In automatisierten Fertigungsanlagen, bei Robotern oder schwerkraftbelasteten Achsen ist der Schutz von Menschen und Material essenziell, kompromisslose Sicherheit darf nicht zur Diskussion stehen. Sicherheitsbremsen nach dem Fail-Safe-Prinzip – also geschlossen im energielosen Zustand – bilden hierbei die Grundlage.
Sicherheitsbremsen für den industriellen Alltag
Die Roba topstop von Mayr Antriebstechnik hält Lasten zuverlässig in Position und verhindert unkontrollierte Bewegungen bei Stromausfall oder Not-Halt. Durch ihre Platzierung zwischen Motor und Abtrieb eignet sich die Bremse auch zur nachträglichen Integration in bestehende Konstruktionen – eine Lösung, die Aufwand und Kosten spart.
Für den industriellen Alltag ist das Bremssystem Roba topstop als eigenständiges, kompaktes Modul ausgeführt. O-Ringe an den Schnittstellen sorgen für eine zuverlässige Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit, die Bremsen erreichen standardmäßig die Schutzart IP66. Selbst bei demontiertem Antrieb bleibt die Vertikalachse gesichert, ein Vorteil für Wartung und Transport. Dank angepasster Flanschabmessungen lässt sich das System problemlos in vorhandene Konstruktionen integrieren.
Bremsen aus dem Baukasten der Roba-servostop-Baureihe passen für die unterschiedlichsten Einbausituationen. Zur Wahl stehen Servobremsen für herkömmliche Servomotoren mit Nabe und verzahntem Rotor, in klassischer oder schlanker Bauform. Für die Integration in Gelenken von Leichtbaurobotern gibt es mit der Roba servostop Cobot die passende Lösung.
Hohlwellenbremsen für spezielle Anforderungen
Torquemotoren mit großem, freiem Innendurchmesser kommen in Anwendungen mit hohen Drehmomenten zum Einsatz. Drehfreiheit und unversperrter Bauraum im Inneren sind dabei auschlaggebend. Von der Robotik über Beobachtungstechnik bis hin zu maritimen Systemen und der Tiefseerobotik: Solche leistungsstarken Direktantriebe lösen mehrere konstruktive Probleme und machen dank ihrer ringförmigen Bauweise bestimmte Konstruktionen erst möglich.
Eine Herausforderung ist, Sicherheitsbremsen zu finden, die in dieselbe ringförmige Geometrie passen. Mayr Antriebstechnik entwickelt für genau diese Anforderung elektromagnetische Hohlwellenbremsen als kundenspezifische Lösungen. Auf der SPS 2026 in Nürnberg (Halle 4, Stand 278) sind diese Bremsen zu sehen und können sozusagen mit den Experten am runden Tisch vor Ort diskutiert werden.
Sicherheitsbremsen ohne zusätzliche Sensorik überwachen
Mit dem Roba brake-checker bietet Mayr ein Modul an, das Sicherheitsbremsen ohne zusätzliche Sensorik überwacht. Es erkennt anhand von Strom- und Spannungsverläufen den Zustand der Bremse und ermöglicht eine vorausschauende Instandhaltung. Kritische Parameter wie Schaltzeit, Spulentemperatur und Funktionsreserve werden zuverlässig detektiert. Über das zusätzliche Modul Roba gateway lässt sich die Lösung netzwerkfähig machen, um beispielsweise die erfassten Daten in bestehende Fernwartungssysteme einzubinden oder digitale Zwillinge aufzubauen.
Auch im Bereich der Wellenkupplungen bietet Mayr smarte Lösungen. Der Roba drive-checker beispielsweise ist eine drehmomentmessende Wellenkupplung, deren messtechnische Anforderungen speziell auf die Prozessüberwachung und Zustandsüberwachung von Maschinen abgestimmt wurden. Für diese Anwendungen stellt der Roba drive-checker ein sehr preiswertes „Upgrade“ der ohnehin benötigten Wellenkupplungen dar. Als Teil der Roba-DS-Baureihe ermöglicht die Vielzahl an Welle-Nabe-Verbindungen eine flexible Integration in praktisch alle Antriebsstränge. Neben dem Drehmoment misst der Roba drive-checker auch Temperatur und Drehzahl. Der Drehmomentaufnehmer wird kontaktlos mit Energie versorgt.
Die intelligenten Module von Mayr überwachen und vernetzen verschiedene Bereiche des Antriebs – für smarte Produktion und mehr Transparenz im Antriebsstrang.
Validierungshilfe erleichtert Auslegung
Neben der Technik bietet Mayr auch Unterstützung im Engineering: Eine speziell entwickelte Validierungshilfe mit Sicherheitskennwert B10d erleichtert die Auslegung nach DIN EN ISO 13849-1. Es handelt sich dabei um einen Anwender-Guide beziehungsweise eine Checkliste, die gebündelt und strukturiert nach der Norm, Informationen zur Bremse bezüglich grundlegender und bewährter Sicherheitsprinzipien, bewährter Bauteile, Fehlerlisten, et cetera gemäß DIN EN ISO 13849-2 enthält.
Konstrukteure können damit einfach und zuverlässig kontrollieren, ob die Bremsen als bewährte Bauteile im Sinne der Norm für die jeweilige Anwendung betrachtet werden dürfen oder – und das ist ein wichtiger Punkt für die Sicherheit – eben auch nicht. Besonders hilfreich: Die Roba topstop wurde durch den TÜV als „bewährtes Bauteil“ gemäß Kategorie 1 bestätigt..