Chemische Recycling für Verpackungen Übernahme von Carboliq als Schlüssel für zirkuläre Wirtschaft

SÜDPACK Verpackungen SE + Co. KG

Dirk Hardow, der bei Südpack als Leiter der BU FF&C unter anderem für die Entwicklung und Implementierung von Kreislaufmodellen verantwortlich zeichnet, wird das Unternehmen zukünftig als Geschäftsführer leiten.

Bild: Südpack
08.01.2024

Mit Wirkung zum 2. Januar 2024 übernimmt der Verpackungsspezialist Südpack weitere Anteile von Carboliq und bestellt Dirk Hardow zum Geschäftsführer. Damit möchte das Unternehmen das Engagement im Bereich der Kreislaufführung von Kunststoffen und dem chemischen Recycling als komplementärer Recyclingtechnologie vertiefen und unterstreichen.

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Die Übernahme der Mehrheitsanteile an Carboliq wurde am 15. Dezember unterzeichnet. Für Erik Bouts, CEO bei Südpack, bedeutet dies „einen logischen nächsten Schritt. Wir sehen die Carboliq-Technologie als einen unabdingbaren Baustein für den Transformationsprozess unserer Industrie in Richtung einer zirkulären Wirtschaft.“

Schlüssel für effizientes chemisches Recycling

Mit der Übernahme untermauert der Folienhersteller zugleich seine führende Position in puncto Kreislaufwirtschaft in der Industrie für flexible Verpackungen. Denn bis dato ist Südpack der einzige Hersteller von flexiblen Folien, der direkten Zugang zu Kapazitäten für das chemische Recycling hat. „Wir sind zutiefst von den Vorteilen dieser fortschrittlichen Technologie im Vergleich zu anderen Verölungsverfahren überzeugt“, unterstreicht Dirk Hardow. „So bietet die Carboliq Technologie in Bezug auf Energieverbrauch sowie Verarbeitungsfenster unterschiedlichster Wertstoffe aus unserer Sicht bedeutende Vorteile gegenüber anderen Verfahren“, führt Hardow weiter aus.

Aus gutem Grund: Konkret handelt es sich bei Carboliq um einen fortgeschrittenen thermochemischen Prozess, der auch als Direktverölung bezeichnet wird. Zu anderen Pyrolyseverfahren unterscheidet sich der Carboliq-Prozess maßgeblich durch seine Flexibilität hinsichtlich der Infeed-Materialen, die nicht unbedingt polyolefinischen Ursprungs sein müssen. Dank dieser hohen Feedstock-Toleranz eignet sich Carboliq auch für das Verölen von verunreinigten, gemischten oder anderen Kunststoffen und ebenso von flexiblen Verpackungen und hochkomplexen Mehrschichtfolien.

Ein weiterer Vorteil: Der Prozess findet bei einer niedrigeren Temperatur von unter 400°C statt. Die niedrige Prozesstemperatur, die Einstufigkeit des Verfahrens und die Einbringung der Energie über Friktion direkt ins Material ermöglichen die Stoffumwandlung bei relativ geringem Energieeinsatz.

Erste Pilotprojekte mit Kunden konnten bereits erfolgreich realisiert werden oder befinden sich aktuell in der Umsetzungsphase. „Wir gehen davon aus, dass das chemische Recycling im Rahmen der anstehenden PPWR (Packaging & Packaging Waste Regulation) eine tragende Rolle spielen wird, nicht zuletzt, um die geforderten Rezyklateinsatzquoten insbesondere bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen zu ermöglichen“, prognostiziert Dirk Hardow.

Übergang zur zirkulären Wirtschaft erfordert Technologiemix

Derzeit ist das Anlagenkonzept von Carboliq – bezogen auf hochkalorische Einsatzfraktionen und im vollkontinuierlichen Betrieb – auf eine jährliche Ausbringung von etwa 10.000 t ausgelegt. Der unter dem Namen CLR (Circular Liquid Ressource) vermarktete Sekundär-Rohstoff ähnelt dabei in vielen wesentlichen Eigenschaften fossilem Erdöl beziehungsweise den daraus gewonnenen Produkten – und ist somit ein vollwertiges Substitut fossiler Ressourcen.

Dirk Hardow freut sich darauf, Kunden für die Technologie zu begeistern und das Verfahren gemeinsam mit dem Team von Carboliq weiter im Markt zu etablieren. Denn: „Der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft kann unserer Meinung nach nicht nur ausschließlich mit dem mechanischen Recycling, sondern vielmehr durch einen gesunden Mix unterschiedlichster Technologien bewältigt werden.“

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