An ihrem Standort in Bardowick (Norddeutschland) hat Veolia BioCycling Deutschland die Anlage zur Aufbereitung von Gärresten in Betrieb genommen. Mit diesem mehrstufigen Verfahren gelingt es, Feststoffe umfassend aus dem Gärrest herauszufiltern und die Flüssigphase wieder in den Produktionskreislauf der Biogasanlage zurückzuführen.
Zusätzlich erzeugen die einzelnen Verfahrensschritte mit Dekanter, Vorfilter, Ultrafiltration und Umkehrosmose eine konzentrierte, nährstoffreiche Flüssigdüngerfraktion, die sich platzsparend lagern und transportieren lässt und sich beispielsweise mit handelsüblichen landwirtschaftlichen Feldspritzen applizieren lässt. Landwirte können so den Verbrauch von Primärrohstoffen reduzieren.
„Mit dem Einsatz der ersten Gärrestaufbereitungsanlage dieser Art in Deutschland übernimmt Veolia eine Vorreiterrolle in der Behandlung von Gärresten“, sagt Thomas Junker, Geschäftsführer von Veolia BioCycling Deutschland.
Vom Gärrest zum Düngemittelrohstoff
Gärreste entstehen üblicherweise als Nebenprodukt bei der Biogasproduktion. Durch die neu gewonnenen Flüssigdüngerkonzentrate kann Veolia zukünftig maßgeschneiderte Düngemittelrohstoffe für die Landwirtschaft und den Gartenbau anbieten. Dies ist ein wichtiger erster Schritt vom Reststoff zum Rohstoff und verringert gleichzeitig den Verbrauch von Trinkwasser sowie die Lager- und Transportkosten.
Mit einer Kapazität von circa 36.300 t pro Jahr ist die Biogasanlage in Bardowick eine nachhaltige Lösung für die Verwertung von Speiseabfällen aus Hotellerie, Gastronomie und Lebensmittelindustrie in Norddeutschland. Die Speisereste und Lebensmittelabfälle werden unter Luftausschluss und Wärmeisolation zu Biogas und Gärprodukt umgewandelt.
Das entstandene Biogas wird in eigenen Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Nach einer erfolgreichen Testphase und Implementierung plant BioCycling, das Verfahren zur Gärrestaufbereitung auf weitere eigene Biogasanlagen auszuweiten.