Bild: Siemens

Prozessautomation & Messtechnik Kleiner und besser – geht das, Herr Goebel?

19.03.2014

Prozessinstrumente werden immer kleiner, gleichzeitig sollen sie auf dem neusten Stand der Technik sein. Ein Ding der Unmöglichkeit? P&A hat für das Beispiel Durchflussmessung nachgefragt: bei Jens Niemann Goebel, Leiter Produktmanagement Durchfluss bei Siemens.

„Kompaktere Geräte bedeuten eigentlich eine reduzierte Performance. Zugleich müssen aber die hohen Anforderungen für Prozessinstrumente erfüllt werden. Bei Durchflussmessgeräten betrifft dies die Durchflussleistung und Integration des Geräts. Damit verbunden ist teilweise auch die Nachfrage nach Kompaktheit: Je weniger Platz ein Gerät benötigt, desto effizienter kann dies meist eingesetzt werden. So werden viele Anlagen nach dem Baukastenprinzip, beispielsweise in Pharma und Food, konstruiert. Mit kompakten Prozessinstrumenten ist es da einfacher, die Module zu verbinden.

Siemens hat auf der SPS/IPC/Drives den Sitrans FC410 vorgestellt – das derzeit leichteste und kompakteste Coriolis-Durchflussmessgerät mit einer Messgenauigkeit von 0,1 Prozent. Dank einer neuen digitalen Plattform ist es uns bei dem FC410 gelungen, die Performance beizubehalten. Die Signalverarbeitung von In- bis Output ist digital. Dadurch konnte die Regelfrequenz, die bisher zwischen 100 und 200 Hertz lag, sogar auf 400 Hertz erhöht werden. Die Folge: Man kann schneller messen.

Das digitale Mini-Flow-Link-Konzept im FC410 enthält eine Multiparameter-Elektronik. Das Messgerät kann somit nicht nur für Durchflussmessungen genutzt werden, sondern auch für andere Parameter wie Dichte und Temperatur. Zudem bietet es Funktionen wie Diagnose, Fehler und Alarm. Auch bei einem höheren Luftanteil können Durchflussmessungen vorgenommen werden, separate Luft- und Gasdetektoren werden nicht benötigt.

Miniaturisierung und technischer Fortschritt gleichzeitig sind also möglich, wie der Sitrans FC410 zeigt. Bekanntlicherweise misst das Coriolis-Verfahren die Ausdehnung: Je kompakter das Gerät gebaut wird, desto geringer wird allerdings diese. Uns war deshalb schnell bewusst, dass man die traditionelle Rohrführung eines Coriolis-Messgeräts für den Sitrans FC410 nicht verwenden kann. Wir haben deshalb eine neue Rohrgeometrie entwickelt, die so genannte compact-curve. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Elektronik: Eine höhere Auflösung sowie Eingangsverstärkung, spezifische oder spezielle Mikroprozessoren und ein neuer Coriolis-Algorithmus wurden benötigt. Der Sitrans FC410 ist zwar kompakter geworden, in der Leistung jedoch gewachsen. Unser Ziel für die Zukunft: Noch kleiner werden."

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel