Informationsstränge aus Licht: Die LiFi-Technologie ermöglicht kabellose Datenübertragung in Breitband-Geschwindigkeiten.

Bild: Pixabay, geralt

Informationen aus der Lampe Wie funktioniert Light-Fidelity-Technologie?

13.02.2019

Drahtlose Internetkommunikation über Lichtstrahlen: Was sich nach einer Art Sci-Fi-Spielerei anhört, ist tatsächlich Realität. Firmen und Forscher arbeiten derzeit nämlich aktiv daran, die entsprechende Technologie voranzutreiben. Doch was genau steckt hinter der neuen Verbindungstechnik, die mit Licht Informationen überträgt?

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Die breite Öffentlichkeit wird erst jetzt so richtig auf das Thema aufmerksam, obwohl die Tech-Szene Light Fidelity (LiFi) schon länger als potenzielle disruptive Technologie diskutiert. Der Stein kommt ins Rollen: Kürzlich hat etwa der Hersteller Signify (ehemals Philips Lighting) ein marktreifes LiFi-System demonstriert.

Funktionsweise der LiFi-Technologie

Im Jahr 2011 hat der deutsche Informatiker Harald Haas in Anlehnung an den Begriff „WiFi“ (Wireless Fidelity) die Bezeichnung „LiFi“ eingeführt. Bei der Internet-Technik handelt es sich um eine kabellose Datenübertragung mit einer Datengeschwindigkeit auf hohem Breitbandniveau, die damit dem uns bekannten WLAN ähnelt. Es gibt jedoch einen signifikanten Unterschied: Statt durch Funkwellen werden die Daten über Lichtstrahlen übertragen – sowohl sichtbares als auch unsichtbares Licht.

Eine Lampe, in der eine LED-Glühbirne mit Signalverarbeitungstechnologie befestigt ist, überträgt im Lichtstrahl eingebettete Daten mit ultrahohen Geschwindigkeiten an den Fotodetektor. Ein Empfänger-Dongle wandelt anschließend die winzigen Amplitudenänderungen in ein elektrisches Signal um. Dieses wird wieder in einen Datenstrom transformiert und dann an einen Computer oder ein mobiles Endgerät übertragen.

Aktueller Stand und Zukunft

Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligen sich an der Ausarbeitung der disruptiven Technologie, unter anderem das französische Unternehmen Oledcomm sowie Velmenni aus Indien. Aber auch das Dresdner Fraunhofer IPMS beschäftigt sich mit der neuen Möglichkeit der Datenübertragung. Vor allem mit der steigenden Nachfrage nach drahtlosen Netzwerken, ausgelöst durch die Entwicklungen im Bereich IoT und dem 5G-Ausbau, wird Light Fidelity zunehmend relevant.

Es gibt bereits Docking-Stationen, die aus einem mobilen Gerät und einer Basisstation bestehen und Daten mit einer Reichweite von bis zu 30 m bei einer Geschwindigkeit von 1 Gbit/s übertragen können. Allerdings muss angemerkt werden, dass die nötigen USB-Dongles für den dauerhaften Alltagsgebrauch noch relativ unpraktisch sind.

Wann genau wir flächendeckend mit dieser Technologie rechnen können, ist noch ungewiss. Manche Hersteller gehen von zwei, andere von fünf Jahren aus – wieder andere Experten prognostizieren sogar zehn. Light Fidelity kommt damit zwar nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit, doch mit stetigen Schritten seinem Durchbruch näher.

Weitere Informationen zur Light-Fidelity-Technologie erhalten Sie vereinfacht zusammengefasst in der Infografik von RS Components.

Zur Infografik über Light Fidelity

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