Strategische Neuausrichtung der Getränkeindustrie

Zeit für flexible Produktionslinien bei Getränkehersteller

Im Füller-Verschließer-Block bündeln KHS und der langjährige Partner
Ferrum Packaging ihre Expertise für Höchstleistungen von bis zu 136.000 Dosen pro Stunde.

Bild: Frank Reinhold
21.09.2026

Sinkender Bierabsatz und neue Konsumgewohnheiten verändern die Getränkeindustrie. Auf der BrauBeviale präsentiert KHS flexible Produktionslinien, mit denen sich alkoholfreie Biere, Wasser, Softdrinks und weitere Produkte herstellen lassen.

Sinkende Bierabsätze und veränderte Konsumgewohnheiten erfordern von der Branche weltweit eine strategische Neuausrichtung. Wie Getränkehersteller diesen Wandel gestalten können, zeigt die KHS Gruppe vom 10. bis zum 12. November auf der diesjährigen BrauBeviale in Nürnberg in Halle 8 des Messezentrums. Unter dem Messeleitmotiv „All Beverages. One Future. Our Solutions.“ richtet der Systemanbieter den Fokus auf seine Gesamtlösungen aus einer Hand.

Wachstumschancen jenseits des klassischen Biergeschäfts

Während der Bierabsatz weltweit rückläufig ist, entstehen gleichzeitig neue Wachstumschancen jenseits des klassischen Geschäfts. So fiel der Bierabsatz in Deutschland im Jahr 2025 erstmals unter die Marke von 80 Millionen Hektolitern. Diese Entwicklung veranlasst immer mehr traditionelle Brauereien, ihr Portfolio breiter aufzustellen. Wer künftig langfristig wachsen möchte, erweitert sein Angebot um Kategorien wie alkoholfreie Biersorten, Flavoured Water, Softdrinks oder Ready-to-Drink-Produkte.

„Der Wandel in unserer Branche findet nicht irgendwann statt – er ist bereits in vollem Gange“, bestätigt Tobias Wetzel, Geschäftsführer Sales and Service bei KHS. „Sich verändernde Konsumgewohnheiten verlangen nach maximaler Flexibilität. Entscheidend ist heute nicht mehr die Leistungsfähigkeit einzelner Maschinen, sondern die der gesamten Produktionslinie. Sie wird zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor für Getränkehersteller.“

Als langfristiger Partner unterstützt der Systemanbieter Getränkehersteller dabei, gewachsene Fertigungsstrukturen in hochflexible Produktionsumgebungen zu überführen. Wie diese Transformation in der Praxis gelingt, veranschaulicht KHS auf seinem Messestand unter anderem anhand seiner Hochleistungs-Glaslinie für den wachsenden Wassermarkt. Dabei ist die nahtlose Integration der Maschinen als Komponenten in ein abgestimmtes Gesamtsystem entscheidend, so werden ungeplante Stillstandszeiten minimiert und die Gesamtanlageneffizienz (OEE) gesteigert.

Flaschenreinigung mit Fokus auf Ressourceneffizienz

Ein Beispiel ist die Flaschenreinigungsmaschine Innoclean Cascade-D. Die neue Doppelend-Generation wurde mit Fokus auf Ressourceneffizienz entwickelt. Sie verfügt über Flaschenkörbe ECO-Carrier 2.0, eine verbesserte Etikettenaustragung sowie ein kleineres Badvolumen und erfüllt hohe Hygienestandards. Hinzu kommen ein Beheizungskonzept, eine vereinfachte Wartung und Reinigung sowie die Zugänglichkeit. Zudem benötigt die kompakte Maschine rund zehn Prozent weniger Stellfläche als vergleichbare Anlagen.

Ganzheitlicher Linienansatz im Dosenbereich

Der ganzheitliche Linienansatz von KHS zeigt sich ebenso im Dosenbereich. Ein Beispiel hierfür ist der Dosenabfüll- und Verschließer-Block SmartCan Eco by KHS/Ferrum. In dieser Lösung bündeln KHS und die Ferrum Packaging AG ihre Expertise in der Füll- und Verschließtechnik für Leistungen von bis zu 136.000 Dosen pro Stunde. Durch präziser Durchflussmessung, eines verkleinerten Hygienebereichs und eines verbesserten Behälter-Handlings verarbeitet die Anlage auch dünnwandige Lightweight-Dosen hochpräzise und hygienisch. Der verkleinerte Hygienebereich und durchdachte Reinigungsprozesse verkürzen die Reinigungszeiten und steigern die Anlagenverfügbarkeit.

Technologiepartnerschaften für die Produktionslinien

Durch die enge Zusammenarbeit mit Technologiepartnern wie Ferrum Packaging, H. F. Meyer Maschinenbau oder Tyrolon bündelt KHS Know-how, um maßgeschneiderte Produktionslinien zu entwickeln, die exakt auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. „Unser Anspruch ist es, für jede Anwendung die bestmögliche Produktionslinie bereitzustellen“, betont Wetzel. „Deshalb bündeln wir unsere Systemkompetenz gezielt mit dem Know-how führender Spezialisten. So entstehen Lösungen, die auf Effizienz, Flexibilität und Anlagenperformance ausgerichtet sind.“

Von der Investitionsentscheidung bis zum Service

Bereits heute unterstützt KHS Getränkehersteller bei der Entwicklung neuer Behälter- und Verpackungskonzepte. Künftig wird diese Begleitung noch früher ansetzen – bei der Investitionsentscheidung. Ausgehend von der ersten Vision rücken daher grundlegende Fragen zur strategischen Ausrichtung und Zukunftsfähigkeit von Produktionsstrukturen in den Fokus. Auch setzt KHS auf ein lückenloses Service-Ökosystem, wie vorausschauende Wartung, Modernisierungen und digitale Anwendungen für den Produktionsalltag. Ein Beispiel ist der weiterentwickelte KHS ConnectApp Guide. Integrierte Stücklisten stellen Teileinformationen direkt an der Linie bereit, während sich dynamische Aufgaben an der tatsächlichen Anlagennutzung orientieren.

„Eine flexible Produktion braucht Technik, die sich an neue Anforderungen anpassen lässt, und Service, der mitdenkt“, betont Wetzel. „Deshalb begleiten wir unseren Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Linien hinweg. So schaffen wir die Voraussetzungen für dauerhaft hohe Verfügbarkeit, wirtschaftlichen Betrieb und die notwendige Flexibilität für künftige Marktanforderungen.“

Bildergalerie

  • Die Flaschenreinigungsmaschine Innoclean Cascade-D wurde als neue Doppelend-Generation mit Fokus auf Ressourceneffizienz entwickelt.

    Die Flaschenreinigungsmaschine Innoclean Cascade-D wurde als neue Doppelend-Generation mit Fokus auf Ressourceneffizienz entwickelt.

    Bild: Christian Sperling

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