Holzpellets sind vor allem in den Wintermonaten gefragt und werden deshalb bei der Firma Span-Service schon im Frühsommer handelsgerecht abgepackt.

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Wägesteuerung für Absackungsanlagen Auch bei saisonalen Produkten ganzjährig verpacken

26.11.2019

Der nächste Winter kommt, so viel ist sicher. Die Absackanlage für Holzpellets läuft bei der Firma Span-Service Holzlogistik deshalb schon ab dem Frühsommer auf Hochtouren. Eine Wägesteuerung von B+L stellt dabei sicher, dass jeder abgefüllte Pelletsack das richtige Gewicht für Logistik und Handel besitzt.

Die Wägesteuerung MiniPond 3F ist speziell für das schnelle, präzise Abfüllen und Absacken von Feststoffen, Schüttgütern und Flüssigkeiten bei mittleren Durchsatzleistungen ausgelegt. Integriert in eine Absackanlage des italienischen Verpackungsmaschinen-Herstellers PKT steuert die eichfähige Wägeelektronik den vollständigen Dosierablauf und kann jederzeit auf andere Füllgewichte oder Produkte umgeschaltet werden. Sie liefert auch bei Waagenschwingungen oder Füllgütern mit unterschiedlicher Materialdichte zuverlässig genaue Abfüllergebnisse.

„Die Flexibilität der MiniPond 3F sowie die Schnelligkeit und Präzision der Wägeprozesse sind wichtig für unsere Verpackungsprozesse“, bestätigt Gustav Kühner. Er ist Geschäftsführer der in der dritten Generation familiengeführten Firma Span-Service Holzlogistik aus dem pfälzischen Annweiler. Seine Philosophie: „Der Wald ist die Grundlage des Lebens – unserer Erde. Wenn wir mit unseren Ressourcen sorgsam und nachhaltig umgehen, ist Holz ein Rohstoff der Zukunft.“

Ob Erdenprodukte oder Holzpellets: Saison ist immer

Kühners heutiges Unternehmen hat sich über Jahrzehnte vom ursprünglichen Sägewerk zu einem Know-how-Anbieter für die Verarbeitung, das Recycling und den Transport von Holz entwickelt. Mit dem Werk in Edenkoben präsentiert sich Span-Service erneut als Pionier der Branche.

„Wir werden den Rohstoff Holz in den nächsten zehn Jahren noch sehr viel stärker zu schätzen lernen als heute“, ist sich Kühner sicher und konstatiert insbesondere in Sachen Holz als Energieträger noch einen großen Nachholbedarf. Seine Geschäftsidee ist es, Holzpellets als Schüttgutware anzukaufen, in handelsgerechte Gebinde zu verpacken und über den Fachhandel, Baumärkte und andere Vertriebskanäle zu verkaufen. Ein möglicher Haken dabei: die saisonale Nachfrage nach Pellets, die keine gleichmäßige und wirtschaftliche Auslastung der Verpackungsanlage gewährleistet.

Was also absacken, wenn keine Pelletsaison ist? Die „antizyklische“ Antwort: torffreie Erdenprodukte für Balkon und Garten, Holzhackschnitzel und Rindenmulch – die zudem über die gleichen Verkaufskanäle in den Markt gebracht werden können.

Dementsprechend ist die PKT-Anlage, die bei Span-Service seit Januar 2019 in Betrieb ist, mit Blick auf das Geschäftsmodell des Pfälzer Unternehmens dual konzipiert: „Während wir ab dem Spätjahr torffreie Erdenprodukte, Holzhackschnitzel sowie groben und feinen Rindenmulch verpacken, um im Frühjahr zur Gartensaison lieferfähig zu sein, stellen wir ab dem Frühsommer auf das Absacken von Holzpellets um“, erläutert Siegfried Daneluk, Betriebsleiter des Edenkobener Werks von Span-Service.

Die Holzpellets beziehe man dabei als Schüttgut vorwiegend von regionalen Pelletlieferanten, „die in ihren Pelletierwerken nachhaltig und mit minimalem CO2-Fußabdruck produzieren“, fährt Daneluk fort. „Dadurch können wir unsere Handelspartner, in erster Linie Baumärkte, rechtzeitig zum Herbstbeginn mit Pellets in Säcken à 10, 15 und 25 kg beliefern und den ganzen Winter hindurch eine hohe Nachschub- und Versorgungssicherheit gewährleisten.“

Insgesamt bietet die PKT-Anlage bei Span-Service eine jährliche Verpackungsleistung von 20.000 t und, abhängig vom Format, von bis zu 600 Säcken pro Stunde. Da Erden- und Rindenprodukte nicht nach Gewicht verpackt werden, sondern nach Volumen (in Litern), werden sie in der Verpackungsanlage volumetrisch dosiert. Beim Wechsel auf Pellets, was je nach Auftragslage „per Knopfdruck“ passieren muss, kommuniziert die PKT-Anlage direkt mit dem MiniPond 3F.

Gewichtstoleranzen einhalten

Die MiniPond 3F ist eine Wägesteuerung der neuesten Generation von B+L. „Die Bedienung und die produktbezogenen Einstellungen werden zentral am HMI der Maschine vorgenommen und an die Abfüllsteuerung übertragen“, erklärt Sven Hafenrichter, der als Maschinenführer täglich mit der Anlage arbeitet. Gleichzeitig ist die Wägesteuerung in der Lage, sich während des Abfüllprozesses flexibel an mögliche Änderungen der Produkteigenschaften von Pellets anzupassen.

