Pilotprojekt Kühlen mit Sonnenenergie

Bei der klimaneutralen Gebäudekühlung kommt der Dampf für die Kältemaschine aus einer Solaranlage. Das Bild zeigt eine Dampfstrahl-Kühlanlage in Kompaktbauweise in einem Industriebetrieb.

Bild: GEA Wiegand
24.08.2015

Einen Innovationspreis für die klimaneutrale Gebäudekühlung, bei der der Dampf aus einer Solaranlage kommt, erhielt Richter XL Solar.

Seit Ende 2013 wird ein Laborgebäude der Hochschule Karlsruhe für Technik und Wirtschaft mit einer Dampfstrahlkältemaschine gekühlt. Üblicherweise dienen dabei Erdgas, Kohle, Abwärme oder Öl als Energiequellen. Bei dieser Anlage kommt der nötige Dampf aus einer Solaranlage.

Realisiert wurde sie im Rahmen eines wissenschaftlichen Pilotprojekts von Ritter XL Solar in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe, dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und dem Prozesstechnikunternehmen GEA. Ritter erhielt dafür den Innovationspreis auf dem Otti-Symposium Thermische Solarenergie in Bad Staffelstein und wurde auch für den Intersolar Award in der Kategorie Solar Projects Europe nominiert.

Diese Anlagen bestehen aus Solarkollektoren zur Erzeugung von Antriebsdampf aus Sonnenenergie, Wärme- und Kältespeichern, um Spitzen in Sonnenenergie-Angebot und Kältebedarf auszugleichen, einer Dampfstrahl-Kühlanlage sowie Rohrleitungen, Messgeräten und MSR-Technik.
Mit solar angetriebenen Dampfstrahl-Kühlanlagen kann Kaltwasser von 20 bis ca. 2 °C erzeugt werden. Die Kälteleistung kann zwischen ca. 100 kW und mehreren tausend Kilowatt liegen.

Diese Art der Kälteerzeugung ist dort interessant, wo Flächen zur Verfügung stehen, um mit Solarkollektoren die für die Kälteerzeugung erforderliche Antriebsenergie bereitzustellen. Beispiele sind Lagerräume, Klimatisierung von Arbeits- und Wohnräumen, vorzugsweise in Regionen mit häufig hoher Außentemperatur und relativ viel Sonnenschein.

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