mdex AG

Dennis Paul ist Bereichsleiter IoT-Projekte.

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Interview über: Produktion einfach und sicher vernetzen „Wir lindern Schmerzpunkte“

20.07.2018

Produktionsleiter benötigen Transparenz in der Fertigung, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Allerdings darf dabei weder der Betrieb gestört werden, noch die Sicherheit auf dem Spiel stehen. Wie IIoT-Dienstleister hier für Unterstützung sorgen, erklärt Dennis Paul, Bereichsleiter IoT-Projekte bei mdex, im Gespräch mit A&D.

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Ist ein Hauptschmerzpunkt von Produktionsverantwortlichen, nicht zu wissen, ob und wie neue Aufträge realisierbar sind?

Nur durch die Vernetzung von Maschinen und Anlagen lässt sich die Auslastung dieser Produktionsanlagen genau messen und die gewonnenen Daten sinnvoll nutzen. So lassen sich dann Auftragseingang, Lieferzeiten, Qualität und Warenfluss optimal steuern.

Wie können Sie sicherstellen, dass durch die Vernetzung der Maschinen dann auch Transparenz über die Auslastung gewährleistet wird?

Wichtig ist hier die Qualität der gelieferten Daten. Es wichtig, nach Möglichkeit den gesamten Produktionsprozess detailliert zu erfassen. Je genauer dieser erfasst wird, umso besser kann die Auslastung dargestellt werden.

Ist hier nicht sehr viel Maschinenfachwissen notwendig?

Genau deswegen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden unumgänglich. Der Kunde muss entscheiden, welche Informationen er für seine Planung benötigt, welche Daten er visualisieren möchte und welche Auswertungen aus welchen Daten erzeugt werden sollen.

Ist ein IIoT-Dienstleister der richtige Ansprechpartner, wenn es um Transparenzmachung der Produktionsauslastung geht?

Wenn es um das „Übersetzen“ und die Visualisierung von erfassten Maschinendaten geht, mit deren Hilfe die Auslastung sichtbar wird, ja. Natürlich kann der IIoT-Dienstleister das nur gemeinsam mit dem Kunden leisten. Beide können ihre Kompetenzen optimal miteinander ergänzen. Auf der einen Seite das sehr spezialisierte Wissen der Maschinen und Anlagen und auf der anderen Seite das Knowhow zur Vernetzung und Auswertung der Daten.

Stillstand in der Produktion kostet Geld. Lässt sich nur durch Vernetzung der Produktion die Wartung effizient realisieren?

Erst die Vernetzung ermöglicht es, die Wartung sehr effizient zu gestalten. Dadurch, dass hier Maschinendaten und auch deren Nutzung permanent überwacht und ausgewertet werden, können Wartungsintervalle flexibel geplant werden. Darüber hinaus kann man aus den über längere Zeiträume gesammelten Daten neue Erkenntnisse gewinnen – wie beispielsweise das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren – umso im optimalen Fall eine Komponente auszutauschen, bevor sie kaputt geht.

Braucht der Produktionsleiter primär Unterstützung, um Daten aus der OT- in die IT-Ebene zu hieven?

Das ist häufig eine Herausforderung! Während die klassische IT mit dem Internet verbunden ist und damit auch häufig aktualisiert werden muss um die IT-Sicherheit zu gewährleisten, ist die klassische OT eher auf Produktionssicherheit ausgelegt und Änderungen an diesen Systemen werden möglichst vermieden. Hier ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit – zur Not auch mit Hilfe eines externen „Moderators“ – unumgänglich.

Aufwandsabschätzung mit Kosten und Timeline sind entscheidende Kriterien bei IIoT-Projekten wie der Anlagenvernetzung. Welche Antworten hat mdex hier parat?

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass gerade der Start in ein solches IIoT-Projekt, insbesondere in Hinblick auf die Kosten, eine Hürde für den Kunden darstellt. Daher entwickeln wir die Lösung mit dem Kunden zusammen Schritt für Schritt. In den meisten Fällen können wir bereits nach kurzer Zeit mit einem Prototypen starten, aus welchem wir die weiteren Anforderungen des Kunden dann immer weiter entwickeln können. Nicht selten kommt es vor, dass sich die Anforderungen im Laufe der Zeit deutlich von dem Unterscheiden, was der Kunde ursprünglich geplant hat.

Welche Möglichkeiten zur Visualisierung und Analyse von Daten kann mdex bieten?

Zur Visualisierung und Analyse gibt es eine Vielzahl von Analyse-Tools und Plattformen. Aber nicht jedes Tool beziehungsweise Plattform ist für jede Anwendung optimal. mdex wählt hier die für den Kunden am besten geeignete und effizienteste Plattform aus und macht sich bewusst austauschbar, damit der Kunde keine Angst vor einem „Vendor-Lock“ haben muss. Desweitern arbeitet mdex mit Partnern zusammen, welche ebenfalls seit vielen Jahren im IIoT-Umfeld unterwegs sind, um hier ein Maximum an Erfahrung bieten zu können.

