20 Prozent der erneuerbaren Energie in Deutschland kommt aus Biogasanlagen. Eine spezielle Beschichtung soll diese langfristig intakt halten.

Bild: Rema Tip Top

Betonbeschichtung gegen Schwefelsäure Biogasanlagen vor Rost und Rissen schützen

26.05.2022

Die Schwefelsäure, die bei der Fermentation in Biogasanlagen entsteht, kann dem Beton und der darin enthaltenen Stahlarmierung zusetzen. Ein Unternehmen hat deshalb eine spezielle Beschichtung entwickelt, die sich schnell und kostengünstig auftragen lässt. In Espelkamp in Nordrhein-Westfalen kam sie bereits zum Einsatz.

In landwirtschaftlichen Biogasanlagen werden meist tierische Exkremente wie Gülle und Energiepflanzen als Substrat eingesetzt. Diese werden in Fermentern bei etwa 40 bis 45 °C unter Ausschluss von Sauerstoff vergoren. Der Vorgang setzt dann Methangas frei, das zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Neben Methangas entsteht bei der Fermentation aber auch biogene Schwefelsäure, die den Beton im oberen Bereich des Fermenters angreift und der darin enthaltenen Stahlarmierung zusetzt. Das Rosten der Armierung führt dann zu Abplatzungen und Undichtigkeit der Betonoberfläche. Darüber hinaus können durch Unterschiede zwischen der Innen- und Außentemperatur Spannungen in der Betonhülle des Fermenters entstehen, die ebenfalls dazu führen, dass der Beton rissig und undicht wird.

Langfristige Lösung gegen Undichtigkeiten

„Viele der Anlagen in Deutschland mit insgesamt mehr als 30.000 Behältern sind inzwischen 20 und mehr Jahre alt und werden alle zwei Jahre auf Dichtigkeit geprüft“, sagt Peter Jansen, Leiter für Oberflächentechnik bei Rema Tip Top West in Kamen. „Die Herausforderung für Anlagenbetreiber besteht darin, eine langlebige Lösung gegen Undichtigkeit der Betonoberflächen durch biogene Schwefelsäure und thermische Spannungen zu finden.“

Als Antwort auf die Belastung durch Schwefelsäure und thermische Spannungen hat Rema Tip Top eine Sprühbeschichtung zur Betonabdichtung speziell für Jauche, Gülle und Sickerwasser (JGS) entwickelt. Im Gegensatz zu Abdichtungen auf Epoxidharz-Basis, bei denen in einem aufwendigen und zeitintensiven Verfahren die gesamte Beschichtung ausgetauscht werden muss, lässt sich Remapur-Bio schnell und kostensparend umsetzen.

Erfahrungen aus Espelkamp

Bei der Oberflächenbehandlung im Inneren eines Fermenters kostet jeder Tag, an dem dieser nicht genutzt werden kann, den Betreiber viel Geld. Deshalb kommt es auf schnelle und langlebige Verarbeitung an. „Durch die neue Bodenbeschichtung von Rema Tip Top konnte unser Fermenter schon nach fünf Tagen wieder befüllt werden, wodurch wir den Betrieb relativ schnell wieder aufnehmen konnten“, berichtet Marc Hohmeier. Bei dem Biogasanlagenbetreiber aus Espelkamp in Nordrhein-Westfalen kam Remapur-Bio 2020 erstmals zum Einsatz. Hohmeier unterstütze Rema Tip Top auch bei der Entwicklung der Betonbeschichtung.

In einem Video stellt die Firma ihre Beschichtung näher vor.

Bildergalerie

  • Im Gegensatz zu üblichen Epoxidharz-Abdichtungen ist die Sprühbeschichtung schnell aufgetragen.

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  • Die Beschichtung verhindert dann, dass der Beton rissig und undicht wird.

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