Kraftstoffmarkt 2025: E10 gewinnt, E5 verliert

Bioethanolverbrauch steigt auf 1,3 Millionen Tonnen

Bioethanol bleibt ein zentraler Baustein im Benzinmarkt: 2025 steigt die Beimischung zu Super Plus, Super (E5) und Super E10 auf 6,9 Vol.-Prozent, während Super E10 seinen Marktanteil weiter ausbaut und der Bioethanolverbrauch insgesamt zunimmt.

Bild: publish-industry, Gemini
11.05.2026

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) hat die Marktdaten 2025 zur Produktion und zum Verbrauch zertifiziert nachhaltigen Bioethanols in Deutschland vorgelegt. Demnach stieg die heimische Herstellung auf 790.000 t – ein Plus von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Absatz von Super E10 setzte seinen positiven Trend 2025 fort.

Im insgesamt moderat wachsenden Kraftstoffmarkt, in dem mit 17,9 Millionen t über ein Prozent mehr Benzin abgesetzt wurde als im Vorjahr, stieg auch die Beimischung von Bioethanol zu den Benzinsorten Super Plus, Super (E5) und Super E10 auf 6,9 Volumen-Prozent (2024: 6,7 Volumen-Prozent) an. Der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super E10, Super Plus und Super (E5) beigemischt beziehungsweise zur Herstellung von Ethyl-teritär-butylether (ETBE) verwendet wird, erhöhte sich um vier Prozent auf etwa 1,3 Millionen t.

Der Marktanteil von Super E10 am Benzinabsatz wuchs im Jahr 2025 weiter: von 27,5 Prozent im Jahr 2024 auf 28,6 Prozent. Die absolute Absatzmenge von Super E10 betrug 5,1 Millionen t und nahm damit um 4,6 Prozent zu. Der Marktanteil von Super (E5) ging – wie bereits im Vorjahr – leicht zurück und lag bei einem Absatz von gut 11,8 Millionen t bei etwas über 66 Prozent. Der Marktanteil von Super Plus, dem ebenfalls bis zu 5 Prozent Bioethanol beigemischt werden, stieg im Jahr 2025 ganz leicht auf über 0,9 Millionen t an und betrug damit 5,2 Prozent (2024: 5,1 Prozent).

Produktion 2025: Zuckerrüben legen zu, Futtergetreide rückläufig

Die deutsche Bioethanolproduktion erhöhte sich – wie schon im Jahr 2024 – auch im Jahr 2025 und nahm um sechs Prozent zu. Insgesamt betrug die heimische Erzeugung 790.000 t. Insbesondere die Herstellung von Bioethanol aus Zuckerrübenstoffen stieg gegenüber dem Jahr 2024 deutlich um 77 Prozent auf fast 160.000 t an. Hierfür wurden insgesamt 1,8 Millionen t Zuckerrüben und somit 5,6 Prozent der Zuckerrübenernte des Jahres 2025 verwendet. Die Bioethanolherstellung aus Futtergetreide sank leicht um 3,6 Prozent auf 630.701 t. Die dafür verarbeitete Menge von rund 2,6 Millionen t Futtergetreide entsprach etwas mehr als 5,8 Prozent der deutschen Getreideernte.

Die Gesamtmenge des von deutschen Herstellern abgegebenen Bioethanols sank 2025 um knapp 9 Prozent auf rund 758.000 t (2024: 831.616 t). Deutlich zurück gingen die für industrielle Anwendungen bestimmt Mengen (- 56 Prozent auf gut 45.000 t) sowie der für die Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken vorgesehene Bioethanol (-23 Prozent auf gut 75.000 t). Im Kraftstoffbereich gab es hingegen einen leichten Anstieg der abgegebenen Menge um 1,1 Prozent auf rund 637.000 t.

Sowohl die starke inländische Bioethanolproduktion als auch der steigende Marktanteil von Super E10 verdeutlichen eine stabile Nachfrage. „Vor dem Hintergrund der anstehenden Flexibilisierung der Bestandsschutzsortenregelung für Super (E5) in Deutschland ist perspektivisch von einer weiteren Stärkung der Marktposition von Super E10 auszugehen“, erwartet BDBe-Geschäftsführer Stefan Walter. Auch der jüngst beschlossene Anstieg der Treibhausgasminderungs-Quote, die bereits ab 2027 von 12,1 auf 17,5 Prozent steigen wird, dürfte eine gleichartige Wirkung entfalten. Mittelfristige Perspektiven bietet auch die Normierung und Markteinführung von E20 in der EU, die derzeit auf europäischer Ebene verstärkt diskutiert wird.

Die ausführlichen Marktdaten 2025 mit weiteren Infografiken und Details zu Produktion und Verbrauch von Bioethanol finden Sie im ausführlichen Marktdaten-Report.

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