Wachstumsimpulse und Rückgänge im Exportmarkt

Export-Wachstum setzt Trends

Exporte 2026: Während die Verfahrenstechnik ein Wachstum nach China verzeichnet, ist es bei der allgemeinen Lufttechnik ein Wachstum in Europa.

Bild: iStock, Andrii Yalanskyi
30.09.2026

Wohin liefern Hersteller von Luft- und Verfahrenstechnik aus? Ihre Exporte sind im ersten Halbjahr 2026 zwar gestiegen, allerdings entwickeln sich die Märkte sehr unterschiedlich. So legt die Lufttechnik in Frankreich um 14,4 Prozent zu, während ein wichtiger Markt um 18,6 Prozent sinkt. Das Exportwachstum zeigt eine unterschiedliche regionale Entwicklung.

Die Exporte der Allgemeinen Lufttechnik sowie der Verfahrenstechnischen Maschinen und Apparate haben sich im ersten Halbjahr 2026 insgesamt positiv entwickelt, allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ländern und Regionen. Während die Exporte der Verfahrenstechnik nach China kräftig zulegen konnten, kamen in der Allgemeinen Lufttechnik wichtige Wachstumsimpulse insbesondere aus Frankreich und der Schweiz. Gleichzeitig entwickelten sich wichtige Absatzmärkte sehr unterschiedlich.

Positive Impulse aus Europa

Die Exporte von Verfahrenstechnischen Maschinen und Apparaten aus Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 nominal um 4,9 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden Waren im Wert von rund 3,9 Milliarden Euro ausgeführt. Im Gesamtjahr 2025 hatte das Exportvolumen bei 7,7 Milliarden Euro gelegen. Die regionalen Entwicklungen unterschieden sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 deutlich. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit dem zweitwichtigsten Einzelmarkt China, wohin die Ausfuhren um 39,6 Prozent auf 326 Millionen Euro zulegten.

China hatte im Jahr 2025 noch starke Rückgänge verzeichnet. Auch die Ausfuhren in den wichtigsten Einzelmarkt der Branche, die USA, entwickelten sich mit einem Plus von 6,3 Prozent gut. Positive Impulse kamen zudem aus der EU. Mit 43 Prozent des Exportvolumens ist die EU die wichtigste Abnehmerregion für Verfahrenstechnik aus Deutschland und wies ein Wachstum von 3,6 Prozent auf. Demgegenüber standen deutliche Rückgänge in einzelnen Regionen. So sanken die Lieferungen in den Nahen und Mittleren Osten beispielsweise um 17,2 Prozent auf rund 139 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die sehr unterschiedlichen Marktbedingungen, mit denen die Unternehmen der Verfahrenstechnik weltweit konfrontiert sind.

Schwache Inlandsnachfrage belastet Verfahrenstechnik

Der Auslandsauftragseingang wurde zwar von einzelnen Großprojekten getragen, der übergeordnete Trend blieb jedoch negativ. Das galt insbesondere für den Inlandsmarkt: Seit Mitte 2023 ist der Inlandsauftragseingang rückläufig. Die andauernde Investitionszurückhaltung wichtiger Kernbranchen belastet die Anbieter von Verfahrenstechnik.

„Die Zahlen zeigen, wie wichtig internationale Märkte für die Verfahrenstechnik sind. Deutschland braucht bessere Investitionsbedingungen, moderne arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen und schnellere Genehmigungsverfahren, damit innovative und ressourceneffiziente Technologien auch künftig hier entwickelt werden“, sagt Johannes Schmid-Wiedersheim, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate.

Wachstum mit unterschiedlichen regionalen Vorzeichen

Auch die Allgemeine Lufttechnik konnte ihre Exporte steigern. Im ersten Halbjahr 2026 wurden Waren im Wert von 7,4 Milliarden Euro ausgeführt. Das entspricht einem Zuwachs von fast drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2025 hatte das Exportvolumen 14,6 Milliarden Euro erreicht und lag damit 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Unter den zehn wichtigsten Einzelmärkten entwickelten sich Frankreich und die Schweiz besonders positiv. Die Ausfuhren nach Frankreich erhöhten sich im ersten Halbjahr 2026 um 14,4 Prozent und die Exporte in die Schweiz um 13,1 Prozent. Auch Polen legte um 6,6 Prozent zu. Dagegen gingen die Exporte nach China deutlich um 18,6 Prozent zurück. Im Vereinigten Königreich lag das Exportvolumen um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Leichte Rückgänge wurden in den USA, den Niederlanden, Italien und Spanien verzeichnet.

Mit einem Anteil von 53 Prozent blieb die EU die mit Abstand wichtigste Absatzregion für die Allgemeine Lufttechnik, gefolgt vom sonstigen Europa mit 14 Prozent. Die Exporte in die EU-Länder stiegen um 2,3 Prozent, im sonstigen Europa gab es ein Plus von 4,9 Prozent. Zuwächse verzeichneten außerdem der Nahe und Mittlere Osten, Südostasien sowie Zentral- und Südasien. Auch die Ausfuhren nach Afrika legten deutlich zu, allerdings basierend auf einem vergleichsweise geringen Anteil am Gesamtexport.

„Die Allgemeine Lufttechnik bedient zentrale Zukunftsfelder. Damit Deutschland technologisch führend bleibt, braucht es eine stärkere Forschungsförderung, weniger Bürokratie und eine international wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung. Offene Märkte bleiben dafür unverzichtbar“, erläutert Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik.

Lösungen für saubere Prozesse

Welche Lösungen Unternehmen für effiziente, sichere und ressourcenschonende Produktionsprozesse anbieten, zeigt die VDMA-Sonderschau „Clean Air – Smart Processing“ auf der Powtech Technopharm 2026. Die beiden VDMA-Fachverbände Allgemeine Lufttechnik und Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate präsentieren dort gemeinsam mit Branchenunternehmen insgesamt zwölf Exponate. Die Sonderschau befindet sich in Halle 7, Stand 7-776.

Die Exponate veranschaulichen unter anderem aktuelle Ansätze für innovatives Staubmanagement sowie für effiziente und ressourcenschonende verfahrenstechnische Prozesse. Technologische Schwerpunkte sind unter anderem Luftreinhaltung und Filtration, Absaugtechnik, Brand- und Explosionsschutz sowie Komponenten und Lösungen für die Verarbeitung und den Transport von Schüttgütern.

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