BMW will sein Werk in Leipzig zunehmend von fossilen Brennstoffen unabhängig machen. Einen Teil tragen nun grüne H2-Brenner bei.

Bild: Tom Kirkpatrick, BMW

Dekarbonisierung der Produktion BMW rüstet auf Wasserstoff-Brenner um

31.10.2022

Auf dem Green Day am 20. Oktober 2022 hat das BMW-Werk Leipzig den Einsatz von Wasserstofftechnologie in Produktion und Logistik verkündet. Mit dem grünen Energieträger soll von Erdgas als Ressource abgewichen werden. Für eine entsprechende Umrüstung in der Lackiertrocknung und im Kesselhaus liefert die Firma Saacke passende Wasserstoffbrenner.

Im BMW-Werk Leipzig hat sich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Dekarbonisierung vollzogen: Auf dem Green Day präsentierte der Automobilhersteller unter anderem die Potenziale des Energieträgers Wasserstoff als Ersatz für fossile Brennstoffe anhand konkreter Vorhaben in Produktion und Logistik. Eine wichtige Rolle spielen dabei Brenner des Feuerungsspezialisten Saacke aus Bremen.

Der erste Brenner wurde bereits live am 20. Oktober von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt. Die moderne Feuerungstechnik mit einer Leistung von einigen 100 kW soll in der Lackiertrocknerstraße sowie der thermischen Nachverbrennung und schlussendlich auch im Kesselhaus zum Einsatz kommen. „Saacke profitiert hierbei von jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Wasserstoffbrennern und konnte daher bewährte Feuerungsanlagen des Typs SSBG micro mit wenig Aufwand auf den H2-Betrieb und den vom üblichen Portfolio abweichenden, deutlich kleineren Leistungsbereich umrüsten“, sagt Dr. Ronald Wilhelm, Saacke-Projektverantwortlicher im Bereich Produktmanagement. „Damit sind wir die Ersten weltweit, die einen H2-Brenner in dieser kleinen Leistungsgröße entwickelt haben und zeigen einmal mehr: Grüne Wärme ist machbar.“

Weitere Maßnahmen zur Dekarbonisierung geplant

Grundsätzlich könnte die in Leipzig implementierte Technik in allen Automobilwerken eingesetzt werden. „BMW in Leipzig beauftrage uns 2021 und wir entwickelten innerhalb weniger Monate einen Brenner, der exakt auf die Anforderungen vor Ort ausgerichtet ist“, berichtet Martin Gerspach, Leiter Thermo-Prozess-Anlagen bei Saacke. „In den nächsten Jahren sollen sukzessive weitere H2-Brenner am Standort installiert werden.“

Die Vision der BMW Group ist die vollständige Dekarbonisierung der Produktion in Leipzig. Neben den Aspekten nachhaltige Wärmeerzeugung, Logistik und Mobilität im Werk wird auch die Infrastruktur im Umfeld angepasst. So ist etwa eine Wasserstoff-Pipeline in Planung, die das Werk in den nächsten Jahren mit grünem Wasserstoff versorgen soll.

Bildergalerie

  • Saacke rüstete für BMWs Green-Factory-Projekt Feuerungsanlagen des Typs SSBG micro auf Wasserstoff-Betrieb um.

    Saacke rüstete für BMWs Green-Factory-Projekt Feuerungsanlagen des Typs SSBG micro auf Wasserstoff-Betrieb um.

    Bild: Tom Kirkpatrick, BMW

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