diese schneller wachsen als menschliche Nutzer – erhöht das Risiko von Privilegien-basierten Angriffen erheblich“, so Carson. „Wenn Angreifer Maschinen- und Anwendungsidentitäten anvisieren, können sie sich leicht verstecken und im Netzwerk bewegen, um den besten Ort für einen Angriff zu finden, wo sie den größten Schaden anrichten können. Unternehmen müssen deshalb unbedingt sicherstellen, dass auch Maschinen-Identitäten in ihre Sicherheitsstrategien einbezogen werden und zudem Best Practices befolgen, wenn es um den Schutz all ihrer IT-'Superuser'-Konten geht, die, wenn sie kompromittiert werden, das gesamte Unternehmen zum Stillstand bringen können.“

Die vollständigen Report-Ergebnisse stehen hier zum Download bereit.

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