3D-Druck ersetzt schwere Produktwender

120.000 Dosen pro Stunde ohne Stillstand wenden

Der 3D-gedruckte Produktwender mit verdrehter Führungskontur ist für Dosen auf Förderbändern geeignet.

Bild: igus SE & Co. KG
15.10.2026

In Produktionslinien für Getränke-, Konserven- und Kaffeedosen müssen Dosen regelmäßig gedreht werden, während gleichzeitig hohe Taktzahlen bewältigt werden müssen. Schwere Wender aus Stahlkörben oder Frästeilen erhöhen jedoch den Rüst- und Wartungsaufwand. Ein 3D-gedruckter Wender soll hier Abhilfe schaffen.

In modernen Produktionslinien müssen Getränke-, Konserven- und Kaffeedosen regelmäßig gedreht werden, beispielsweise für den Druck. Handelsübliche Wender aus Stahlkörben oder Frästeilen sind jedoch schwer und wartungsintensiv. Zudem führen sie häufig zu kostspieligen Stillständen in Verpackungs- und Abfüllanlagen. Als Alternative bringt Igus einen leichten und robusten Produktwender aus dem 3D-Druck auf den Markt – bis zu 120.000 Dosen pro Stunde werden kontrolliert gedreht.

Gleiche Qualität auch nach Produktwechsel

Getränke- und Lebensmittelhersteller müssen ihre Anlagen regelmäßig auf verschiedene Produkte einstellen. Jeder Umbau kann dabei für Wender, die mit gebogenen Metallstangen arbeiten, eine Belastungsprobe sein. Verbiegen sich die Stangen nur leicht, können sich Dosen verklemmen und für einen Anlagenausfall sorgen.

„Bei schnellen Anlagen bedeutet schon eine halbe Stunde Ausfall einen Verlust von 60.000 Dosen“, betont Jonas Burk, Leiter des Geschäftsbereichs Additive Fertigung bei Igus. Die Reparatur erfordere zudem oftmals spezialisiertes Know-how. „Wir hatten daher das Ziel, einen Wender zu entwickeln, der robust ist und sich schnell im FDM-Verfahren drucken lässt. Der Wender besteht aus einem speziellen Hochleistungsfilament, das extrem verschleißfest ist. Deshalb geben wir eine Lebensdauergarantie von sechs Monaten.“

Geringes Gewicht für kürzere Rüstzeiten

Der 3D-gedruckte Produktwender von Igus reduziert die Rüstzeiten, Jonas Burk verdeutlicht dies mit einem Beispiel: „CNC-gefräste Wender aus Halbzeug sind oft über 30 kg schwer und werden meist mit einem Kran und mehreren Instandhaltern umgebaut, was die Maschinenverfügbarkeit unnötig reduziert.“ Die kleinsten Versionen des neuen Wenders aus dem 3D-Drucker wiegen hingegen weniger als 2 kg. Sie lassen sich mit einem Haltegriff bequem mit einer Hand transportieren und für die Montage mit Schrauben auf dem Förderband platzieren.

Drehung von bis zu 120.000 Dosen pro Stunde

Die verdrehte Führungskontur dreht bis zu 120.000 Dosen pro Stunde im Dauerbetrieb. Das System ist für alle gängigen Formate von Getränkedosen als Standard sowie für Konservendosen, Kaffeedosen, PET-Flaschen, Glasbehälter und Chipsdosen erhältlich. „Selbst bei komplexen Sonderfertigungen können wir einen deutlich attraktiveren Preis anbieten.“ Für solche Projekte bietet Igus eine Analyse bestehender Anlagen mit dem 3D-Scanner an, um individuelle Produktwender passgenau auszulegen. So wird es beispielsweise möglich, eine Rotation mit Höhen- oder Seitenversatz zu realisieren.

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