Mit der Anlage von Alquezar wird seit 2017 250 m3 Beton pro Stunde für den Staudamm in Daivões gefertigt.

Bild: Alquezar

Großprojekt in Portugal Doppelwellen-Chargenmischer widerlegt Branchenmythos

14.06.2019

Talleres Alquezar setzt seit 2017 zwei BHS-Mischer in einer modularen Anlage in Portugal für die Herstellung von Staudammbeton mit einem Gesamtvolumen von 400.000 m3 ein. Bei dem Großprojekt erwies sich der Doppelwellen-Chargenmischer entgegen dem Branchenmythos, die Technik sei für derartige Betonrezepturen nicht geeignet, als passende Technologie.

Im Zuge eines großangelegten Wasserkraftprojekts des spanischen Energiekonzerns Iberdrola in Portugal werden rund um den Fluss Tâmega drei Staudämme angelegt, mit denen nach Inbetriebnahme jedes Jahr 1.760 GWh Strom für den iberischen Markt erzeugt werden sollen. Allein für die geplante 78 m hohe und 265 m lange Staumauer in Daivões werden 242.000 m3 Beton benötigt.

Projektpartner für diesen Staudamm ist Talleres Alquezar, ein spanisches Unternehmen für Bauprojekte mit über 60-jähriger Erfahrung in der Konzeption und Herstellung von Zuschlagstoff-, Beton- und Mörtelanlagen. Seit 2017 betreibt Alquezar eine modulare Anlage zur Herstellung von Staudammbeton mit einem Gesamtvolumen von 400.000 m3 in Daivões.

Große Gesteinskörnung und rissfester Beton

Bis zu 56,2 hm3 Wasser soll der Damm in Daivões nach Abschluss des Baus aufstauen können. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an den Beton. Um Risse im späteren Staudammbeton zu verhindern, müssen Zusammensetzung und Verarbeitung des Betons spezifische Kriterien erfüllen.

Der niedrige Wassergehalt des Staudammbetons und die große Gesteinskörnung von bis zu 150 mm stellen Mischwerk und Antrieb dabei vor Herausforderungen. Bei einem Gesamtvolumen von 400.000 m3 müssen außerdem große Mengen an Zuschlagstoffen verarbeitet werden. Für Alquezar war die Konzeption und Einrichtung der Anlage in Daivões daher mit besonderen Problemstellungen verbunden.

Branchenmythen widerlegt

Wenn Betonrezepturen wie in Daivões eine hohe Zähigkeit aufweisen, müssen Antriebstechnik und Mischwerk leistungsstark sein. Seit 30 Jahren ist die Annahme verbreitet, Doppelwellen-Chargenmischer seien für die Herstellung von Staudammbeton im Vergleich zu anderen Mischern weniger geeignet. Auch in diesem Projekt war der Endkunde zunächst nicht vom Einsatz eines Doppelwellen-Chargenmischers überzeugt.

Für José Antonio Chaure, Geschäftsführer von Alquezar, bestand kein Zweifel daran, dass der Doppelwellen-Chargenmischer die erforderliche Qualität des Betons produzieren konnte: „Bei der großen Körnung des Zuschlagstoffs in diesem Projekt wussten wir sofort, dass kein anderer Mischer zur Herstellung des Staudammbetons in Frage kommt. Bei der Entscheidung für den Doppelwellen-Chargenmischer konnten wir auf unsere ausschließlich positiven Erfahrungen mit BHS aufbauen und dem Kunden seine Bedenken nehmen.“

Mischguthomogenität und lange Lebensdauer

Seit 2017 sind in der modularen Anlage zwei Doppelwellen-Chargenmischer vom Typ DKX 4.5 mit je einer Kapazität von 4,5 m3 integriert. Die Entscheidung, entgegen verbreiteter Branchenmythen auf den Doppelwellen-Chargenmischer zu setzen, bewertet Anlagenexperte Chaure positiv: „Im Vergleich zu anderen gängigen Mischern haben wir in Daivões wieder einmal erlebt, dass die BHS-Maschine eine deutlich höhere Mischguthomogenität erzielt. Außerdem wurde der Ausschuss in diesem Großprojekt nahezu auf null reduziert. Damit konnten wir dem Kunden nicht nur beweisen, dass der Doppelwellen-Chargenmischer eine absolut verlässliche Technologie ist, sondern die hohen Anforderungen an den Beton sogar noch übertreffen.“

Um gleichzeitig ein hohes Fertigungsvolumen und die Betriebssicherheit der Anlage bei einer Kapazität von 250 m3/h zu erreichen, betreibt Alquezar zwei parallele Fertigungslinien. Durch die kompakte Bauweise der BHS-Mischer benötigt der Doppelwellen-Chargenmischer im Vergleich zu Teller- und Planetenmischern weniger Aufstellfläche bei gleichem Produktionsvolumen.

Außerdem hat sich Herstellerangaben zufolge die lange Lebensdauer des Mischers als weiterer großer Vorteil erwiesen: Die Anlage konnte nahezu identisch und mit minimalem Aufwand aus einem früheren Projekt übernommen werden. Bereits 2010 war ebenfalls in Portugal, etwa 50 km entfernt vom aktuellen Projekt in Daivões, der Staudamm Foz Tua mit ähnlichen Anforderungen an den Beton errichtet worden.

Für Geschäftsleiter Chaure punktete die BHS-Maschine dabei auch in Sachen Instandhaltung und Transport. „Nach kurzen Instandhaltungsmaßnahmen konnte die Anlage problemlos für das neue Projekt weiter genutzt werden. Wir mussten keine Teile austauschen, nicht einmal das Getriebe.“

Langjährige Zusammenarbeit

Die Firmengeschichte von Alquezar ist eng mit Sonthofen verflochten: Bereits seit über 30 Jahren arbeitet das Unternehmen mit BHS zusammen. Bei anspruchsvollen Mischaufgaben setzt Alquezar regelmäßig Maschinen von BHS ein.

Auch in diesem Projekt wird die Zusammenarbeit als erfolgreich bewertet. Dazu trugen dabei nicht nur die Leistung des Doppelwellen-Chargenmischers, sondern auch der Servicestandard von BHS bei. Dementsprechend positiv sieht der spanische Anlagenbauer der künftigen Zusammenarbeit entgegen: „Die Zusammenarbeit mit BHS-Sonthofen ist für uns durchgehend erfolgreich. Dementsprechend werden wir die Technologie auch für künftige Projekte weiter in Betracht ziehen.“

Bildergalerie

  • Eine der BHS-Anlagen wird auf einem Laster transportiert.

    Bild: Alquezar

  • Der Doppelwellen-Chargenmischer DKX von BHS soll durch dreidimensionales Mischen Mischguthomogenität auch bei hoher Gesteinskörnung erreichen.

    Bild: BHS-Sonthofen

  • José Antonio Chaure, Geschäftsführer von Alquezar, und Dennis Kemmann, Geschäftsführer von BHS-Sonthofen, auf der Bauma im April 2019.

    Bild: BHS-Sonthofen

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