Die Johannisbeeren, die auf dem Obsthof von Rini Kusters im niederländischen Wadenoijen angebaut werden, sind seit Kurzem durch eine neue, dauerhafte Struktur geschützt: eine Agri-PV-Solaranlage.

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Agri-Photovoltaik auf Johannisbeerfarm Ein Solardach für die Sommerbeere

19.11.2021

Angenehm temperiert und sicher vor Wettereinflüssen: So lässt es sich leben! Das denken sich auch die Johannisbeeren auf einem niederländischen Obsthof, die nun ihr eigenes Solardach erhalten haben. Es verbessert die Ernte und sorgt gleichzeitig für saubere Energie.

Die Johannisbeeren, die auf dem Obsthof von Rini Kusters im niederländischen Wadenoijen angebaut werden, sind seit Kurzem durch eine neue, dauerhafte Struktur geschützt: eine Agri-PV-Solaranlage. Die Modulreihen bieten Schutz vor extremen Wetter-
ereignissen und sorgen für ein stabileres Klima zum Anbau der Früchte. Gleichzeitig erzeugen sie nachhaltigen Strom.

BayWa r.e. und sein niederländisches Tochterunternehmen GroenLeven haben die ursprüngliche Anlage, die 2020 zunächst als Pilotprojekt errichtet wurde, zu einer vollwertigen Solarstromquelle mit 1,2 MWp und mehr als 4.500 Solarmodulen ausgebaut. Der Park soll rund 400 Haushalte pro Jahr mit Grünstrom versorgen. Unter den Modulen angepflanzt sind 4.500 Johannisbeersträucher, die Rini Kusters circa 23 t Ernte pro Jahr einbringen. Erste Pilotuntersuchungen wurden dabei 2019 mit Himbeeren durchgeführt, bei denen zwei Arten von PV-Modulen, darunter eine semitransparente Variante, zum Einsatz kamen. Im Jahr 2020 wurden diese Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Wageningen University & Research auf weitere Pilotprojekte ausgeweitet. Diese sollten in erster Linie die Effizienz der Kombination von Solaranlagen mit dem Anbau verschiedener Arten von Beerenobst, einschließlich der roten Johannisbeeren von Rini Kusters, testen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die PV-Dächer günstigere, niedrigere Temperaturen für die Pflanzen bereitstellten und diese außerdem vor ungünstigen Wetterbedingungen schützten. Gerade letzterer Aspekt ist ein echter Mehrwert für Landwirte, wie Rini Kusters erklärt: „Wetterextreme werden immer häufiger, und sie sind schädlich für die Pflanzen. Die Entwicklung von Pilzen auf den Früchten aufgrund eines zu nassen Klimas zum Beispiel ist ein Problem, das immer öfter auftritt. Am heißesten Tag im letzten Jahr war es unter den PV-Modulen 10 °C kühler. Am nassesten Tag blieben die Pflanzen trocken. Agri-Photovoltaik ist eine Technologie, an die ich wirklich glaube.“ Benedikt Ortmann, Global Director of Solar Projects bei BayWa r.e., fügt hinzu: „Agri-PV ist eine Erneuerbare-Energien-Lösung, die Landwirte dabei unterstützt, sowohl die Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen als auch ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten klimaneutral zu gestalten. Agri-PV bringt auch soziale, ökologische und wirtschaftliche Vorteile mit sich. Wir helfen Landwirten auf diesem Weg, Abfall- und Investitionskosten zu reduzieren, und tragen gleichzeitig dazu bei, die globale und für die Zukunft unseres Planeten unerlässliche Energiewende voranzutreiben.“

BayWa r.e. plant derzeit gemeinsam mit Birnen-, Apfel- und anderen Obstproduzenten weitere Agri-PV-Projekte in Europa mit einer Gesamtleistung von 35 MWp bis 2022. So können sich künftig auch andere Früchte auf ein schützendes Dach überm Kopf freuen.

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