Hannover Messe

Der Digital Annealer nutzt die Effekte eines Quantencomputers, ohne dessen komplexe Infrastruktur zu benötigen.

Bild: Fujitsu

Komplexe Rechenoperationen Quantencomputing-Effekte einfach nutzen

14.03.2019

Fujitsus quanteninspirierter Digital Annealer der zweiten Generation soll komplexe kombinatorische Probleme lösen, an denen gewöhnliche Computer scheitern. Er kann eine hohe Zahl von Rechenoperationen simultan ausführen, ohne die komplexe Infrastruktur eines Quantencomputers zu benötigen.

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Mit dem Digital Annealer der zweiten Generation sollen Unternehmen komplexe kombinatorische Optimierungsprobleme noch schneller lösen können. Das Gerät basiert auf einer vom Quantencomputing inspirierten Technologie: Im Gegensatz zu traditionellen Rechnern kann er komplexe kombinatorische Probleme lösen, indem er Tausende von möglichen Ergebnissen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig miteinander vergleicht.

Unternehmen jeder Branche können damit ihre Prozesse unter Echtzeitbedingungen verbessern, so etwa in der Fertigung, dem Finanzwesen, der Logistik oder der Medizin. Konkrete Anwendungsszenarien sind beispielsweise die Optimierung von Investitionsportfolios, die Minimierung von Verkehrsstaus oder die Medikamentenentwicklung und molekulare Simulationen.

Komplexere Herausforderungen bewältigen

„Der Digital Annealer ist inspiriert von den simultanen Verarbeitungsmöglichkeiten eines Quantencomputers und bietet damit einen ganz neuen Lösungsansatz“, sagt Dr. Joseph Reger, Fujitsu Fellow und Chief Technology Officer CE & EMEIA bei Fujitsu. Mit dem Digital Annealer der zweiten Generation sollen Kunden noch komplexere Fragen beantworten und Probleme angehen können, „die herkömmliche Computer aufgrund der exponentiell steigenden Anzahl möglicher Kombinationen nicht lösen können.“

Die Rechenleistung des Digital Annealers kann aus der Cloud bezogen oder als oder lokale Servicelösung eingesetzt werden. Er lässt sich laut Fujitsu nahtlos in jede Rechenzentrumsumgebung integrieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Quantencomputern ist keine komplexe Infrastruktur erforderlich, die energieintensiv ist und teure Kühlsysteme benötigt.

Aktuelle Anwendungsbeispiele

Der Digital Annealer ist bereits in verschiedenen Branchen im Einsatz. Im Bereich Finanzdienstleistungen nutzt beispielsweise die NatWest Bank die Technologie, um ihren Mix an liquiden Mitteln zu optimieren. Mit Fujitsus Gerät kann die Bank hochkomplexe Berechnungen schnell und genau durchführen. Dadurch ist es NatWest gelungen, neue profitable Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren, die Compliance bei regulatorischen Risiken einzuhalten sowie das Risiko menschlichen Versagens zu reduzieren.

In der Automobilindustrie arbeitet Fujitsu weltweit mit mehreren Herstellern zusammen, um den Digital Annealer ausführlich zu testen und beispielsweise die Arbeitsplanung in der Werkstatt, intelligente Mobilitätsdienste und das Fahrzeugdesign zu verbessern. Darüber hinaus hat das Unternehmen den Digital Annealer bei der eigenen Lager-Reorganisation in Japan kürzlich selbst eingesetzt, um eine bessere Routenführung und Lagerung zu erhalten. Dadurch verkürzte sich die Wegstrecke der Warenabholung um 45 Prozent, was zu hohen Zeit- und Kosteneinsparungen führte.

Reger ergänzt: „Im Gegensatz zu echtem Quantencomputing – das aufgrund der hohen Anforderungen noch lange nicht kommerziell nutzbar ist – stehen die Vorteile des Digital Annealers bereits heute Unternehmen aller Branchen zur Verfügung; wann und wie auch immer sie Geschäftsprozesse revolutionieren oder einfach rationalisieren wollen.“

Mit Proof-of-Concept-Services sofort loslegen

Die Co-Creation-Services von Fujitsu sollen es Unternehmen ermöglichen, den Digital Annealer sofort zu nutzen. Fujitsu bietet Fachwissen und Unterstützung beim Identifizieren und Bewältigen von Herausforderungen, für die eine Lösung bisher nicht möglich oder praktikabel war. Dabei unterstützt das Unternehmen zudem bei der Integration des Digital Annealers in der Produktion.

Der Digital Annealer ist als Service erhältlich, einschließlich technischem und beratendem Support und optionaler zusätzlicher Beratung für die Lösungsentwicklung. Er kann als Cloud-gehosteter oder lokaler Service bereitgestellt werden.

Die zweite Generation des Digital Annealers unterstützt Modelle bis zu einer Größe von 8.192 Bit (erste Generation: 1.024 Bit). Die Genauigkeit steigt von 16 auf 64 Bit. Die Markteinführung erfolgt voraussichtlich ab April 2019.

Digitaler Annealer auf der Hannover Messe

Auf der Hannover Messe 2019 können Besucher den Digital Annealer auf dem Fujitsu-Stand bereits in Aktion sehen. Im Mittelpunkt der Demonstrationen steht, wie die Fertigungsindustrie von Prozessoptimierungen mit der quanteninspirierten Computing-Lösung profitieren kann. Weitere Informationen zum Messeauftritt.

Fujitsu auf der Hannover Messe 2019: Halle 7, Stand E16

Bildergalerie

  • Mit den Co-Creation-Services von Fujitsu sollen Unternehmen in der Lage sein, den Digital Annealer sofort zu nutzen.

    Bild: Fujitsu

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