Bild: iStock, DrAfter123

Instandhaltung und Wartung Passende IT-Lösung für den Park

02.11.2018

Die Sicherheit in der chemischen Industrie hat höchste Priorität. Bei vielen Unternehmen hat sie den größten Stellenwert. Ein globaler Produzent von Intermediaten und Derivaten setzt auf einen neuen Softwarebaustein im Wartungsmanagement – und hat damit allein im vergangenen Jahr über 89.000 Aufgaben verwaltet.

Am Standort Oberhausen betreibt Oxea auf 1,2 km² Betriebsfläche das Werk Ruhrchemie. Rund 900 Mitarbeiter stellen hier sowohl Intermediate als auch Derivate her: Aldehyde, Alkohole und Ester (Oxo-Intermediates) Polyole, Höhere Aldehyde und Spezialderivate, Säuren, Spezialester sowie Amine (Oxo-Derivative). So umfangreich das Produktportfolio, so komplex präsentiert sich die technische Infrastruktur vor Ort in Oberhausen. Die Prozessanlagen sind das empfindlichste Glied in der Wertschöpfungskette – aus wirtschaftlicher Perspektive als auch aus Gründen der Sicherheit.

Die hoch technisierten Anlagen sind so komplex, dass eine effizient und effektiv vorgenommene Inspektion, Wartung und Instandsetzung dem Ziel operatives Optimum entsprechen muss: „Keine Kompromisse bei Sicherheit, Umweltschutz, Gesundheit und Arbeitsschutz – Sicherheit hat höchste Priorität“, heißt es aus dem Unternehmen. In der Abteilung Technische Werkstätten sind dafür rund 170 Mitarbeiter tätig, weitere 25 im Segment Technische Instandhaltungsplanung. Diese Teams nutzen GS-Service bei der Erstellung, Terminierung, Bearbeitung und Verwaltung der Aufgaben für Instandhaltung und Wartung.

Dialog auf Augenhöhe

Bereits im Jahr 2007 begab sich das Team um Daniel Nolte, Leiter der Instandhaltungsplanung, auf die Suche nach einer integrierten Softwarelösung für Steuerung und Verwaltung der Instandhaltung. Das alte System sei zu sperrig gewesen. Früher hatte man mit Insellösungen gearbeitet, die stets die Gefahr von Dateninkonsistenzen und ineffizientem Datenhandling in sich trugen. Auch die Zeiten telefonbuchdicker Papierstapel sollten ein Ende haben. Die Wahl fiel auf GS-Service von GreenGate.

In den kommenden zwei Jahren erfolgte die Einführung am Oxea-Standort Oberhausen inklusive der Anbindung der externen Messtechnik an GS-Service. Messgeräte und Software führen Stoßimpuls- und Schwingungsmessungen durch und erfassen so den Zustand der Maschinen. Mit GS-Service werden heute rund 80 Prozent aller Wartungs- und Inspektionsaufgaben gesteuert und verwaltet: Sei es in Bezug auf die Analysentechnik, die Klima- und Lüftungsanlagen, die Brandmeldetechnik oder das umfangreiche Mechanik-Equipment mit seinen Pumpen, Verdichtern, Getrieben und Rührwerken. Die Aufgaben werden von GS-Service nach Terminierung erzeugt: Was muss wann von wem und wo erledigt werden? Thomas Malon, ebenfalls für die Instandhaltungsplanung zuständig: „GS-Service nutzen wir seit einigen Monaten auch bei verschiedenen Betriebsmittelprüfungen wie den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen an Hebezeugen, Leitern und Tritten sowie bei Kalibrierungsnachweisen an Messmitteln.“

GS-Touch an der Pumpe

Ist ein Ölwechsel an Pumpe 11 durchzuführen, eine Kontrolle am Rührwerk 12 vorzunehmen oder der Lagerwert an Verdichter 13 zu überprüfen, setzt Oxea konsequent auf die Vorteile portabler Endgeräte. Statt wie seinerzeit mit dem Klemmbrett vor Ort, sind die Instandhalter bei Oxea jetzt mit Ex-geschützten Smartphones der neuesten Generation unterwegs. Sie lesen mit der integrierten GS-Touch App die NFC-Chips, die an jedem Objekt installiert sind, ein.

Bei präziser, valider Information auf dem Touchscreen – wie die Liste abzuarbeitender Instandhaltungsaufgaben oder Informationen zum Objekt – bleibt es unterdessen nicht. Mit GS-Touch lassen sich auch die zeitnahe Rückmeldung durchgeführter Tätigkeiten erledigen, eine spontane Mangelerfassung ohne Aufgaben einpflegen oder eigenständige Terminverschiebungen im Kalender vornehmen. Tagesaktuell erhält der Instandhalter zudem einen Überblick über seine Aufgaben, gerade bei großflächigen Prozessanlagen mit erheblichen Wegezeiten ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Sauber dokumentiert

Die Flexibilität von GS-Touch ergänzt bei Oxea effektiv die generelle Funktionsvielfalt von GS-Service: In dem System werden alle benötigten Stammdaten von Einbauorten, Equipments und Betriebsmitteln in den zugehörigen Anlagen-Strukturen abgebildet. Mit der Kontrolle der Stammdaten und dem Abgleich der Ist-Situation am Objekt vor Ort lässt sich verlässlich und zeitnah prüfen, ob und was demnächst inspiziert, gereinigt, gewartet oder instandgesetzt werden muss. Effiziente Administration und effektive Auftragsabarbeitung auf Basis des GS-Service hat sich bewährt – allerdings greift Oxea nach wie vor auch auf Mittel und Methoden konventioneller Instandhaltung zurück.

Ohne Papier und Stift geht es nicht überall

Das hat mit sechs weiteren Unternehmen zu tun, den Standortpartnern im Werk Ruhrchemie. Hier greift das Prinzip Postbote: Sind die Oxea-Teams als fremd beauftragte Instandhalter für einen der Standortpartner auf dem Werksgelände tätig, kommen zum Teil vor Ort noch traditionell Papier und Stift zum Einsatz. In den Oxea-eigenen Bereichen bedient man sich bei der Mängelerfassung, -bearbeitung und -verwaltung, der Erstellung von Berichten und Auswertungen sowie die Dokumentation der vorgenommenen Arbeiten der GS-Service. Das ist unerlässlich, spätestens dann, wenn wieder einmal ein Audit ansteht.

Bildergalerie

  • Auf einer Betriebsfläche von 1,2 km² werden in Oberhausen Intermediate und Derivate hergestellt.

    Bild: Sebastian Mölleken, GreenGate

  • Das System wird unter anderem von der Abteilung Technische Werkstätten bei der Erstellung, Terminierung, Bearbeitung und Verwaltung der Aufgaben für Instandhaltung und Wartung genutzt.

    Bild: GreenGate

Firmen zu diesem Artikel
Verwandte Artikel