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Bild: Pixabay

Utility 4.0 und Digitalisierungs-Projekte Baustelle Digitalisierung: Wo stehen Energieversorger?

15.12.2017

IT-Sicherheit und Prozessoptimierung sind die Top-Digitalisierungsthemen von EVU. Das zeigt eine aktuelle Studie. Dass kleine und große Versorger bei ihrem Schritt in die digitale Zukunft nicht alleine sein müssen, zeigt ein neues Netzwerk, in dem Stadtwerke gemeinsam an Digitalisierungsprojekten arbeiten können.

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Wollen Unternehmen der Energiebranche auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein, müssen sie sich von klassischen Versorgern zu digitalen Energiedienstleistern wandeln – Stichwort Utility 4.0. Wie die Unternehmen ihre eigene Transformation zu Utility 4.0 derzeit einschätzen, hat der IT- und Businesspartner Prego Services anlässlich des BDEW-Kongresses 2017 in Berlin mit einer Online-Trendumfrage herausfinden wollen. Die 60 Teilnehmer der Befragung stammen zum überwiegenden Teil aus dem Topmanagement von Energie- und Wasserversorgungs-Unternehmen aller Größen.

Innen- und Außenwahrnehmung gehen auseinander

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Die Energieunternehmen sehen sich selbst besser für die Digitalisierung aufgestellt als ihre Kunden. So glauben 71 Prozent der Studienteilnehmer, ihr Unternehmen sei von seiner generellen Struktur her gut auf die Digitalisierung vorbereitet, 60 Prozent geben dieselbe Einschätzung für die IT-Struktur ihres Unternehmens ab.

Deutlich weniger optimistisch schätzen die Manager dagegen die Kundenwahrnehmung ein. Lediglich 47 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Kunden ihr Unternehmen gut für die Digitalisierung aufgestellt sehen. Noch weniger, nämlich nur 44 Prozent, sehen ihr Partnernetzwerk gut gerüstet. Diese beiden Einschätzungen deuten darauf hin, dass viele Unternehmen verbesserungswürdige Schnittstellen aufweisen, die einer modernen Vernetzung mit Kunden und Partnern im Wege stehen.

Effizienzsteigerungen im Fokus

Die Vorteile, die Experten der Digitalisierung von Energieunternehmen gemeinhin zuschreiben, werden von den befragten Managern mit großer Mehrheit bestätigt. So sind 88 Prozent der Meinung, Utility 4.0 böte große Chancen zu Effizienzsteigerungen; ähnlich hoch ist dieser Wert mit 86 Prozent auch bei den Möglichkeiten von Utility 4.0 für neue Geschäftsmodelle. Nur geringfügig niedriger fällt die Zustimmung bei Kundenbindung (79 Prozent), erhöhter Wettbewerbsfähigkeit vorhandener Geschäftsmodelle (78 Prozent) und Neukundengewinnung (76 Prozent) aus.

Bei der Realisierung dieser Vorteile haben Effizienzsteigerungen für die meisten Energieunternehmen derzeit noch Vorrang vor neuen Geschäftsmodellen. Das zeigen die Antworten der Manager auf die Frage nach ihren strategischen Schlüsselprojekten. Am häufigsten wurden hierbei Smart-Meter-Rollout-Projekte genannt, was nicht verwundert, da diese gesetzlich vorgeschrieben sind. Unmittelbar auf dem zweiten Platz liegen aber Projekte zur Optimierung vorhandener Prozesse. Projekte, die einen Kundenmehrwert schaffen, folgen erst auf Platz drei. 

IT-Sicherheit hat oberste Priorität

Die Frage nach den relevantesten Lösungsansätzen im Rahmen von Utility 4.0 hat eine eindeutige Antwort: die IT-Sicherheit. Mit 98 Prozent finden praktisch alle Studienteilnehmer dieses Thema wichtig. Wirklich überraschend ist das nicht, denn immer mehr Komponenten in den Systemen der Energieunternehmen sind webfähig und vergrößern damit die Angriffsflächen auf ihre kritischen Netze.

Mit 75 Prozent schätzt ein sehr großer Teil der Befragten auch Managed IT-Services als relevanten Lösungsansatz für die Umsetzung von Utility 4.0 ein. Diese Zahl ist im Zusammenhang mit der hohen Bedeutung zu sehen, die die Manager den Effizienzsteigerungen beimessen. Offenbar sind sie sich hierbei über das große Potenzial von Managed Services wie Applikationshosting und -management, Workplace as a Service, Network Operation Center oder Skilled Service Desk im Klaren. 

Die komplette Utility-4.0-Studie bietet Prego Services zum kostenlosen Download an.

Spielwiese für Digitalisierungsideen

Um die Möglichkeiten der Digitalisierung auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen eines Stadtwerks zu erarbeiten und in Pilotprojekten bei beteiligten Stadtwerken umzusetzen, hat Trianel die neue Organisationseinheit Trianel Digital Lab ins Leben gerufen. Dieses versteht sich als offenes Netzwerk für große und kleine Stadtwerke, die aktiv die Transformation der Stadtwerke-Landschaft zu einer digitalen und flexiblen Energiewelt vorantreiben wollen.

Zu den rund 40 Mitgliedern des Trianel Digital Lab gehören unter anderen Trianel-Gesellschafter wie die Stawag, die Stadtwerke Bonn, RhönEnergie Fulda, Stadtwerke Lübeck, NEW und weitere mit Trianel verbundene Unternehmen. Durch die Bündelung von Innovationsinitiativen bauen die Stadtwerke gemeinsam Know-how auf und können wertvolle Skaleneffekte realisieren. Das Digital Lab soll Kostenvorteile, den gemeinsamen Aufbau von Digitalisierungskompetenz sowie wertvolle Impulse für die kulturelle Weiterentwicklung der Unternehmen bieten.

Bereits im September 2017 wurde mit der Entwicklung einer digitalen Agenda begonnen, so dass bereits im ersten Quartal 2018 die ersten Pilotprojekte zu den Themen Chatbot, Software-Roboter und Datenanalyse zur Wechselprävention starten können. Alle teilnehmenden Stadtwerke profitieren von den Erfahrungen aus den einzelnen Pilotprojekten und können Best-Practice-Modelle auf ihre Unternehmen übertragen.

Bildergalerie

  • Die Energiemarktteilnehmer bewerten ihre digitale Aufstellung

  • Relevanz der Lösungsansätze zur Umsetzung von Utility 4.0

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