Digitale Filter zur optimalen Verarbeitung der Wägesignale und bewährte Auswertealgorithmen liefern hohe Messgenauigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen. Im Betrieb überwacht die Wägesteuerung automatisch eine Vielzahl von Prozessparametern, welche bei der Optimierung der Anlage unterstützen. Erfasst und ausgewertet werden unter anderem Füllgewicht, Toleranzen und Prozessfehler.

Zusätzlich werden Daten wie Anzahl und Gesamtsumme sowie Diagnosedaten protokolliert und dokumentiert. Dies bestätigt Hafenrichter: „Die Wägesteuerung erlaubt es sogar, Prozessinformationen zu jedem einzelnen, abgefüllten Sack abzurufen.“

Besonders im Fokus steht dabei das Gewicht der Säcke: „Im Sack muss drin sein, was drauf steht“, erklärt Daneluk, „damit es zu keinen Reklamationen der Kunden im Handel kommt.“ Gleichzeitig hat Span-Service als Holzlogistik-Dienstleister auch sicherzustellen, dass Überschreitungen der Gewichtstoleranzen ebenfalls zuverlässig vermieden werden. Denn die abgesackte Ware wird immer so palettiert, dass das Gesamtgewicht pro Palette unter 1 t bleibt.

„Dies gewährleistet eine zügige Beladung von Lkw und Wechselbrücken bei sicherer Einhaltung des zulässigen Gesamtbeladungsgewichtes, sodass dem Fahrzeug die Fahrt über die Straßenfahrzeug-Waage und das nachträgliche, zeitraubende Abladen von Übergewicht erspart bleiben“, führt Daneluk aus. Die praxisbewährte digitale Filtertechnik der MiniPond 3F und ihre intelligente Nachstromautomatik gewährleisten die Einhaltung der geforderten Gewichtstoleranzen.

Webserver und Kommunikations-Interfaces

Die MiniPond 3F kommuniziert in der PKT-Anlage bei Span-Service über eine Modbus-Anbindung per TCP-Protokoll mit der Maschinen-SPS. Darüber hinaus bietet die Wägesteuerung digitale I/Os, Ethernet-Schnittstellen sowie optionale Feldbusschnittstellen wie beispielsweise Profibus, Profinet oder EtherNet/IP. Dadurch lässt sie sich flexibel in nahezu jedes Maschinen- und Steuerungsumfeld integrieren.

Der integrierte Webserver ermöglicht den Zugang per Browser, beispielsweise zur Einstellung von Parametern, zur Justage sowie zur Funktionsprüfung und Fehlerdiagnose. Ebenso lassen sich über die Weboberfläche Fernwartung, Datensicherung und Firmware-Update komfortabel durchführen, sodass Maschinenbetreiber und Endanwender wie Span-Service immer den aktuellen Stand der Technik nutzen können.

Bei Bedarf kann die MiniPond 3F über den Webbrowser auch in Industrie-4.0-gerechte Strukturen und Anwendungen eingebunden werden, beispielsweise in Condition-Monitoring-Applikationen auf übergeordneter Leitebene oder in der Cloud. Dies macht die MiniPond 3F nicht nur zu einer zuverlässigen, sondern auch zu einer zukunftssicheren Wägesteuerung, mit der Span-Service bei Bedarf auch neue Produkte mit hoher Präzision verpacken können wird. Als Holzlogistiker ist das Unternehmen damit technologisch alles andere als auf dem Holzweg ...

Bildergalerie

  • Vom Schüttgutsilo in recycelte Kunststoffsäcke und auf die Palette: Die PKT-Verpackungsanlage bei Span-Service in Edenkoben ist ganzjährig gut ausgelastet.

    Bild: B+L

  • Die PKT-Anlage mit integrierter Wägesteuerung MiniPond 3F ist auf eine jährliche Verpackungsleistung von 20.000 t beziehungsweise von bis zu 600 Säcken pro Stunde ausgelegt.

    Bild: B+L

  • Die Holzpellets bezieht Span-Service als Schüttgut vorwiegend von regionalen Lieferanten.

    Bild: B+L

  • Die Pellets werden in Säcken à 10, 15 und 25 kg abgepackt – hier der 10-kg-Sack mit perforiertem Tragegriff.

    Bild: B+L

  • Die Wägesteuerung MiniPond 3F kommuniziert über eine Modbus-Anbindung per TCP-Protokoll mit der Maschinen-SPS.

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  • Maschinenführer Sven Hafenrichter erklärt: „Die Bedienung und die produktbezogenen Einstellungen werden zentral am HMI der Maschine vorgenommen und an die Abfüllsteuerung übertragen.“

    Bild: B+L

  • MiniPond 3F: Die eichfähige Wägesteuerung ist speziell für das Abfüllen und Absacken von Feststoffen, Schüttgütern und Flüssigkeiten bei mittleren Durchsatzleistungen ausgelegt.

    Bild: B+L

  • Autor des Beitrages: Ulrich Konrad, Entwicklung bei B+L Industrial Measurements in Heidelberg

    Bild: B+L

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