Michael Jakal ist Geschäftsführer bei Distrelec. Er verantwortet die lokalen Vertriebsorganisationen in Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden. Der schnelle Wandel in der Distribution ist ihm eine Herausforderung.

Bild: Studio B Bremen, Detmar Schmoll

Kommentar von Michael Jakal, Distrelec Distribution neu erfunden

31.07.2019

Die Bestellung von Bauteilen hat sich gänzlich verändert und Distributoren müssen sich den neuen Herausforderungen jetzt stellen. Über den Wandel der Kleinmengendistribution und wie dieser Distrelec zu immer rascheren Intervallen treibt.

Unternehmen wie Distrelec wurden bis vor Kurzem noch als sogenannte Katalogdistributoren zusammengefasst. Das waren jene Elektronikbauteildistributoren mit einem wahnsinnig schweren Katalog aus Dünndruckpapier, die jeden Mikroschalter von drei verschiedenen Herstellern und in zig Varianten liefern konnten. Jeder Elektronikentwickler und jeder Techniker hatte diese dicken Kataloge griffbereit auf dem Tisch liegen. Wo auch sonst sollte man eine so große Auswahl an Komponenten in kleinen Stückzahlen herbekommen?

Nun wurde das Blättern in dicken Katalogen, durch komfortables Selektieren im Distrelec-Webshop, abgelöst. Der Wandel fordert uns heraus, der uns in Sachen Technologien, Logistik und Kundenanforderungen zu ständiger Erneuerung in immer rascheren Intervallen umtreibt.

Messtechnik-Kompetenz ausgebaut

Die typischen Märkte der Kleinmengendistribution sind der Prototypenbau, die Kleinserie und der Ersatzteilbedarf. Dort sieht man schon die erste Herausforderung, die Distrelec zu bestehen hat: Während der Entwickler für den Prototypenbau gerne neue Typen verwendet, benötigt der Betriebselektriker in der Instandhaltung auch gerne mal ältere Teile. Immerhin kann eine gut gepflegte Maschine einige Jahrzehnte alt werden.

Die Sortimentspolitik ist also recht kompliziert bei einem so breit aufgestellten Distributor wie Distrelec, sodass wir fast jeden Kundenwunsch erfüllen können, ohne dass die Zahl der Lagerartikel ins Unermessliche steigt. Abgesehen davon entwickeln wir uns zu einem Technologielieferanten für unsere Kunden in der Entwicklung und dem Prototypenbau. Wir haben unsere Kompetenz im Bereich High-End-Messtechnik kontinuierlich ausgebaut und sind nun unter den High-Service-Distributoren einer der am besten aufgestellten im Bereich Messtechnik.

Wir machen Bestellen so leicht wie möglich

Nehmen wir etwa den Bereich Bauteilqualifizierung und Messung extremst niedriger Spannungen und Ströme, wie sie bei Internet-of-Things-Applikationen (IoT-Applikationen) oder sehr stromsparenden Prozessoren vorkommen. Hierfür bieten wir unseren Kunden die Sourcemeter von Keithley sowie Quellenmessgeräte zur Batteriesimulation im Ultra-Low-Power-Bereich. Denn der Entwickler muss sein Schaltungsdesign ja anhand standardisierter Batterieprofile testen. Dabei kommt es durchaus darauf an, ob die Entladekurve einer Knopfzelle mehr oder weniger flach ist, ob Stromspitzen zu einem ungewünschten Spannungsabfall führen und so weiter.

Wir machen dem Kunden das Bestellen so leicht wie möglich, sei es durch e-Procurement-Lösungen oder eine volldigitalisierte Abwicklung. Zeitersparnis ist Trumpf – niemand will kostbare Zeit mit schnöder Administration verschwenden.

Wir sind operativ über unsere 13 europäischen Länderorganisationen vernetzt, sodass Konzernkunden etwa einen zentralen Rahmenvertrag haben, aber dezentral bestellen und individuell beliefert werden. Bis hin zu den Ölbohrplattformen in der Nordsee liefern wir schnell und zuverlässig von zwei Logistikzentren in der Schweiz und in den Niederlanden.

Michael Jakal war mit diesem Beitrag im E&E-Kompendium 2019/2020 als Macher der Elektronikwelt vertreten.

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