Mit ElectroglaZ gibt es jetzt eine wirklich kabellose, induktive Lademöglichkeit für Elektrogeräte.

Bild: Zytronic / Video: Zytronic

Transparente Stromversorgung Wenn der Glastisch das Handy auflädt

08.03.2021

Eine neuartige Technologie ermöglicht es, Strom unsichtbar durch Glas zu leiten. Mit der Methode lassen sich Endgeräte wie Smartphones kabellos aufladen. Und auch für smarte Möbel kann die „magische“ Stromversorgung eingesetzt werden.

Die Firma Zytronic hat ElectroglaZ vorgestellt, eine zum Patent angemeldete Methode, um Strom auf neue Art und Weise durch Glas zu leiten. Sie soll die Möglichkeiten zur kabellosen Energieversorgung von Geräten und Anwendungen mit geringem Stromverbrauch erweitern.

„ElectroglaZ ist vollständig transparent und kann verwendet werden, um eine nahezu unbegrenzte Vielfalt von elektronischen und elektrotechnischen Geräten mit geringem Stromverbrauch, die in eine Glasscheibe eingebettet sind, ,magisch‘ zu versorgen“, sagt Ian Crosby, Sales & Marketing Director bei Zytronic. Zu den möglichen Anwendungen gehören LED-beleuchtete Vitrinen und Regale für Museen, Kunstgalerien und Luxus-Einzelhandelsgeschäfte.

Doch ElectroglaZ versorgt auch USB-Steckdosen, Induktionsladepads, Motoren, Ventilatoren, Sicherheitskameras und -sensoren, Luftüberwachungseinheiten in HLK-Systemen und kleine Displays mit geringer Leistung (unter 50 V / 3 A). Kombiniert mit der projiziert kapazitiven Multitouch-Technologie (MPCT) von Zytronic lassen sich zudem Multi-User-Touch-Interaktivität und greifbare Objekterkennung in smarten Tischen und anderen Möbeln umsetzen. Um Berührungen dabei eine dritte Dimension zu verleihen, ist die kontaktlose ZyBridhover-Sensor-Technologie eine Option. Sie erkennt Benutzerinteraktionen in bis zu 30 mm Entfernung von der Glasoberfläche.

Funktionsweise des Stromglases

Die ElectroglaZ-Technologie nutzt eine maßgeschneiderte Laminierung von zwei oder mehr leitfähigen, vollständig transparenten Glasscheiben. Diese Anordnung ermöglicht es, Strom über die inneren leitfähigen Schichten innerhalb der isolierten Oberflächen des Laminats zu übertragen.

Um den Strom anzuzapfen, werden kleine Öffnungen von typischerweise 30 bis 100 mm in das laminierte Glas gefräst, in die das Anschluss- und Elektrogerät oder die Baugruppe des Kunden passt und mit den positiv und negativ geladenen inneren Beschichtungen verbunden wird. Eine 1 mm breite, gedruckte und leitfähige Stromschiene um den Umfang des Glases sorgt dabei für das Einleiten des externen Stroms in das Laminat.

Schnell zum Prototyp

Zytronic bietet ElectroglaZ-Paneele zunächst in Größen bis zu 1 m x 1,8 m an; in Zukunft sollen die Gestaltungsmöglichkeiten laut dem Unternehmen aber nahezu grenzenlos sein. Die maximale Anzahl der Befestigungslöcher, die in das Glas gefräst werden, hängt dabei von der Größe der Platte und der Öffnungen selbst ab. Als Richtwert gilt jedoch, dass zwischen den einzelnen Löchern und auch von den Glaskanten aus mindestens der doppelte Öffnungsdurchmesser liegen sollte.

„Wir werden uns mit jedem Kunden je nach seinen individuellen Projektanforderungen und seinem Produktdesign eng abstimmen und ihm Richtlinien und Empfehlungen zur Anbringung der elektrischen Anschlüsse an der Stromschiene und den Stromversorgungsöffnungen geben“, sagt Dr. Andrew Morrison, Technical Director bei Zytronic. „Der Industriedesigner würde dann die endgültige Systembaugruppe wie üblich durch alle anwendbaren elektrischen Sicherheitstests und Zertifizierungen führen.“

Da Zytronic alle Fertigungsprozesse im eigenen Haus abwickelt, können Muster und Prototypen von ElectroglaZ innerhalb weniger Tage oder Wochen hergestellt werden.

Bildergalerie

  • Durch ElectroglaZ werden Glasscheiben leitfähig, bleiben aber dennoch vollständig transparent.

    Bild: Zytronic

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