Geringere CO2 Bilanz durch Umstellung auf Erdgas.

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LNGo-System von Siemens Ungenutzte Erdgasvorkommen effizient fördern

16.03.2018

Erst vor kurzem wurde das platzsparende, schlüsselfertige Hochdruck- System LNGo-HP in Betrieb genommen. Der Kunde Altagas aus Kanada verwendet dieses zur Ergasverflüssigung. Das System ermöglicht eine effiziente Montage, insbesondere in anspruchsvollen Umgebungen wie Dawson Creek.

Die Anlage in Dawson Creek hat eine Kapazität von rund 113,500 Litern flüssigen Erdgas (LNG) pro Tag und nahm am 25. Januar 2018 die Produktion auf. Die Skalierbarkeit des LNGo-Systems ermöglicht es Altagas, die Produktion gemäß der Nachfrage zu skalieren und Investitionen zu minimieren. Das schafft eine gesteigerte Flexibilität. Sie können von Diesel und anderen Brennstoffen auf Erdgas umstellen, welches die Vorteile einer geringeren CO2-Bilanz, geringerer Betriebskosten und einer gewissen Marktpreisstabilität besitzt.

Komplettlösung von Siemens

Der Lieferumfang von Siemens beinhaltete ein LNGo-HP-System, Tief- und Hochbauarbeiten, mechanische und elektrische Integration, Inbetriebsetzung, Anfahren und Bedienerschulung. Das LNGo-System besteht aus Modulen, die zwei Siemens-Gasturbinen, zwei Dresser-Rand-MOS-Kolbenverdichter, drei Siemens-Mittelspannungs-Motoren, variable Frequenzumrichter von Siemens und zugehörigen Hilfssystemen beinhalten. Die Anlage mit einer Aufstellungsfläche von rund 2500 Quadratmetern wurde direkt am Standort eingesetzt.

In dem Prozess wird das Erdgas aus der Pipeline genommen und in einen Speisegasstrang und einen Abgasstrang getrennt. Das Abgas wird verwendet um die Turbosätze der Siemens-Gasmotoren, welche die Anlagen des LNGo-HP-Systems antreiben, mit Brennstoff zu versorgen. Das Speisegas wird in dem Verfahren verflüssigt, um LNG zu produzieren.

Einsatz auch in abgelegenen Regionen möglich

Ungenutzte Erdgasvorkommen können mit der LNGo-Technik, aufgrund ihrer relativ niedrigen Investitions- und Betriebskosten, gefördert werden. Die LNGo-Lösung ist platzsparend und kann somit in unwegsamem Gelände und abgelegenen Regionen eingesetzt werden. Dadurch besteht keine Notwendigkeit zur Einrichtung einer teuren Gas-Pipeline-Infrastruktur oder zum Transport des LNG von zentralisierten Anlagen zum Einsatzort. An Stellen, an denen die erforderliche Pipeline-Infrastruktur fehlt, kann sie als dezentrale Lösung dienen. Oder gar das Abfackeln von Flüssiggas auf Ölplattformen und produzierenden Gasfeldern reduzieren oder vermeiden. Ungenutzte und abgelegenere Gasvorkommen können so an weit entfernte Kunden über eine virtuelle Pipeline angeschlossen werden.

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