Bei moderne Produktionsmaschinen ist Vernetzung schon Standard. Geht es in den meisten Projekten eigentlich nur noch um die Aggregation und Visualisierung aller Daten?

Bevor Daten aggregiert und visualisiert werden können, ist vorher noch einiges zu tun. Die Daten werden häufig über unterschiedliche Protokolle abgefragt und liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Hier gilt es zunächst, diese in ein einheitliches Format zu überführen und zentral zu speichern.

Sicherheitsbedenken bei der Vernetzung der Produktion hindert noch immer am meisten Produktionsverantwortliche bei der Umsetzung. Wie können Sie die Bedenken entkräften?

Die Verknüpfung von OT und IT ist in Hinblick auf die Sicherheit eine Herausforderung. Während in der klassischen IT regelmäßige Software-Updates selbstverständlich sind, ist in der OT häufig veraltete Software im Einsatz. Falls ein Update der entsprechenden Systeme nicht möglich ist, ist umso mehr die Sicherheit der Netzwerkinfrastruktur entscheidend, mit der diese Systeme eingebunden werden. Die meisten Anlagen, die über mdex angebunden sind, sind über einen separaten Mobilfunkrouter angebunden. Dadurch sind diese Systeme weiterhin von der Office-IT und anderen IT-Diensten, getrennt, wodurch das Risiko eines Angriffs weiter gesenkt wird.

Und welche Rolle in Bezug auf Security spielen verschiedene Cloud-Technologien?

Bei uns hat der Kunde die Wahl, wo seine Daten „gelagert“ werden sollen. Dies kann sowohl in unseren deutschen Rechenzentren oder aber auch bei einem Cloud-Anbieter sein. Auch hier achten wir aber auf einen hohen Sicherheitsstandard, wissen wir doch sehr genau um die Sensibilität bei dem Thema.

Oft scheitern Projekte der Anlagenvernetzung und Datentransparenz in der mangelnden Zusammenarbeit zwischen IT und anderen Abteilungen von Fertigungsunternehmen. Wie können Sie hier als Mittler agieren?

In vielen Fällen kommt unser Auftrag aus verschiedenen Abteilungen des Fertigungsunternehmens, zum Beispiel dem Produktmanagement. Hier gilt es dann, die IT-Abteilung des Unternehmens möglichst frühzeitig „mit ins Boot zu nehmen“, um hier in gemeinsamen Gesprächen eine Lösung zu finden, mit der am Schluss alle zufrieden sind. Am einfachsten ist dies immer dann, wenn wir gemeinsam mit allen Beteiligten – also dem Auftraggeber und seiner IT-Abteilung – an einem Tisch sitzen und die Lösung gemeinsam besprechen.

Bietet mdex eine Full-Managed-Service-Infrastruktur an?

Ja, genau darin liegt die Kernkompetenz von mdex. Die sichere Vernetzung von Maschinen und Anlagen ist dabei die Grundvoraussetzung. Damit die Sicherheit dieser verteilten Infrastruktur stets auf dem aktuellen Stand der Technik bleibt, kümmert sich mdex darum, die eingesetzte Kommunikationshardware immer wieder in Absprache mit dem Kunden zu aktualisieren. Auch wenn sich die Kundenwünsche bezüglich der Visualisierung im Laufe der Zeit ändern, kann mdex diese Änderungen kundenindividuell vornehmen.

Wie stellen Sie Investitionssicherheit bei Ihren Kunden sicher?

Als erstes erstellen wir zusammen mit unserem Kunden zeitnah einen Prototypen, um diesen dann Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Bei den eingesetzten Technologien achten wir darauf, auf offene Standards zu setzen. Wir machen uns hier also für unseren Kunden bewusst austauschbar, um ihm die Angst vor einem Vendor-Lock zu nehmen.

Welche IIoT-Services werden eigentlich primär derzeit genutzt von Kunden?

Aktuell ist die sichere Fernwartung noch die am meisten genutzte Anwendung unserer Kunden. Die Nachfrage nach weiteren Möglichkeiten steigt zurzeit jedoch stark an. Am häufigsten ist die Nachfrage nach Monitoring und Alarming Lösungen. Wobei auch hier bei einigen Kunden schon noch weitere Funktionalitäten angedacht sind, nicht zuletzt auch um die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Produkte zu erhöhen.

Warum sollen Kunden mdex als Partner für IIoT-Projekte wählen?

mdex ist im m2m- und IoT-Markt schon seit über 10 Jahren erfolgreich unterwegs. Die meisten Kunden bleiben uns treu, trotz bewusst gewählter Austauschbarkeit in den Systemen. Und das hat seinen Grund: mdex ist weder ein großer Konzern mit einem „anonymen“ Call Center und auch kein kleines Start-Up mit ungewisser Zukunft. Unsere große Stärke liegt – neben unserem langjährigen m2m- IoT-Knowhow – in der persönlichen Betreuung unserer Kunden. Unter „Full-Managed-Service“ verstehen wir nicht nur das Management der technischen Anbindungen, sondern auch unseren partnerschaftlichen und stets auf Augenhöhe stattfindenden Umgang mit unseren Kunden.

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